- Gruppenaktionen mit Bezugspersonen zusammen machen
Hätte ich mir in der Schule manchmal sehr gewünscht. Weil Gruppenarbeiten schon so schwierig genug waren und dann war man meistens auch noch mit Menschen in einer Gruppe, mit denen man noch nie ein Wort gesprochen hat. Wenn ich mit einer Bezugsperson, mit der ich sprechen konnte, zusammen war, fiel es mir deutlich leichter auch mit den anderen aus der Gruppe zu sprechen. Mag vielleicht für den Betroffenen irgendwie zu einfach gemacht sein, aber bei “fremden” Gruppen habe ich meist kein einziges Wort gesagt und das war auch nicht sehr förderlich. - wenn etwas unerwartet gesagt wurde, keine großes “Theater” daraus machen
Das war mir immer ziemlich unangenehm, wenn es mal vorkam, dass ich doch unerwartet gesprochen habe. Dann kamen solche Kommentare, wie “du kannst ja doch sprechen” oder “oh, sie spricht”. Je länger ich geschwiegen habe, desto mehr habe ich darüber nachgedacht, was die anderen wohl denken würden, würde ich nun plötzlich etwas sagen. Und irgendwann bekam das einen großen Stellenwert und umso schwieriger wurde es.
Also, wenn möglich nichts dazu sagen und nicht anmerken lassen, wie erstaunt man über die Worte ist.
Tipps zum Umgang mit Mutismus
< Betroffene, Eltern, Familie, Freunde, Lehrer, Mutismus, Schweigen, selektiver Mutismus, Sprechen >
23:52, 27. Februar 2010Anja /
Punkt 2 erlebe ich so auch immer wieder bei meinen Patienten. Das schönste, was in der Therapie passieren kann, ist, dass die ersten Worte ohne Verhandlung ganz spontan aus dem inneren kommen. Häufig ist es dann für den Therapeuten jedoch so überraschend, dass man sich wirklich zusammen reißen muss, um seine Freude über den Fortschritt nicht zu zeigen.
Ein schönes Beispiel dazu habe ich mit einem Zwillingspaar erlebt, das bei mir in Therapie ist. Dort ist der einen Schwester mal ein Wort bei der Lehrerin rausgerutscht. Dies haben die Eltern mitbekommen und es zugleich freudig zuhause thematisiert. Dies war ein Schock für beide Mädchen. Die eine geschockt über sich selbst, dass es ihr rausgerutscht ist und nun alle davon wissen (und alle evtl. Erwarten dass sie weiter spricht), und die andere, dass ihre Schwester den zwillingspakt (wahrscheinlich unbewusst) gebrochen hat. Seitdem spricht sie natürlich nicht in der Schule. Vielmehr verhandeln wir nun, wie ein Anfang in der Schule aussehen könnte.
12:09, 28. Februar 2010phasesoflife /
Das kann ich gut nachvollziehen.
Ich finde deine Tipps übrigens gut. So weiß man, wie man mit jemandem umgehen sollte, der Mutismus hat.
Liebe Grüße