Mutismus
lateinisch: mutitas Stummheit; mutus stumm.
Man unterscheidet zwischen totalem- und selektivem (auch elektivem) Mutismus. Vom totalen Mutismus spricht man, wenn Betroffen vollkommen schweigen, wogegen beim selektiven Mutismus in bestimmten Situationen oder mit bestimmten Personen gesprochen wird. Dies können Familie, Freunde, enge Bekannte oder Bezugspersonen sein. Dagegen herrscht beispielsweise im Kindergarten oder in der Schule, in Alltagssituationen oder bei fremden Menschen Schweigen.
Ursachen
Die Ursachen von Mutismus können verschieden sein. Als Hauptursachen werden familiäre Probleme, angeborene Schüchternheit, Gehemmtheit oder andere Sprachentwicklungsstörungen, wie z.B. das Schämen wegen der eigenen Stimme zusammengefasst. Aber auch eine Angststörung (soziale Phobie) vor unbekannten Situationen oder Menschen ist eine sehr häufige Ursache.
Folgen
Folge des Mutismus kann ein geringes Selbstbewusstsein sein. Die Betroffenen leiden unter Sozialangst und ziehen sich zurück. Sie haben Probleme in der Schule oder im Beruf. Oft können auch Depressionen, selbstverletztendes Verhalten bis hin zu Suizidgedanken auftreten.
Mutismus wird selten diagnostiziert, da er oft nicht bemerkt wird. Je später Mutismus erkannt wird, desto länger und zeitaufwendiger ist die Therapie. Sie erfolgt sprachtherapeutisch, psychotherapeutisch oder auch psychiatrisch.
