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Als ich herausgefunden habe, was ich mit Mutismus möchte

Inzwischen weiß ich ganz gut, was ich mit Mutismus möchte und was nicht. Auch, was ich davon letztendlich tue und was nicht. Denn Wollen und Können sind bei mir immer zwei paar Schuhe. Und zwar zwei sehr verschiedene. Es war nicht immer einfach, aber inzwischen weiß ich das ganz gut und niemand quatscht mir mehr dazwischen, nur weil man etwas mal gemacht haben muss. Nichts muss man mal gemacht haben. Ich mache das, was für mich gut ist und nicht für man. Leider habe ich das lange Zeit nicht gewusst.

Nicht einfach daran waren die unzähligen Versuche, irgendwo hinpassen zu wollen. Auf Partys zum Beispiel. Und dann immer wieder merken zu müssen, dass ich das Konzept Party wegen des Mutismus eigentlich überhaupt nicht kann. Bis heute nicht. Nur weil ich glaubte, das auch zu wollen. Weil man das eben mal gemacht haben muss und weil es andere können. Aber in Wahrheit will ich den Scheiß nicht. Und wollte ich auch nie. Wozu auch? Ist man danach um irgendetwas reicher, was es nicht auch woanders gibt? Spaß mit Menschen? Den habe ich auf meine Weise und dann tausendmal intensiver und ehrlicher. Ohne Alkohol. Und ohne am nächsten Tag nicht mehr richtig zu wissen, wie der Abend war.

Es wird mir nie wieder passieren, dass ich mich verbiegen muss. Und versuchen muss, irgendwo rein zu passen. Irgendwo, wo ich weder jemals richtig reinpassen kann, noch will. Es gibt genug Orte und Menschen, an die ich passe. Das weiß ich jetzt.

2 thoughts on “Als ich herausgefunden habe, was ich mit Mutismus möchte

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