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	<title>Mutismusblog &#187; Tod</title>
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	<description>Die Welt aus der Sicht einer Schweigsamen...</description>
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		<title>Präsentation</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jan 2012 17:37:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sab</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich wurde ausgelost eine Präsentation zu halten. Und irgendwie, innendrin, hab&#8217; ich&#8217;s ganz genau gefühlt, dass es mich trifft. Und &#8211; es mag albern klingen &#8211; aber ich glaub&#8217; dran, dass es der Weltbeste so eingerichtet hat. Weil er immer noch da oben ist und runterschaut und weil er weiß, dass es mir gut tut. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Ich wurde ausgelost eine Präsentation zu halten. Und irgendwie, innendrin, hab&#8217; ich&#8217;s ganz genau gefühlt, dass es mich trifft. Und &#8211; es mag albern klingen &#8211; aber ich glaub&#8217; dran, dass es der <a href="http://www.mutismusblog.de/danke/">Weltbeste</a> so eingerichtet hat. Weil er immer noch da oben ist und runterschaut und weil er weiß, dass es mir gut tut. Auch wenn ich höllisch schimpfe, die ganze Welt mal wieder unfair finde und ich mich mit meiner, eigentlich gar nicht vorhandene Pechsträhne, bemitleide.<br />
Weil er weiß, dass es mir hilft und mich vorwärts bringt. Und weil er weiß, dass ich das kann. Ich glaub&#8217;, er hat&#8217;s gemacht. Weil er noch da ist&#8230;</p>
 <p><a href="http://www.mutismusblog.de/?flattrss_redirect&amp;id=3330&amp;md5=8bdf5ec696580be46cd78b11f3a36acd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.mutismusblog.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Leserfragen zum Leben mit Mutismus</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Mar 2011 17:53:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sab</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fragen]]></category>
		<category><![CDATA[Mutismus]]></category>
		<category><![CDATA[selektiver Mutismus]]></category>
		<category><![CDATA[Therapie]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>

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		<description><![CDATA[Machst du zur Zeit eine Therapie? Wenn ja, welche? Nein, ich mache zur Zeit keine Therapie. Seitdem mein Therapeut gestorben ist, will und kann ich das irgendwie nicht mehr. Irgendwie ist die Traurigkeit über seinen Tod zu groß, als dass ich das könnte. Er war ein ziemlich wichtiger Mensch in meinem Leben. Ich kann mir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><span style="color: #888888;">Machst du zur Zeit eine Therapie? Wenn ja, welche?</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #000000;">Nein, ich mache zur Zeit keine Therapie. </span>Seitdem mein Therapeut <a href="http://www.mutismusblog.de/danke/">gestorben</a> ist, will und kann ich das irgendwie nicht mehr. Irgendwie ist die Traurigkeit über seinen Tod zu groß, als dass ich das könnte. Er war ein ziemlich wichtiger Mensch in meinem Leben. Ich kann mir nicht vorstellen nocheinmal jemandem so viel über mich zu erzählen und &#8220;mit mir arbeiten&#8221; zu lassen. Außerdem war er von Beginn an dabei und andere Therapeuten würden es deswegen und wie <a href="http://www.mutismusblog.de/einsam/">hier</a> schon darüber geschrieben sicherlich nie so ganz verstehen. Und irgendwie würde sich das auch so anfühlen, als würde ich ihn ersetzen. Und das ist er nicht. Ersetzbar.<br />
Ein wichtiger Grund ist allerdings auch, dass ich durch die Arbeit mit ihm jede Menge Dinge gelernt habe und denke, dass ich keine Therapie mehr brauche. Jedenfalls fällt mir nichts ein, wobei ich vorankommen möchte, was ich nicht selbst und ohne therapeutische Hilfe irgendwie meistern kann. Weil ich weiß, was ich dazu brauche und wie es funktionieren kann. Sprich er hat seine Arbeit ausgezeichnet gemacht. Weil, er war eben der Weltbeste.</p>
 <p><a href="http://www.mutismusblog.de/?flattrss_redirect&amp;id=2807&amp;md5=dcbea2f1f5475c7bcedb762447e5bc49" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.mutismusblog.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Einsam</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Feb 2011 18:05:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sab</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[einsam]]></category>
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		<category><![CDATA[Liebe]]></category>
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		<description><![CDATA[Irgendwie fühle ich mich ein bisschen einsam. Einsam, weil ich keinen Menschen mehr hab&#8217;, der mich mal einige Zeit lang begleitet hat. Ein Mensch, der weiß, wie es ist, der mich kennt und weiß, wie es in mir drinnen aussieht ohne, dass ich etwas sagen muss. Und ein Mensch, der miterlebt hat, was ich erlebt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Irgendwie fühle ich mich ein bisschen einsam. Einsam, weil ich keinen Menschen mehr hab&#8217;, der mich mal einige Zeit lang begleitet hat. Ein Mensch, der weiß, wie es ist, der mich kennt und weiß, wie es in mir drinnen aussieht ohne, dass ich etwas sagen muss. Und ein Mensch, der miterlebt hat, was ich erlebt habe.<br />
Klar kommen immer irgendwie neue Menschen dazu. Die auch sehr nah sein können. Aber am Anfang muss man immer erst erzählen und erklären. Und das ist irgendwie komisch. Die neuen Menschen können da (noch) nicht mitfühlen. Weil sie nicht wissen, wie es ist und war. Und irgendwie ist es auch komisch, dass sie in der Vergangenheit nicht dabei waren. Weil die Vergangenheit doch irgendwie wichtig ist. Deswegen bin ich ein bisschen einsam. Weil Menschen irgendwie kommen und gehen und man sich nur selbst bleibt. Und deswegen ist man irgendwie immer allein. Oder einsam.</p>
 <p><a href="http://www.mutismusblog.de/?flattrss_redirect&amp;id=2712&amp;md5=7c0a1ea6752be6dbeca3019da7480a40" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.mutismusblog.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>An deinem Grab</title>
		<link>http://www.mutismusblog.de/an-deinem-grab/</link>
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		<pubDate>Fri, 03 Dec 2010 06:31:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sab</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<category><![CDATA[Tränen]]></category>
		<category><![CDATA[Trauer]]></category>

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		<description><![CDATA[In meinem weißen Kleide stehe ich an deinem Grab unter der traurigen Weide, weil du einst verstarbst Starr steh&#8217; ich an diesem Ort verweile Tag und Nacht, gehe niemals fort, hab&#8217; so lang dich schon bewacht Mir steht die Trauer im Gesicht, fühle mich so leer, klage dennoch nicht nein &#8211; ich hab&#8217; kein Lachen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">In meinem weißen Kleide<br />
stehe ich an deinem Grab<br />
unter der traurigen Weide,<br />
weil du einst verstarbst</p>
<p style="text-align: center;">Starr steh&#8217; ich an diesem Ort<br />
verweile Tag und Nacht,<br />
gehe niemals fort,<br />
hab&#8217; so lang dich schon bewacht</p>
<p style="text-align: center;">Mir steht die Trauer im Gesicht,<br />
fühle mich so leer,<br />
klage dennoch nicht<br />
nein &#8211; ich hab&#8217; kein Lachen mehr</p>
<p style="text-align: center;">Ich steh&#8217; hier immerzu<br />
und lass dich nicht allein,<br />
will in deiner endlosen Ruh&#8217;<br />
für immer bei dir sein.</p>
<p style="text-align: center;">(12. April 2005)</p>
 <p><a href="http://www.mutismusblog.de/?flattrss_redirect&amp;id=2283&amp;md5=d0d59e0565fb6c40755e4f10a4fa9724" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.mutismusblog.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Millisekunde</title>
		<link>http://www.mutismusblog.de/millisekunde/</link>
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		<pubDate>Thu, 28 Oct 2010 18:24:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sab</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltagsszenen]]></category>
		<category><![CDATA[Alena]]></category>
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		<description><![CDATA[Es gibt keine Kurzfassung, da dies ein geschützter Artikel ist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<form action="http://www.mutismusblog.de/wp-pass.php" method="post">
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 <p><a href="http://www.mutismusblog.de/?flattrss_redirect&amp;id=2187&amp;md5=1fdbcfb72f165c7b0429e2a22460790c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.mutismusblog.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>† 07. Juni 2009</title>
		<link>http://www.mutismusblog.de/%e2%80%a0-07-juni-2009/</link>
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		<pubDate>Sun, 06 Jun 2010 23:05:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sab</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstiges]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute, da brennt bei mir überall eine Kerze für den Weltbesten&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute, da brennt bei mir überall eine Kerze für <strong>den Weltbesten</strong>&#8230;</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.mutismusblog.de/wp-content/uploads/2010/04/kerze.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1692" title="kerze" src="http://www.mutismusblog.de/wp-content/uploads/2010/04/kerze.jpg" alt="" width="292" height="389" /></a></p>
 <p><a href="http://www.mutismusblog.de/?flattrss_redirect&amp;id=1919&amp;md5=3f7d686a7aa3cfefa8e15bd66b7d2c8e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.mutismusblog.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Das letzte Mal</title>
		<link>http://www.mutismusblog.de/letztes-mal-therapie/</link>
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		<pubDate>Wed, 17 Feb 2010 16:07:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sab</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltagsszenen]]></category>
		<category><![CDATA[Alena]]></category>
		<category><![CDATA[Herr V.]]></category>
		<category><![CDATA[Kampf]]></category>
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		<category><![CDATA[Wut]]></category>

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		<description><![CDATA[Freitag, 16 Uhr und Alena stand vor der Tür zur Station 3 der psychiatrischen Klinik. Sie stand unter dem Vordach, die Tasche hatte sie auf die Bank gestellt. Und dort wartete sie. Es war Anfang Juni. Für Juni war es zu kalt und grau. Sie wartete und überlegte, wie auf der Zugfahrt, weiter, was heute [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Freitag, 16 Uhr und Alena stand vor der Tür zur Station 3 der psychiatrischen Klinik. Sie stand unter dem Vordach, die Tasche hatte sie auf die Bank gestellt. Und dort wartete sie. Es war Anfang Juni. Für Juni war es zu kalt und grau. Sie wartete und überlegte, wie auf der Zugfahrt, weiter, was heute Thema der Therapie sein sollte.<br />
Um 16.10 Uhr sah sie eine Gestalt vom Anmeldungsgebäude herüber gehen. Das war Herr V. Sie erkannte seinen Gang schon von Weitem. Um 16.10 Uhr, obwohl sie den Termin eigentlich schon um 16 Uhr hatte. Das war aber immer so. Herr V. kam immer zehn Minuten zu spät. Danach konnte man die Uhr stellen. Aber es war nicht schlimm, denn er hing immer einige Minuten dran und meist sogar mehr als zehn.</p>
<p style="text-align: justify;">„Hallo Alena“, lächelte er und gab ihr die Hand.<br />
„Hallo“, sie grinste zurück.<br />
Herr V. schloss die Tür auf und ging die Treppe hinauf zu seinem Büro.<br />
Alena folgte ihm.</p>
<p style="text-align: justify;">„Wie geht es dir?“<br />
„Geht so“, antwortete sie.<br />
„Und von einer Skala von eins bis zehn, wobei eins sehr schlecht und zehn sehr gut ist?“, fragte er.<br />
Alena schaute ihn schief an. Sie mochte das nicht. Weil man seine Gefühle nicht einfach in Zahlen einordnen konnte und heute hatte sie einfach keine Lust auf dieses Spielchen. Einmal hatte sie geantwortet, dass nur Männer etwas in Zahlen einordnen würden und Herr V. hatte gelacht. Sie mochte seinen Humor und es machte Spaß mit ihm zu witzeln. Aber heute nicht und das merkte er. Er fragte nicht mehr weiter.</p>
<p style="text-align: justify;">Alena erzählte von den letzten zwei Wochen, vom Studium und vom Alltag. Und irgendwann erzählte sie davon, wie elend schwierig alles war und davon, dass zwar alles irgendwie funktionierte, aber dennoch immer so viel Anstrengung kostete.<br />
„Das ist zum Kotzen! Das ist fast jeden Tag eine Quälerei. Alles was für andere völlig normal erscheint ist eine Quälerei!“, erklärte Alena.<br />
„Welche Situationen meinst du denn genau?“<br />
„Alles!<br />
Angst, dass man in den Übungen angesprochen wird, vor den praktischen sowieso, weil man keinen Partner finden könnte, obwohl das Blödsinn ist, da es zahlenmäßig extra so aufgeteilt wurde. Dass man etwas falsch macht und man jemanden fragen muss oder gar nicht weiß, wie es geht und und und. Vor allem ist der Professor ein Idiot.<br />
Ach, und man muss so schrecklich viel organisieren. Generell.<br />
Und eine Kommilitonin fragt oft, ob ich Lust habe abends etwas zu unternehmen. Hab’ ich nicht, aber es ist mir zu dumm jedes Mal Ausreden zu überlegen. Der Alltag und die Menschen sind so anstrengend, dass ich abends schlafen muss, damit das Sprechen am nächsten Tag wieder funktioniert. Aber wer versteht das schon? Andere unternehmen gern etwas. Als Entspannung. Ich hab’ da keine Entspannung.<br />
Hab’ ich was vergessen? Ach, und zu Hause natürlich. Das ist auch schwierig.“<br />
&#8220;Aber du machst alles?&#8221;<br />
&#8220;Ja. Aber es ist schwierig!&#8221;</p>
<p style="text-align: justify;">Herr V. merkte, dass er dazu nicht viel sagen konnte, denn Alena hatte die besseren Argumente. Weil es eben einfach schwierig war. Tatsache.<br />
Auf den Versuch Lösungen zu finden, ging sie nicht ein. Sie wollte keine Lösungen, weil es keine mehr gab, die sie nicht schon kannte und die leicht waren.<br />
„Okay, man muss nicht immer Lösungen finden…“, entgegnete er.</p>
<p style="text-align: justify;">„Ich möchte einen Zauberer. Das wäre eine gute Lösung. Einen Zauberer, der alles ein bisschen leichter und weniger schwierig zaubern könnte. Das wäre wirklich schön. Ein Zauberer…“<br />
Und Tränen liefen die Wangen hinunter.</p>
<p style="text-align: justify;">Er schaute komisch. Komisch, weil er so noch nie geschaut hatte. Irgendwie so voller Leid. Mitleid. Aber nicht bemitleidend sondern so, als würde er es gerade mehr als alles andere verstehen und auch fühlen. Komisch war das. Als berührte es ihn zutiefst. Als berührte Alena ihn zutiefst. Irgendwie hatte er ein schmerzverzehrtes Gesicht und seine Stimme war sehr leise.</p>
<p style="text-align: justify;">„Hast du schon mal darüber nachgedacht, Medikamente zu nehmen?“, fragte er nach einer langen Weile.<br />
Hm?! Sie funkelte ihn böse an.<br />
Sie schwieg. Wut stieg in ihren Bauch.<br />
Und das war eine Lösung? Tabletten nehmen? Darüber hatten sie doch schon einmal geredet. Vor einigen Jahren und das endete auch nur in Wut, weil sie keine kleinen Pillchen nehmen wollte. Weil damit auch nichts besser werden konnte. Das war einfach nur die einfachste Lösung. Tabletten schlucken, wie ein Psycho. Das ging all die Jahre ohne und deshalb wollte sie auch jetzt keine Medikamente haben. Alena hatte die Depressionen besiegt und hatte aufgehört sich selbst zu verletzen. Das war alles viel schlimmer gewesen, als jetzt. Deswegen nimmt man jetzt auch keine Tabletten! Irgendwie wäre das ein Zeichen von Schwäche gewesen.<br />
Sie war wütend, weil Herr V. diesen Vorschlag machte und wütend, weil er es sich leicht machte. Es sollte leicht sein, aber nicht so.<br />
Außerdem hatte Alena Angst davor, mit Medikamenten nicht mehr echt zu sein. Zugedröhnt und beeinflusst. Oder ausgeschaltet und anders. Nein, keine Medikamente!</p>
<p style="text-align: justify;">Sie war so wütend, dass sie nicht sprechen konnte, weil sie sich kontrollieren musste. Sonst hätte sie geschimpft und geschrien und das ging nicht.<br />
Herr V. redete weiter, fragte warum, was sie dachte, dass sie die Wut heraus lassen sollte. Und dass Alena mal wieder nicht sprechen konnte, machte sie nur noch wütender.<br />
Sie hatte keine Lust mehr, wollte nach Hause. Sie sprang auf und nahm ihre Tasche.<br />
„Geh’ bitte nicht…“, sagte er und da stand sie, an der Tür und schaute ihm in die Augen.<br />
Nein, eigentlich konnte sie auch gar nicht gehen.  Das war schon immer so gewesen, dass sie bei einem Streit oder Unstimmigkeiten nicht einfach gehen konnte. Erst, wenn es wieder gut oder besser war, weil man sich in Frieden verabschieden sollte. Und deshalb blieb sie bis zum Schluss. Sie setzte sie wieder.</p>
<p style="text-align: justify;">Herr V. fragte am Ende der Stunde, wann sie den gern wieder kommen würde. Alena zuckte mit den Schultern.<br />
„Ich glaube es ist besser, wenn du ziemlich bald wieder kommst.“<br />
Sie nickte und sah ihm zu, wie er in seinem Terminkalender blätterte.<br />
„Freitag in zwei Wochen, ist das okay?“<br />
Sie nickte wieder.<br />
Er schrieb den Termin auf einen Zettel.<br />
Und sie ging. Sie schaute beim Türschließen nicht noch mal zurück, nicht wie sonst immer. Da schenkte sie ihm immer ein Lächeln zum Abschied.<br />
Heute nicht. Alena war müde. Bis in zwei Wochen.</p>
<h3 style="text-align: right;"><strong>Cut.</strong></h3>
<p style="text-align: justify;">Am Sonntag schrieb Alena ihm eine e-Mail. Sie schrieb all ihre Gedanken auf, die sie am Freitag nicht sagen konnte. Warum sie wütend war und warum sie keine Medikamente nehmen wollte.<br />
Die e-Mail Adresse hatte Herr V. ihr erst vor kurzem gegeben. Damit sie ihm schreiben konnte, wenn das Anrufen mal nicht funktionierte, hatte er gesagt. Das war nett und deshalb schrieb sie.<br />
Und danach malte Alena einen Zauberer. Einen Zauberer, der das Leben leicht zauberte. Einfach so.</p>
<p style="text-align: justify;">
<div id="attachment_1392" class="wp-caption aligncenter" style="width: 302px"><a href="http://www.mutismusblog.de/wp-content/uploads/2010/03/zauberer.jpg"><img class="size-full wp-image-1392   " title="Zauberer © mutismusblog.de" src="http://www.mutismusblog.de/wp-content/uploads/2010/03/zauberer.jpg" alt="Zauberer © mutismusblog.de" width="292" height="257" /></a><p class="wp-caption-text">Zauberer © mutismusblog.de</p></div>
<p style="text-align: justify;">In der nächsten Nacht schlief sie furchtbar. So schlecht hatte sie sicherlich noch nie geschlafen. Es war so, als wäre sie die ganze Nacht wach gewesen. Und irgendwie hatte sie das Gefühl, dass sie sich beim Schlafen selbst sehen konnte. Dass sie überall war und durch die Welt wanderte. Furchtbar komisch war das.</p>
<h3 style="text-align: right;"><strong>Cut.</strong></h3>
<p style="text-align: justify;">Es war Freitag. Schon dreimal hatte die unbekannte Nummer angerufen. Alena ging nicht ran. Sie mochte es nicht, wenn sie nicht wusste, wer anrief.<br />
Aber das war nun der vierte Anruf. Irgendwie schien es dann doch wichtig zu sein.<br />
Beim nächsten Mal, gehe ich ran, dachte sie und hoffte insgeheim, dass der Unbekannte nicht noch einmal anrufen würde.<br />
Aber da klingelte es wieder.<br />
„Ja?“<br />
„Alena, hallo. Ich bin’s Frau G.“<br />
„Oh, hallo“ und ein Lächeln erschien auf ihrem Gesicht. Frau G., ihre Lieblingsbetreuerin aus der psychiatrischen Klinik, mit der sie immer noch ab und an Kontakt hatte. Sie hatte schon lange nicht mehr angerufen.<br />
„Alena? Bist du allein?“<br />
Hm? Wieso fragte sie, ob ich allein sei?<br />
„Ja, bin ich. Ich bin in meiner Wohnung.“<br />
„Hm. Sitzt du?“ Ihre Stimme zitterte.<br />
Häh? Wieso sollte Alena sitzen? Sie konnte auch im Stehen telefonieren. Oder ist etwas passiert? Wie im Fernsehen. Da sieht man das manchmal, dass Menschen fragen, ob man sitzt. Musste sie den Therapietermin nächste Woche absagen? Ist Herr V. im Krankenhaus, wie schon einmal? Und da hatte sich Frau G. mit Alena getroffen. War das so?<br />
„Ja.“<br />
„Herr V….<br />
Herr V. ist am Sonntag, in der Nacht, gestorben…“, flüsterte Frau G. leise und man hörte, wie sie mit den Tränen kämpfte.</p>
<p style="text-align: justify;">Zittern. Am ganzen Leib Zittern.<br />
Das Herz, das donnerte  bumm, bumm, bumm und übertönte das Schweigen.<br />
Das Blut schoss in den Kopf.<br />
Und die Tränen und der Nebel um die Augen.<br />
Filmriss.</p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #000000;">Die Welt, die ging heute für immer kaputt.</span></p>
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		<title>Jahresrückblick 2009</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Dec 2009 23:11:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sab</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sonstiges]]></category>
		<category><![CDATA[Jahreswechsel]]></category>
		<category><![CDATA[Leben]]></category>
		<category><![CDATA[Rückblick]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<category><![CDATA[Trauer]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn es das Jahr anders machen könnte, würde ich ein Weltmeister im Sprechen sein wollen. Dann würde ich in einem Callcenter arbeiten und so viel telefonieren, bis ich heiser werden würde. Wenn es die Zeit zurück drehen und man Tote so lebendig machen könnte, dann würde ich mich im Fernsehen zum Affen machen. In einer [...]]]></description>
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<p style="text-align: justify;">Wenn es das Jahr anders machen könnte, würde ich ein Weltmeister im Sprechen sein wollen. Dann würde ich in einem Callcenter arbeiten und so viel telefonieren, bis ich heiser werden würde. Wenn es die Zeit zurück drehen und man Tote so lebendig machen könnte, dann würde ich mich im Fernsehen zum Affen machen. In einer Casting- oder Spielshow auftreten, tanzen, singen und Witze machen. Wenn ich ein Gesetz aufstellen könnte, dass nur alte Menschen sterben dürfen, dann würde ich als Politiker seitenlange Reden vor Millionen Menschen halten. Ich würde <strong>alles</strong> tun, was ich nicht kann, wenn er doch nur wieder lebendig werden würde&#8230;</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Dieses Jahr war ein ordentliches Scheißjahr. Und mehr fällt mir dazu eigentlich nicht ein. Sicher gab es auch schöne Dinge. Es gab schöne Stunden, nette neue Menschen, gute Filme, berührende Musik, verschlingbare Bücher, tolle Ausflüge, gemütliche Abende und ganz viele andere Dinge &#8211; eigentlich alles &#8211; die ich mir früher immer gewünscht habe. Aber, dass ich in diesem Jahresrückblick irgendetwas Wunderbares schreiben kann, ist nicht.<br />
Da war der Anfang. Dieser Berg beim Studium, den man dann doch irgendwie geschafft hat und dann waren da die Ferien, die man eigentlich nur zur persönlichen Wiederherstellung genutzt hat bis da wieder ein neuer Studiumsberg im März war.<br />
Und dann ist im Juni etwas passiert, was einen völlig aus der Bahn wirft. Was das gesamte Leben komplett durcheinander bringt und man die ganze Zeit alles durch einen Schleier sieht und jeden Moment hofft, man wacht endlich aus diesem Albtraum auf. Weil es einfach nicht wahr sein kann, dass ein riesiges Standbein (der Weltbeste) urplötzlich nicht mehr da sein soll. Man hat ihn doch zwei Tage vorher noch gesehen und beim Tschüssagen bis in zwei Wochen gesagt. Und außerdem sterben Menschen doch erst wenn sie alt sind und man sich verabschiedet hat.<br />
Dann waren da im Juli die Prüfungen, die man noch alle gut gemacht hat, weil es ja schließlich irgendwie weitergehen muss und dann war da der Absturz. Dann auf einmal, mit einem Schlag, weiß man nicht mehr wie man atmen, schlafen, essen soll. Dann schlägt das Herz wie verrückt und der Puls ist so schnell, als wäre man einen Marathon gelaufen, dabei sitzt man eigentlich den ganzen Tag. Die Hände zittern und innen drin ist es so, als würde alles schreien. Man hat das Gefühl nicht mehr weggehen zu können, ohne einen Fluchtweg zu haben.  Ein Fenster, eine Tür. Einkaufen im Supermarkt und Autofahren wird zu Qual, weil man ganz plötzlich die Panik bekommt, man müsse sofort raus hier. Und zwar wirklich sofort. Und eigentlich weiß man auch gar nicht warum das alles so ist. Aber man weiß, den Körper kann man nicht austricksen.<br />
Und dann braucht man erst wieder ungeheuere Kraft sich wieder herzustellen. Weil man doch gern ohne Übelkeit und Panik in den Supermarkt gehen und Essen kaufen möchte. Im August weiß man dann, wie sich das mit den Trauerphasen anfühlt und wünscht sich, man würde es nicht wissen. Dann beginnt man stumme Briefe an den Weltbesten zu schreiben und hat das Gefühl sich bald tot daran zu tippen. Im September ist man froh in den Urlaub fahren zu können. Da kann man wieder ein bisschen mehr atmen, ein bisschen besser essen und schlafen. Im Oktober versucht man wieder zurück zu kommen. Nimmt  vom Studium eine Auszeit und sucht sich wieder ein bisschen Alltag. Irgendwann kann man dann das Haus wieder ohne eine Notfallwasserflasche verlassen und ohne Fluchtwege Gebäude betreten. Im November und Dezember sucht man sich einen Job und macht im Endeffekt das Verrückteste, was man als Mutist je gemacht hat. Und während man da so steht, stellt man sich den Weltbesten vor, wie er durch sein Himmelfenster auf einen herab schaut und den Mund vor Staunen nicht mehr schließen kann. Und dann ist das Jahr zu Ende und eigentlich war es ein richtiges Scheißjahr&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;">Ich danke allen Menschen, die in diesem Scheißjahr für mich da waren. Besonders &#8211; ach du weißt schon wem &#8211; für das Dasein, das Ohr, die  vielen Taschentücher und die Wärme. Ich danke den Menschen, denen es ähnlich geht, weil sie jemanden verloren haben, für den Austausch und die E-Mails, denn dann ist man weniger allein. Und für die lieben, aufmunternden und tröstenden Worte. Ich danke allen, die dieses Jahr da waren und nicht weggegangen sind. Danke auch an meine Kommilitoninnen, die mich, ohne es zu wissen, zum Lachen gebracht haben und ein kleiner Grund waren, irgendwo hinzugehen.<br />
Und ich danke wem auch immer, dass es den Weltbesten in meinem Leben gab&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;">Ich wünsche euch einen guten und netten Jahreswechsel und dass ihr ihn so verbringen könnt, wie ihr es euch wünscht. Und wenn nicht, dann wünsche ich euch die Kraft weiter zu hoffen, dass es irgendwann einmal so sein wird, weil &#8211; wie schon gesagt &#8211; immer alles irgendwann mal anders wird.<br />
Auch wünsche ich euch ein gutes, glückliches, gesundes neues Jahr. Nein, irgendwie klingt das blöd. Denn das gibt&#8217;s gar nicht. Ein ganzes Jahr kann eigentlich nie nur gut sein.<br />
Ich wünsche euch besser die Kraft die unguten Dinge eines Jahres gut zu überstehen und den Mut für Veränderungen, sofern man etwas verändern möchte.</p>
<p style="text-align: justify;">
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