Leben

Auf dem Markt einkaufen

Erdbeeren

Heute hab’ ich auf dem Markt Erdbeeren gekauft. Weil ich so Lust drauf hatte und weil sie frisch vom Feld, aus der Region, am besten schmecken. Und ich schreibe darüber, weil ich bisher noch nie etwas vom Markt gekauft habe. Weil auf dem Markt einkaufen wie dieses hier ist. Eben, weil dort viele Menschen sind und gerade Obst- und Gemüsestände groß sind. Meistens irgendwie breit, sodass man auch noch arg laut reden muss und manchmal muss man auch auf sich aufmerksam machen. Weil viele Menschen und vielleicht auch wenig Verkäufer. Also irgendwie mitteilen, dass man das jetzt haben will, muss man. Deswegen habe ich da noch nie etwas gekauft. Ist irgendwie, so blöd, das auch klingt, sehr komplex und kompliziert. So durcheinander. Letztes Jahr wollte ich schon mal  frisches Gemüse kaufen und bin dann einfach nur über den Markt gegangen. Hab’ mich nicht getraut. War mir zu wirr.
Und heute eben Erdbeeren. Weil ERDBEEREN!! War gar nicht so viel los, wie beim letzten Mal. Vielleicht lag’s an dieser unsäglichen Hitze heute. Jedenfalls wurde ich einfach beim Gucken schon angesprochen, was ich denn möchte. Und deswegen hab’ ich einfach gesagt, was ich möchte und mein Schälchen Erdbeeren bekommen. Gar nicht mal so wirr und kompliziert gewesen. Und deswegen war’s sicher nicht das letzte Mal, dass ich auf dem Markt diese göttlichen Erdbeeren gekauft hab’.

Leben

Referat zwei

Referat zwei ist jetzt auch um. Referat zwei war in einer Vierergruppe, also mit mir, waren es noch drei andere, und eine von da war auch dabei, weil’s das gleiche Modul war. Deswegen hab’ ich mich schon ziemlich blöd gefühlt. War angespannt und so bemüht etwas zu sagen, dass es beinah schon irgendwie krampfhaft war. Schlimmer als sonst sogar. Weil ja nicht wieder gedacht werden sollte, dass ich nicht reden kann. Oder noch schlimmer, ich nicht mitarbeiten möchte. Nach dem ersten Treffen, wo das Thema aufgeteilt wurde, haben wir den Rest dann per e-Mail geklärt. Hab’ versucht extra viel zu schreiben, damit auch ja jeder merkt, dass ich zwar nicht so viel rede, aber sehr wohl beteiligt sein möchte. Funktionierte auch ganz gut. Und beim Treffen, um das Referat nochmal zu besprechen, fehlte – für mich glücklicherweise – die vierte. Da war’s dann irgendwie noch leichter.
Das Referat war in Ordnung. (Ihr merkt, ich bin immer so selbstkritisch.) Jedenfalls fällt mir nichts ein, was ich hätte besser machen können. Hab’ sogar gut drauf reagiert, als meine Weltkarte an der Wand ganz anders aussah, als auf dem Laptop. Das was ich zeigen wollte, war nämlich nicht mehr markiert und ich konnte meine vorher geübten Sätze nicht mehr gebrauchen. Blöder Beamer. Weil so blass markiert war das in der Präsentation gar nicht.
Die Diskussion riss eine andere Studentin an sich. Macht sie wohl gern. Soll’s geben. War allen recht. Mir besonders. Also war das zusammenfassend mal ein “entspanntes” Referat. Und ich hab’ nachgedacht, ob ich vorher nur noch aufgeregt war oder ob ich wieder nur am Aushalten und Atmen war. Ich glaube, ich war “nur” aufgeregt. Völlig normal und cool. Funktioniert.

Leben

Referat eins

Referat eins in diesem Semester hab’ ich erfolgreich hinter mich gebracht. Referat an sich geht ja. Das ist einfach nur noch, wie ein automatisches Programm, weil ich es vorher einfach übe. Gar nicht mehr so eine große Sache. Fast schon mit links, wenn ich mir meiner Sache sicher und überzeugt von mir bin.
Nur es war wieder mit Diskussion. Hatte mir zwei Diskussionsfragen überlegt und dann hört es auch schon auf. Weil Diskussionen kein automatisches Programm sind. Ich weiß ja logischerweise gar nicht, was sie antworten. Wie sie reagieren. Und ob sie überhaupt antworten. Deswegen Panik.
Aber im Nachhinein haben sie tatsächlich geantwortet. Und ich stand im Nachhinein auch tatsächlich ganze fünfundfünzig Minuten vorn, wovon mein Referat eigentlich nur fünfundzwanzig Minuten dauerte. Deswegen haben sie eigentlich sogar jede Menge geantwortet. Pessimistisch gesehen, ärgert mich nur, dass ich mich so schlecht darauf konzentrieren konnte und nur die Hälfte mitbekommen habe. Vor Aufregung eben. Und irgendwie ärgert mich auch, dass ich selbst wahrscheinlich viel weniger mitdiskutiert habe, als die anderen Studenten bei ihren eigenen Referaten. Andererseits, hab ich jetzt an zwei Wochenenden 25 andere Referate gehört, da wird sicher auch jemand wenig mitdiskutiert haben. Realistisch gesehen.
Optimistisch gesehen, freue ich mich darüber, dass ich tatsächlich zweimal doch etwas sagte. Einmal meine Meinung und einmal habe ich die Frage in die richtige Richtung gelenkt, als ich gemerkt habe, dass sie irgendwie völlig abgewichen sind.
Pessimistisch, realistisch und optimistisch gesehen, macht es das im Mittel dann vielleicht gut. In Noten weiß ich’s im September. Oder so.

Gedanken

“Hätte ich gewusst, dass ich ihn heute, vor vier Jahren, das letzte Mal in meinem Leben gesehen habe, wäre ich nie gegangen. Nie.”

Goodbye

Ich vermisse ihn. Auch wenn’s nun schon 4 Jahre her ist. Und nur noch ein Jahr, dann ist er genauso lang weg, wie ich überhaupt bei ihm war. Aber trotzdem vermiss’ ich ihn genauso, wie davor. Und kein bisschen weniger.
Ich hab’s heute geschafft, ein bisschen in alten Blogeinträgen zu lesen. Die letzten Einträge über meine Therapie. Und die Einträge, als er gestorben ist und die Einträge der Zeit danach. Sogar die  letzte und einzige e-Mail, die ich ihm geschrieben habe, hab’ ich gelesen. Und dann war die Gelähmtheit wieder da. Weil sowas auch nicht weggehen kann. Versteckt sich mit der Zeit nur, damit alles weitergehen kann. Ich kann das noch genau fühlen wie’s war. Wie aufeinmal alles durcheinander war und plötzlich rechts nicht mehr rechts war und oben auch nicht mehr oben. Es war so, als stimmten aufeinmal irgendwelche Regeln und Gesetze nicht mehr. Es war so unfassbar. So unglaublich durcheinander. Und es tat so unglaublich weh. So Schmerzen hatte ich bisher noch nie gefühlt.

Noch heute stelle ich mir manchmal vor, wie ich wieder in seinem Büro sitze. Auf dem Stuhl, auf dem ich fünf Jahre lang saß. Habe die Bilder an der Wand im Kopf und seinen Schreibtisch, weil ich alles in seinem Büro oft und lang genug angestarrt habe, wenn ich mal nicht sprechen konnte. Stelle mir vor, wie ich ihm etwas erzähle. Eben so, wie ich mir damals immer die Gespräche im Kopf ausgemalt hatte, wenn es darum ging ein Thema für die nächste Therapiestunde zu finden. Nur heute ist es nicht mehr regelmäßig. Heute hat es mehr etwas von, nach Monaten wieder einen Termin haben und einfach erzählen, wie es geht. Was ich mache. Wo ich wohne und wie ich jetzt lebe. Und dann hab’ ich immer sein Lächeln im Kopf, wie er eben lächelte, wenn ich etwas erzählte. Sein Lächeln, irgendwie voller Stolz und bis über beide Ohren, wenn er es als riesen Fortschritt fand und ich es immer wieder versuchte kleiner oder als nichts Besonderes zu reden. Genau so hab’ ich ihm im Kopf.

Ich hätte gern noch so viel gemacht bei ihm. Hätte gern mal so richtig mit ihm diskutiert. Oder mit ihm geschimpft. Oder ihn angeschrien. Er hätte sich gefreut. Dann hätte er wieder bis über beide Ohren gelächelt und ich hätte dann gern richtig laut los gelacht, weil ich ihn angeschrien habe. Oder so richtig bitterlich geweint. Das hätte ich auch gern. Und nicht nur immer abgebrochen, wenn ich merkte, da kamen Tränen. Ich wäre gern so richtig ich gewesen, wisst ihr. So hundertprozentig ich. Das Geschenk hätte ich ihm gern gemacht.

Das war schon was Eigenartiges. Er und ich. Das war schon typisch irgendwie. So vertraut. Und das hat gut funktioniert. War eine gute Arbeitsatmosphäre. Perfekt irgendwie. Ein richtig gut eingespieltes Team eben.

All das schreibe ich hier, weil er nicht vergessen werden soll. Weil es das alles hier ohne ihn nicht geben würde. Meine ganzen Buchstaben hier. Weil er so prägend war und so wichtig für mich. Und weil ich, denke ich, jetzt ganz anders wäre, hätte ich ihn nicht gehabt.
Vielleicht geht es ein bisschen weit. Sowas zu sagen. Weil er nur therapiert hat, mehr nicht. Aber ich denke eben, ich wäre ganz gewaltig anders, wenn er nicht gewesen wäre. Weil nur therapieren eben irgendwie Händereichen ist. Hände, die man zwar selbst nehmen muss, aber sie müssen eben auch richtig gereicht werden. Nicht zu früh, nicht zu spät. Mal mehr, mal weniger. Und mal die rechte und eben auch mal die linke.
Und ich schreibe das hier, weil ihr lesen sollt, wer mich hier hin begleitet hat. Wer er ist und, dass es ihn gab. Meinen Weltbesten.

Leben

Ich bin registriert

DKMS

Heute hab’ ich mich registrieren lassen. Weil ich das ja mal machen wollte und es deswegen auf meiner 101-Liste steht. Hatte zuvor schon im Internet geschaut und überlegt, ob ich das über das Internet machen sollte. Zufälligerweise war heute eine Registrierungsaktion an meiner Uni. Wirklich in Erwägung gezogen, hinzugehen, hatte ich aber nicht. Weil Angst, weil schwierig, weil ich nicht weiß, wie es funktioniert und was passiert und weil Menschen und reden eben.
Heute Morgen fragte mich dann eine Kommilitonin aus meinem Seminar, ob ich auch mit möchte. Sie geht mit noch einer anderen Kommilitonin hin. Nagut. War ich dabei.
War ziemlich viel los da. War in einem Seminarraum. Erst musste man Mund ausspülen und dann anstehen. Gab zig Tische mit Helfern, die die Formulare ausfüllten und Wattestäbchen austeilten, um den Wangenschleimhautabstrich zu machen. Vielleicht zwanzig oder so. Da wollte ich schon am Liebsten wieder gehen. Gut, dass die anderen beiden dabei waren, denn ich hatte ja auch keinen glaubhaften Gehgrund. Stand dann also an und wartete und konnte dann schon beobachten, wie das so abläuft. Personalausweiß geben, Wattestäbchen bekommen, Abstrich machen während der Helfer einen Zettel ausfüllt, dann den ganzen Papierkram bekommen, woanders wieder abgeben, um eine Spende gebeten werden, zur Party eingeladen werden und fertig. Sah einfach aus. War dann auch genauso. Gefragt, ob ich Fragen habe, wurde ich noch. Aber da ich das ja schon alles im Internet gelesen hatte, hatte ich auch keine. Fühlte sich bescheuert an, mit zwei Wattestäbchen im Mund da zu sitzen. Eins rechts und eins links. Aber ging irgendwie. Und es waren ja auch noch zig andere im Raum, die selbiges taten. Naja.
Jedenfalls bin ich dann mal registriert und kann vielleicht jemandem helfen…

Leben

Neue Brille

Ich hab’ seit ein paar Tagen meine neue Brille.
Ob ich sie toll finde, weiß ich noch nicht so richtig. Es gibt Zeitpunkte, da finde ich mich damit richtig hübsch. Dann mag ich sie und finde, dass sie auch zu mir passt. Und dann gibt es wieder Zeitpunkte, wo ich denke wasumGottesWillenistdainmichgefahren. Gefällt mir nicht und passt irgendwie nicht. Obwohl mein Bauchgefühl beim ersten Eindruck, bei ihr, das beste war.
Sie ist eben brilliger. Also eher auffällig und man sieht sie halt sofort. Vielleicht ist’s Gewöhnung. Weil sie irgendwie eine andere Person macht und ich nun doch seit fast 4 Jahren Kontaktlinsen trage. Aber das möchte ich jetzt wieder lassen. Vielleicht mag ich sie bald hundertprozentig. Oder ich brauche eine Zweitbrille. Für die Tage, an denen mir nach weniger Brille ist. Oder halt doch Kontaktlinsen. Mal sehen.
Überlege mir auch die Haare wieder richtig dunkel zu färben. Deswegen steht’s auch auf meiner Liste. Weil das stelle ich mir hübsch vor und ich hab’ Lust auf anderssein. Nur, wie ich mich mit dem Anderssein unter Menschen traue, die mich jetzt schon kennen, ist mir noch ein Rätsel. Das finde ich wahnsinnig schwierig. Auch mal sehen. Aber bleibt mir dann ja auch nichts anderes übrig.

Ich bin jedenfalls froh endlich wieder eine Brille zu haben. Denn mit der alten habe ich nicht mehr gut gesehen und es war irgendwie lästig wirklich immer Kontaktlinsen tragen zu müssen, weil sie eben stärker waren. Und hübscher als die alte Brille finde ich sie allemal. Und froh bin ich, diesen Mutismusberg endlich erstmal wieder hinter mir zu haben. Denn natürlich ist Brillemachenlassen schwierig. Aber so im Nachhinein ging’s ganz gut. Die Läden waren alle groß genug, sodass man gut erstmal nur gucken und innendrin für sich schonmal allein gut auswählen konnte. Früher, bei dem Kleinstadtoptiker, war man nämlich meist der einzige Kunde, der grad da war und wurde dann natürlich von vorne bis hinten beraten. Dann wurden immer zig Brillen herbei geholt und ich wusste dann wegen des ganzen Mutismusmists überhaupt nichts mehr. Und sagen konnte ich das dann sowieso nicht richtig.
Diesmal hab’ ich vorausgesucht und als dann die Beratung kam, wusst’ ich dann ganz gut, was mir gefällt und was nicht. Deswegen war’s im Nachhinein mal wieder weniger schlimm, als vorher ausgemalt. Am schwierigsten war tatsächlich, wie bei wahrscheinlich jedem anderen Menschen auch, das Entscheiden.
Und auch das Abholen hat ganz gut geklappt. Überlege jetzt, ob ich noch eine Sonnenbrille brauche. Sozusagen Brille 2.0, weil Sonnenbrillen nicht so essentiell sind, wie normale Brillen und ich wegen dem ganzen Angstmist meistens nur das Nötigste mache. Wieder mal sehen.

Gegönnt habe ich mir, zur Belohnung oder einfach so, weil ich mit mir immer so geizig bin, das Etui auf dem Foto und somit zwei weitere Dinge auf meiner 101 in 1001 Tagen-Liste erfüllt bzw. abgehakt.

Eulen-Brillenetuihttp://de.dawanda.com/shop/Filzmanufaktur

Leben

Gruppenarbeit

Vor einigen Tagen gab’s im Studium mal wieder eine Gruppenarbeit. Sie war blöd. Deswegen schreib’ ich drüber. Weil gesagt hab’ ich kein einziges Wort. Den ganzen Vormittag lang nicht. Nur einmal etwas. Aber das passte auch nicht zum Thema und das war, weil sich ein paar gerade darüber unterhalten hatten. Habe ich eigentlich nur so gesagt, damit die anderen überhaupt wissen, dass ich sprechen kann. So blöd das auch klingt. Es ging um die neuen Fünfeuroscheine. Dass sie komisch aussehen. Aber eigentlich hätte ich mir das auch sparen können. Einen blöden Eindruck haben sie nach diesem Tag sowieso.
Es war aber auch eine ziemlich unglückliche Gruppenarbeit für mich. Weil die Gruppe gleich mal aus neun Studenten bestand und neun einfach keine hübsche Zahl ist. Das, was mir einfiel, wurde immer schon von anderen gesagt und meistens fiel mir auch gar nicht viel ein. Weil bei neun, habe ich irgendwie ein Blackout und auch keine Meinung. Kann nicht nachdenken. Und dann war das Thema auch nicht unbedingt mein Thema. Sondern eins, mit dem ich mich nicht so gut auskenne und wenn ich unsicher bin, kann ich noch schlechter reden.
Doofer Tag. Alles doof. Bin genervt und so eine schiefgelaufene Situation hat mal wieder einen viel zu hohen Stellenwert in meinem Kopf. Wo sind die ganzen anderen Gruppenarbeiten hin, die funktioniert haben?

Tipps

Tipps zum Umgang mit Mutismus

  • sich mit der Umgebung vertraut machen/ an sie gewöhnen
    Das hat mir irgendwie immer ein bisschen geholfen. Ich hab’ es früher immer scherzhaft “Lage checken” genannt. Aber nützlich finde ich es tatsächlich. Auch heute ist es noch wichtig für mich, wie ich zum Beispiel hier auch schonmal drüber geschrieben habe. Es fällt mir viel leichter mich in eine Alltagssituation zu begeben und zu sprechen, wenn ich weiß, wie der Ort aussieht, was mich erwartet und vor allem mit wem ich dann sprechen muss. Oft suche ich dann  danach auch die Orte aus. Kann ich vorher reingucken, gehe ich zum Beispiel eher in ein Geschäft, als in Geschäfte mit verschlossenen Schaufenstern. Manchmal, wenn möglich, gehe ich auch vorher einfach schonmal hin, um zu sehen, wie es dort aussieht, um es dann später nicht suchen zu müssen, was mir dann in der tatsächlichen Situation jede Menge Stress erspart.

weitere Tipps

Gedanken

Dorfleben

Dorfleben

Ich bin ein Dorfmädchen. Aus einem 300 Einwohner Dorf. Es gibt keinen Supermarkt, keinen Bäcker, keine öffentlichen Verkehrsmittel, eigentlich gibt’s gar nichts. Außer Bäume, Wiesen, Flüsse und Tiere. Ist vielleicht nett für Kinder, aber für mich ist das nichts. Ich kehre dahin nicht mehr zurück. Weil Idylle war es nur von außen. Optisch gesehen. In ein Dorf ist man entweder integriert oder man ist es nicht. Ich war es nicht. Entweder man macht das mit, was da so jeder tut, Kirmes, “Sportverein” respektive Biertrinken oder wasweißich, oder man gehört eben nicht dazu. Und ich war schon immer anders. Und wenn man anders ist, hat man in einem Dorf herzlich wenig Möglichkeiten. Man ist eben allein. Und ohne Supermarkt, Bäcker, öffentliche Verkehrsmittel noch mehr.
Geredet wird natürlich auch. Ich weiß nicht, was ich schon alles war. Dabei war ich eigentlich nur anders, still eben. Mitbekommen habe ich die Satanistin. Und wahrscheinlich weiß niemand von ihnen, was dieser Satanismus so genau überhaupt ist. Dabei wurde ich genauso konfirmiert, wie jeder andere dort auch und so arg schwarz war mein Kleiderschrank gar nicht. Aber man sagt’s halt. Andere Menschen sind Satanisten.
Ich hasse tratschende Menschen. Aber die hat man überall. Nur in größeren Orten gibt es noch genug andere Menschen. Eben auch andere “Satanisten”. Da kann man sich die Menschen einfach aussuchen und tratschende Menschen tratschende Menschen sein lassen. Deswegen möchte ich in Zukunft eher in einer Mittelstadt wohnen. Wenn ich es mir aussuchen könnte. Vielleicht am Stadtrand. Weil Bäume, Wiesen, Flüsse und Tiere mag ich ja eigentlich immer noch. Optisch bin ich innendrin schon ein bisschen Dorfmädchen. Und Dorfmädchen passen nicht in Großstädte. Aber mit dem Kleindorfleben kann ich nichts anfangen. Familientechnisch gehörte ich schon nie dazu. Weil in Dörfern ist natürlich jeder miteinander verwandt. Weil die meisten gar nie wegziehen und im Haus der Eltern ihre Familie gründen. Sodass man sich schon Gedanken machen muss, ob der Vater nicht aufeinmal auch der eigene Großcousin ist. Und meine Eltern zogen als Fremde schon einfach dazu. Fast unfassbar eigentlich.
Wenn ich heute manchmal noch durch das Dorf gehe, beim Besuch meiner Heimat, werde ich so penetrant angestarrt, dass man meinen könnte, die Menschen vergessen dabei das Atmen. Oder ihnen würden gleich die Augen aus dem Kopf fallen. Wahrscheinlich weil sie überlegen müssen, wer ich bin. Zu welchem Haus ich gehöre. Und wenn es ihnen dann einfällt, wer ich sein könnte, wird wieder getratscht. Aber das macht heute nichts mehr. Weil, ich bin etwas Besseres. Nämlich die studierte Satanistin aus der Stadt.

Leben

Geschützt: Ärztegedöns

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Blog

101 Dinge in 1001 Tagen

Solche Listen habe ich jetzt schon einige Mal in anderen Blogs gesehen und ich dachte, ich mach’ das auch einfach mal. Sinn der ganzen Aktion ist es, 101 Dinge zu finden, die man in 1001 Tagen (oder 2,75 Jahren oder 33 Monaten) erledigen möchte. Ein paar meiner Dinge sind Mutismusdinge, aber auch ganz gewöhnliche Dinge. Ich bin gespannt, wie viel ich am Ende der Zeit abgehakt habe und werde die Fortschritte und manchmal Fotos dazu hier festhalten oder verlinken (die unterstrichenen Zahlen dahinter sind Links).

 

Beginn: 15. Mai 2013
Ende: 10. Februar 2016

 

turn Studium/ Beruf

001. meine letzten Module bestehen (0/4)
002. ein Masterarbeitsthema finden
003. eine Masterarbeit schreiben und das Studium beenden
004. irgendwo einen Job finden und Geld verdienen
005. einen Volkshochschulkurs besuchen

 

turn Menschen/ Unternehmungen/ Reisen

006. ein Picknick mit Freunden oder zu zweit machen
007. jemandem ein super Überraschungsgeschenk machen
008. ein südliches Land besuchen, was ich noch nicht kenne (Österreich, Griechenland, Italien)
009. ein nördliches Land besuchen, was ich noch nicht kenne (England, Irland, Finnland)
010. mal wieder fliegen
011. Familie vom HERZMENSCH in Kopenhagen besuchen
012. mehr Zeit mit den Familien verbringen
013. mal in eine Therme oder schwimmen gehen ohne sich blöd zu fühlen
014. auf einen Flohmarkt gehen und etwas kaufen yes klick
015. die Lieblingskommilitonen aus der alten Studentenstadt wiedersehen
016. den Kinomensch mal wieder treffen
017. ins Café de Paris gehen und einen Kaffee trinken
018. wieder mehr ins Kino gehen (0/20)
019. barfuß im Meer spazieren gehen
020. wieder geocachen
021. zusammen mit dem HERZMENSCH Age of Empires II spielen yes klick
022. zum Taizé Gebet gehen
023. eine Silvesterstädtereise machen
024. mit einer Decke auf einer Wiese liegen und lesen
025. wieder fotografieren und ein bisschen technisches Gedöns dazu lernen
026. mal wieder etwas malen oder zeichnen
027. 5 Kilometer am Stück joggen können
028. 10 Kilometer am Stück joggen können
029. verschiedene Weihnachtsmärkte besuchen (0/5)
030. mal selbst Cabrio fahren und dabei cool aussehen
031. Lost Places besuchen (2/4) 1, 2, 2
032. meine Tante in M. besuchen
033. mit dem HERZMENSCH zusammen ein Buch lesen (sich gegenseitig vorlesen)
034. am Strand schlafen
035. einen Wiesenblumenstrauß pflücken
036. einen Laubhaufen machen und danach reinhüpfen
037. einen Schneemann bauen
038. die BESTE  mal wieder treffen
039. Granny Squares Topflappen häkeln
040. den Wolf in G. besuchen
041. den Mann mit der weltschönsten Stimme wieder live hören
042. auf einen Baum klettern
043. Messen, die mit meinem Beruf zu tun haben, besuchen (0/2)

 

turn Essen/ Trinken

044. mich alle zwei Wochen einen ganzen Tag lang vegan ernähren (2/71) 1, 2
045. ein Rezeptbuch mit meinen Lieblingsrezepten zusammenstellen
046. mal Limonade selbst machen
047. einen Sandwichtoaster kaufen und verschiedene Sandwiches ausprobieren
048. wieder mal Ravioli oder Tortellini selbst machen
049. einen Regenbogenkuchen backen
050. „anspruchsvolle“ Cupcakes oder Muffins backen und hübsch dekorieren
051. viele neue Käsesorten probieren 1
052. ein Lebkuchenhaus backen
053. Sushi selbst machen
054. eine Gemüse-/Obstkiste abonnieren

 

turn Aussehen

055. wieder mal Haare färben oder tönen yes klick
056. mir das Fingenägelkauen bei Angst abgewöhnen
057. und sie dann mal lackieren
058. einfach so ein Kleid kaufen und tragen
059. eine neue Brille machen lassen und sie tragen yes klick und klick
060. mehr aus dem Aussehen machen und mutiger sein
061. mir eine neue Tasche kaufen
062. verschiedene Frisuren ausprobieren und damit raus gehen

 

turn Für mich/ Sonstiges

063. regelmäßig zu Vorsorge-/Kontrolluntersuchungen gehen (1)
064. zum Arzt gehen, wenn ich krank bin
065. einen ganzen Tag im Bett verbringen
066. etwas im Blog verlosen
067. ein Buch mit J. schreiben
068. einen Organspendeausweis haben yes klick
069. mich für die DKMS typisieren lassen yes klick
070. entspannen lernen, vielleicht Yoga oder Autogenes Training ausprobieren
071. ein neues Smartphone kaufen yes klick
072. Urlaubsfotoalben auf den neusten Stand bringen
073. Fotos aus der Vergangenheit aussortieren
074. andere Dinge, die ich nicht mehr brauche, ausmisten
075. mir selbst eine Postkarte aus dem Urlaub mit schönen Erinnerungen schicken
076. ehrlich sein, wenn ich nach meiner Meinung gefragt werde und nicht das sagen, was andere hören wollen oder was sie nicht verletzt
077. einen ganzen Tag lang eine Serie oder einen mehrteiligen Film gucken
078. den Balkon für den Sommer hübsch machen (0/2)
079. einen Roman auf Englisch lesen
080. zum Friedhof fahren und den Weltbesten besuchen
081. mehr zu meinen Prinzipien stehen
082. besser mit Menschen abschließen können
083. meine Kaffeepflanze zum Blühen bekommen
084. und Kaffeekirschen ernten
085. ein komplettes Hörbuch hören ohne dabei einzuschlafen
086. ein vierblättriges Kleeblatt finden
087. mehr kleine to do Listen für den Tag machen und versuchen weniger zu prokrastinieren
088. Bücher lesen, die keine Romane sind (z.B. gesellschaftliches Thema, Biografie usw.) (0/5)
089. verschiedene Dokumentarfilme gucken (1/10) 1
090. mir mindestens alle zwei Monate etwas nur für mich gönnen (1/16) 1
091. mich jeden Tag einmal selbst im Spiegel anlächeln (35/1001)
092. versuchen mir nicht immer zu viele Gedanken zu machen
093. jeden Tag genießen und etwas Positives finden (35/1001) 23, 11, 12, 13, 1819 2129, 323335

 

094. mir einfach mal so etwas vom indischen Imbiss zum Mittagessen holen
095. Trauzeugin sein
096. Gitarre spielen lernen 1

 

097. fünf Dinge ergänzen dürfen
098. -
099. -
100. -
101. -

Unmutistisches

Zuhause

Küche

Ich mag unsere Wohnung sehr. Weil sie irgendwie ein Erholort für mich geworden ist. Zum Nachhausekommen, verkriechen und Kräftesammeln. Sie ist nicht mehr eine kleine, doch irgendwie chaotische Studentenwohnung, wo man eigentlich nur zum Studieren wohnt. Wo alles irgendwie noch so durcheinander ist, so vorübergehend. (Auch wenn wir hier vielleicht auch nicht wirklich lange wohnen werden.) Wo im Kühlschrank nur solche Lebensmittel sind, die man allein in relativ kurzer Zeit verbrauchen kann, weil sie sonst schlecht werden. Und der erste Gedanken beim Einkaufen dann eben nicht ist “habe ich darauf Lust”, sondern “kriege ich das allein weg”. Oder wo sich Oster- und Weihnachtsdekoration nicht lohnen, weil man sie sowieso kaum sieht. Und wo alles irgendwie so zusammen gewürfelt ist und man überhaupt froh ist, erstmal das Wichtigste zu haben. War ein tolles Gefühl, die erste eigene Wohnung, keine Frage. War toll überhaupt einen eigenen Kühlschrank zu haben. Und auch toll das Gefühl, nun selbstständig zu sein. Noch mehr Entscheidungen treffen zu können. Solche ganz simplen. Was zum Beispiel, wo an welche Wand gehängt wird. War toll keine Angst mehr zu haben, dass man mit 30 den Absprung noch nicht geschafft hat und nicht erwachsen werden kann. Aber hier kann man dann doch eher wohnen.

Wir haben eine Waschmaschine und kein Taschengetrage mit Wäsche mehr. Und Platz für ein Bügelbrett und Wäscheklammern haben wir auch. Und auch eine Badewanne, in der man auch mal baden möchte und ein bisschen liegen kann. Entspannungsgedöns, wie Kerzen passen auch hin. Eine Küche, in der man sich aufhalten und kochen kann und nicht mehr in klaustrophobische Zustände versetzt wird. Einen Esstisch, an dem man essen kann. Sogar mit vielen. Wir haben Farben an den Wänden. Streifen, Quadrate, halbe Wände und Zimmerdecken. Und schöne Beleuchtung. Lichterketten, LED’s, die was anstrahlen und nicht so helles Licht zum Fernsehen. Die Kissen passen zum Sofa, der Teppich zu den Möbeln und die Wand zum Sofa und der Riesensitzsack zum Einlümmeln auch. Passt für mich alles irgendwie. Fühle mich wohl. Und ich finde irgendwie spiegeln so Wohnungen das Innendrin ein bisschen wider. Habe weniger Chaos innendrin. Und egal, in welcher Stadt die Wohnung steht und irgendwann vielleicht mal Möbel ausgetauscht werden, ich hab’ mein Zuhause gefunden.

Gedanken

Gutgehen

Frühling

Und wenn ich’s nicht besser wüsste, würde ich sagen, es ist das Wetter. Der Frühling. Aber eigentlich mag ich den Winter viel lieber und Wintergrummeligkeit kenn’ ich gar nicht. Deswegen muss es etwas anderes sein. Irgendwas was da war und jetzt weg ist.

Vielleicht das letzte Semester, denn irgendwie war’s doof. Ich weiß gar nicht warum, aber irgendwie hab’ ich mich damit nicht so wohl gefühlt. Find’ auch, dass ich mich zurück gezogen habe. Bin gar nicht mehr auf andere zugegangen und war eher genervt, wenn jemand etwas wollte oder ich irgendwo hin sollte. Irgendwie isoliert. War froh, wenn ich immer möglichst schnell zu Hause war. Hatte keine Lust auf Kaffee und auch keine Lust auf Mittagessen. Und das will ich jetzt nicht mehr so haben. Vielleicht weil es mein letztes Semester mit Modulen in meinem Leben sein wird. Vielleicht, weil ich es genießen möchte und es einfach schön sein soll. Oder vielleicht weil heute Montag ist und Montag, nach dem Mistmontag im letzten Semester, mein neuer Lieblingstag ist. Weil ich heute eine schöne Vorlesung hatte, ein leckeres Mittagessen mit netten Menschen, schon auf dem Balkon gesessen und Kaffee getrunken habe und weil ich dabei die Nachbarsmiezekatze beobachtet habe, wie sie um die Autos vor den Garagen getigert ist. Und weil wir schon Babysonnenblümchen auf dem Balkon haben und überhaupt und ich, gleich, nach diesem Eintrag, der BESTEN auf ihre e-Mails antworten werde und danach dann meine einfach so gekaufte Nussecke (beim Bäcker wohlgemerkt) essen und etwas lesen werde.

Oder vielleicht auch einfach weil im letzten Semester etwas zu viel war. Irgendwas, was zu schwer für mich war. Und dabei meine ich noch nicht mal meine Module, denn sowas kenn’ ich gar nicht anders. Das ist immer schwer. Sondern irgendwas anderes in meiner Umgebung, weswegen ich keine Lust auf Rausgehen und Unternehmen hatte. Aber eigentlich ist’s auch egal. Es ist weg, mir geht’s wieder gut und das ist wichtig.

 Hallo neues, letztes Semester.

Unmutistisches

Lebenswert #13

tears on tape

das neue Album vom Mann mit der weltschönsten Stimme ist heute bei mir angekommen und es jetzt rauf und runter und rechts und links hören und dabei Herz haben

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