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Noch besser atmen

Dienstag, 24. April 2012

Und dann habe ich noch ein bisschen mehr Luft und Zeit (oder nehme sie mir einfach) und bin mir überhaupt nicht mehr sicher, ob ich wirklich finde, dass ich mit meinem Studium so falsch bin. Weil dann denke ich, dass das doch funktionieren muss und ich nicht einfach irgendwas aufgebe, in meinem Leben. So ohne Weiteres jedenfalls. Weil ich das eben noch nie gemacht habe. Und dann kommt das ich-kann-das-schaffen-Kribbeln und ich verstehe nicht mehr so richtig, wo das Hör-auf-Gefühl herkam und wieso es überhaupt da war.
Vielleicht liegt es aber auch einfach nur an den Prüfungsergebnissen, die ich mittlerweile habe. Weil sie überraschend gut waren und nur minimal schlechter als im Bachelor. Deswegen finde ich, ich sollte das einfach mit dem Bauchgefühl haben lassen. Ist besser. Weil es zu Prüfungen hier irgendwie nichts Vernünftiges sagen kann. Oder bei der Korrektur wurde sich ganz arg übel verzählt. Vielleicht auch das. Dann wäre das Bauchgefühl wenigstens richtig.
Ein bisschen lächeln muss ich auch, wenn ich höre, dass die Unistudenten sogar ein bisschen schlechtere Noten haben. Nicht gemein gelächelt, sondern einfach nur, weil es völlig egal ist, wo man vorher studiert hat und ich gut bin.
Und jetzt weiß ich wieder gar nichts. Nur, dass man das doch eigentlich jetzt irgendwie auch nicht einfach abbrechen kann…

Lebenswert #2

Montag, 23. April 2012


lila Blubberbadewasser || für einen Job, den ich gern nebenbei machen möchte, Probeschreiben dürfen || leergefegter Geburtstagskuchen und die ganze Wohnung voller Menschen || einen tollen Artikel über Mutismus geschickt bekommen

Geschützt: Die Sache mit der Anzeige – Zettelkram II

Freitag, 20. April 2012

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Brille

Montag, 16. April 2012

Ich bin kurzsichtig und brauche eine Brille.
Früher, als die Brille noch neu war, habe ich sie gehasst. Oder besser gesagt, habe ich es gehasst, wenn ich alles scharf und deutlich sehen konnte. Dann fiel es mir viel schwerer unter Menschen zu sein. Weil wenn die Menschen am Ende des Raums undeutlich waren, war es besser und leichter. Weil es sich dann einfach so anfühlte, als wären sie ganz weit weg und als würden sie mich genauso schlecht sehen können, wie ich sie. Vielleicht ein bisschen nach dem Motto, was man nicht sieht, ist auch nicht da. Das war besser für das Sprechenüben, weil ich so irgendwie ein bisschen unauffälliger, verschwommener war und weniger Person.
Heute kann ich nicht mit gutem Gefühl aus dem Haus gehen, wenn ich draußen nicht’s sehe. Ohne Brille fühlt es sich so an, als wäre ich blind. Und mittlerweile mag ich das überhaupt nicht mehr. Es fühlt sich einfach besser an, wenn ich alles gut sehe. Dann kann ich besser planen, besser abschätzen, besser überlegen und besser reden. Dann bin ich einfach sicherer, weil ich voll und ganz da bin und nicht verschwommen. Habe dann den Überblick und kriege alles mit. Heute brauch’ eben ich eine Brille, damit ich alles gut sehen kann.

Lebenswert #1

Samstag, 14. April 2012

Meine Osterwochenende-Lebenswerts. Weil ich sie brauche. Zum Leben.

Häschen in der Zoohandlung angucken und zuckersüß finden || den Kinomensch aus der Bachelorstudiums-Stadt mal wieder treffen und heiße Schokolade trinken || die frischgewaschene Lieblingspyjamahose || Schnee || Sushiessen und Eisteetrinken || leckerer Nachtisch || Raclette mit der klitzekleinen Großfamilie || Sauerbraten bei der HERZMENSCHfamilie || eine Orchidee im Biomüll finden und aufnehmen

Atmen

Freitag, 13. April 2012

Ich hab’ ein bisschen weggenommen. Hab’ ein Modul abgewählt und ein neues ausgesucht. War eine von einer Minute auf die andere Entscheidung und ein Klick und dann ohne zurück. Hätte ich darüber nachgedacht, hätte ich es, glaube ich, nicht gemacht. Weil mich das neue Modul nicht so sehr interessiert, wie das alte und es vielleicht auch nicht ganz so gut passt. Aber das Bauchgefühl hat gesagt, dass momentan einfach kein Platz für ein fünfundvierzig Minuten Referat ist. Zeitlich sowie mutistisch. Und nun kann ich da einfach sitzen und hören. Ein ganz entspannter Tag. Jetzt hab’ ich zwei Module zum Sitzen und einfach nur hören. Bei den drei anderen muss man etwas machen. Zwei davon mache ich, das reicht, und beim dritten entscheide ich noch. Weil, wenn sich das nicht gut anfühlt, lasse ich es auch. Mir egal. Dann sind’s eben nur vier anstelle angedachten fünf. Weil so kann ich ein bisschen besser atmen. Krieg’ wieder ein bisschen besser Luft. Und ich kann auf die Noten der schon geschriebenen Prüfungen warten und auch sehen, ob das neue Horrormodul überhaupt funktioniert. Mit ein bisschen mehr Luft kann ich auch besser überlegen, wie es weitergehen soll. Kann die, irgendwann mal im Studium erwähnten, Plattformen für Stellenangebote für Praktikum und Job im Kopf herauskram und überlegen, ob ich da vielleicht irgendwo hinpasse. Weil mit ein bisschen mehr Luft zum Atmen funktioniert’s besser.

Lebenswichtig

Donnerstag, 12. April 2012

Ich möchte nicht länger irgendwelchen Kram machen müssen, der momentan für mich keinen Sinn ergibt. Kram, der auf den ersten Blick eigentlich völlig lebensunwichtig erscheint und der nicht aufmuntern oder gutgehen lassen kann. Vielmehr möchte ich mich mit grundlegenden lebenswichtigen Dingen beschäftigen. Ich möchte Kuchenbacken. Und Zeit haben zum Spazierengehen. Zum Blumenanschauen und Himmel und zum Vögelhören. Ich möchte mich daran erfreuen. Daran, dass es das alles gibt und man darin leben kann. Ich möchte etwas tun. Mit Ergebnis. Möchte mich kümmern und sorgen. Und nachdenken. Vielleicht darüber, welche Blumen in die Blumenkästen sollen und danach in Erde wühlen. Ich möchte dasein und nicht immer von einer Sache zur nächsten eilen. Ich möchte abends abschließen und nichts mit ins Bett nehmen, was da nicht hingehört. Und ich möchte Zeit haben, um mich darüber zu freuen, dass ich das Sprechen gelernt habe. Jeden Tag. Ich möchte einfach atmen. Und sehen und fühlen. Das ist wichtig. Weil was bringen mir die auf den ersten Blick unwichtigen Dinge, wenn ich die wichtigen nicht hab’. Oder vergesse oder nicht sehe.

Am Ende

Dienstag, 10. April 2012

Momentan habe ich nicht viel zu schreiben. Bin zu taub. Zu beschäftigt mit mir innendrin. Versuche heraus zu finden, wo ich richtig bin und das Bauchgefühl, was mittlerweile sogar richtig laut HÖR AUF schreit zu deuten. Und es liegt noch nicht mal daran, dass ich denke, ich schaffe es nicht. Weil ich weiß, dass ich es schaffen kann. Ich bin einfach nur so müde. So schrecklich müde. Und deswegen frage ich mich, ob es noch weiter sein muss. Ob ich tatsächlich noch viel mehr schaffen muss, wo mein Leben doch auch ohne weiteres Studium nur aus Schaffen bestehen wird. Ich frage mich, ob es nicht irgendwann auch mal reicht. Ob ich nicht auch mal sagen darf, es ist jetzt genug und ich will nicht noch mehr haben. Weil ich habe mittlerweile schon so viel mehr geschafft, was ich damals nie geglaubt hätte. Ich bin zufrieden mit mir. Ich will nicht mehr und immer weiter. Ich will jetzt leben und eben einfach auch mal halbwegs angekommen sein. Irgendwas haben und ein bisschen bleiben. Und wissen wofür man etwas tut. Ich glaube, das ist gerade das größte Problem. Diese Müdigkeit und das innendrin irgendwie eigentlich überhaupt nicht mehr wollen. Ich hab’ angefangen, weil’s hübsch klingt. Weil’s ein hübsches Gefühl ist einen Master zu haben und weil der Bachelor ja auch funktioniert hat. Mehr Gründe hatte ich nicht. Und jetzt merke ich, dass es doch ein bisschen viel zu groß ist und ich sehe keinen Sinn mehr. Mein Plan war immer, erstmal versuchen zu arbeiten. Und falls das nicht funktioniert eben weiter zu studieren. So wie mit der Ausbildung damals. Weil’s eben besser ist, als nichts. Doch dann hat jeder gesagt, dass man’s dann sowieso nicht mehr tut. Jetzt ist man im Lernen drin und im mit wenig Geld leben. Hat man’s einmal, hört man mit dem Arbeiten nicht mehr auf. Klang plausibel. Und ich habe nie drüber nachgedacht, ob das nicht auch einfach in Ordnung wäre. Wen interessiert auch der Abschluss, wenn man einen Job hat.
Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich fühle nur, wie es mir geht. Ich bin am Ende. Und es ist viel mehr als einfach nur mal ein bisschen pessimistisch sein. Oder mal zu zweifeln, wie ich es vorher immer getan habe. Es kommt von ganz tief innendrin und ich merk’s körperlich. Ich bin fertig. Am Ende. Und ich weiß nicht, wie es weitergehen soll. Merke nur, dass es gerade so, wie es jetzt ist, WIRKLICH NICHT MEHR GEHT.

Willkommen Happy Maker

Freitag, 6. April 2012

Ich habe bei dem Gewinnspiel von herzlichchaotisch mitgemacht und einen ziemlich coolen und lustigen Happy Maker von Geschenke für Freunde gewonnen und seit Mittwoch ist er nun bei mir. Freu mich ziemlich drüber, weil ich noch nie etwas gewonnen habe. Ich find’ ihn ziemlich toll und irgendwie ist es auch der passendste Gewinn für mich. Und für den Blog. Weil vielleicht muss Happy Maker ein Blogmaskottchen werden, damit er mich immer happy maken kann, wenn es gerade schwierig ist. Vielleicht muss er mich dann immer begleiten, damit alles ein bisschen besser funktioniert. Nur einen Namen braucht er dann noch. Da muss ich mir etwas einfallen lassen…

Die Sache mit der Anzeige VII

Mittwoch, 4. April 2012

Eigentlich müsst’ ich’s umbenennen. In “die Sache mit dem linken Nachbarn” oder so. Weil die Anzeigengeschichte ja schon längst um ist, man diesen Mann aber einfach nicht los wird. Ich bin in einer neuen Wohnung, einer neuen Stadt. Kilometer im dreistelligen Bereich entfernt und er geht einfach nicht weg. Er lässt mich nicht aus seinem armen, kranken Kopf.

Haltet euch fest. Haltet euch so richtig fest und setzt euch am besten doppelt hin. Oder besser auf den Boden, damit man nicht vom Stuhl fallen kann.

Er ist nun nämlich der Meinung, dass ich die alte Wohnung am Wochenende noch nutzen würde!! Immer dann, wenn die neue Mieterin nicht da ist, weil sie auch Studentin ist und am Wochenende zu ihren Eltern fährt.
Zum Stimmgewirr machen. Und duschen.
Weil er’s hört.

Fertig

Dienstag, 3. April 2012

Ich fühle mich kraftlos und leer. Meine Augen brennen. Vielleicht weil sie zu angespannt auf zu viele Zettel geschaut haben. Oder weil es in den letzten Tagen einfach übergesprudelt ist und da dann eben zu viele Tränen waren.
Ich fühle mich abgemagert und leer. Vielleicht bin ich es auch. Weil, ich habe keinen Hunger. Mir ist dauerübel und nach auskotzen. Weil ich kann wirklich nicht noch mehr Zeug in mich reinstopfen. Ich laufe über. Oder platze von innen auf. Keine Zettel, kein Essen, nichts.
Ich bin fertig. In beiderlei Hinsicht. Vielleicht fertig mit den Prüfungen und fertig innendrin mit mir. Die Prüfungen sind nur vielleicht fertig, weil es natürlich für eine Universität zu einfach wäre, wenn man ein gutes Gefühl danach hätte. Wäre auch zu einfach, wenn man einfach massig lernt und dann bestehen würde. Muss hier schon einem Glücksspiel ähneln und man kann massig lernen und trotzdem durchfallen. Weil eine Uni ja zeigen muss, wie grauenvoll blöd man ist. Und natürlich kann auch nicht jeder beim ersten Versuch durch eine Prüfung kommen. Irgendjemand muss durchfallen. Das wäre zu leicht.
Und innendrin bin ich fertig, weil’s mich fertig macht. Weil ich keine Zeit zum Ausruhen hab’ und der Mist nächste Woche einfach weiter geht. Ich komm’ irgendwie innendrin nicht runter. Da ist einfach keine Ruhe. Zur Abwechslung ist es mal wieder Mutismusmist. Neue Vorlesungen, neue Seminare und neue Gruppen. Viel zu viel Neues für mich. Und erst recht für mich in fertig.
Vorher war das immer anders. Da waren genug Ferien zum Erholen. Zum Wiederstarkmachen, damit man den neuen Mist ertragen und überstehen kann. Weil nur so hat das eigentlich immer gut funktioniert. Und jetzt bin ich schon fertig bevor’s angefangen hat und ich weiß nicht, wie’s so funktionieren soll.
Selbst beim Schimpfen und Meckern werde ich nun ganz leise. Weil vorher, wenn ich geschimpft habe, habe ich eigentlich immer noch im selben Satz gemerkt, dass ich es gar nicht so meine. Dass ich einfach nur so daher gesagt habe, dass  ich aufhören möchte, weil es sich danach immer ein bisschen besser anfühlt. Jetzt werde ich leiser, weil ich weiß, wenn ich es sagen würde, würde ich es auch so meinen…

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