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	<title>Mutismus Blog &#187; Suizid</title>
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	<description>Die Welt aus der Sicht einer Schweigsamen...</description>
	<lastBuildDate>Sat, 04 Sep 2010 19:21:45 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Formen des Mutismus II</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Mar 2010 17:42:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sab</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wissenswertes]]></category>
		<category><![CDATA[Depressionen]]></category>
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		<category><![CDATA[Torey Hayden]]></category>

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		<description><![CDATA[Formen des Mutismus I
T. L. Hayden unterteilte den Mutismus 1980 in vier Formen:
1. symbiotischer Mutismus   es besteht eine Kind-Elternteil-
Symbiose (meist mit der Mutter), die das Schweigen auslöst
oder verstärkt. Hierbei wird eine eigenständige Entwicklung
des Kindes verhindert. Die Kinder verhalten sich eher nicht
zurückgezogen, sondern kontrollierend und manipulierend.
2. passiv agressiver Mutismus   das Schweigen wird [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.mutismusblog.de/formen-mutismus-1/">Formen des Mutismus I</a></p>
<p>T. L. Hayden unterteilte den Mutismus 1980 in vier Formen:</p>
<p>1. <span style="color: #000000;"><em>symbiotischer Mutismus</em></span> <img src='http://www.mutismusblog.de/wp-includes/images/smilies/Uncertain.png' alt=':' class='wp-smiley' />  es besteht eine Kind-Elternteil-<br />
Symbiose (meist mit der Mutter), die das Schweigen auslöst<br />
oder verstärkt. Hierbei wird eine eigenständige Entwicklung<br />
des Kindes verhindert. Die Kinder verhalten sich eher nicht<br />
zurückgezogen, sondern kontrollierend und manipulierend.</p>
<p>2. <span style="color: #000000;"><em><span style="color: #000000;">p</span>assiv agressiver Mutismus</em></span> <img src='http://www.mutismusblog.de/wp-includes/images/smilies/Uncertain.png' alt=':' class='wp-smiley' />  das Schweigen wird als Waffe<br />
verwendet um andere zu manipulieren. Oft ist der Betroffene<br />
der Sündenbock in der Familie. Allerdings richtet sich der Mutismus<br />
nicht an die Familie, sondern vielmehr an die Umwelt. Dieses<br />
Verhalten ist mit Gewalt verbunden um die eigene Verwundbarkeit<br />
zu überdecken.</p>
<p>3. <span style="color: #000000;"><span style="color: #000000;"><em>S</em></span><em>prechphobie-Mutismus</em></span> <img src='http://www.mutismusblog.de/wp-includes/images/smilies/Uncertain.png' alt=':' class='wp-smiley' />  hierbei hat der Betroffene Angst<br />
vor dem Sprechen an sich und vorm Hören der eigenen Stimme.<br />
Anstelle verbaler Kommunikation werden Zeichensprache, Gestik<br />
und Mimik benutzt.</p>
<p>4. <span style="color: #000000;"><em>reaktiver</em></span> oder <span style="color: #000000;"><em>traumatischer Mutismus</em></span> <img src='http://www.mutismusblog.de/wp-includes/images/smilies/Uncertain.png' alt=':' class='wp-smiley' />  Mutismus verursacht<br />
durch ein Trauma. Begleitend können starke Depressionen, Isolierung,<br />
Drogenkonsum und Suizidversuche auftreten.</p>
<p>Dagegen unterschied T. Spoerri 1986 den Mutismus anhand des Alters der Betroffenen:</p>
<p style="text-align: right;">1. <span style="color: #000000;"><em>infantiler Mutismu</em></span>s: Mutismus, der sich anfangs durch<br />
Sprachscheu im Alter von fünf und sechs Jahren entwickelt.</p>
<p style="text-align: right;">2. <span style="color: #000000;"><em><span style="color: #000000;">a</span>dulter Mutismus</em></span> <img src='http://www.mutismusblog.de/wp-includes/images/smilies/Uncertain.png' alt=':' class='wp-smiley' />  Mutismus, der in Verbindung mit einer<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schizophrenie#Katatone_Schizophrenie" target="_blank">katatonen Schizophrenie</a> auftritt.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="font-size: xx-small;">aus: <a href="http://www.amazon.de/Mutismus-Theorie-Kasuistik-totalen-elektiven/dp/3891661967/ref=sr_1_5?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1265810558&amp;sr=8-5" target="_blank">Mutismus, zur Theorie und Kasuistik des totalen und elektiven Mutismus</a><br />
von <em>Boris Hartmann</em></span></p>
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		</item>
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		<title>Was ich verpasst hätte, wenn ich nicht mehr leben würde&#8230;</title>
		<link>http://www.mutismusblog.de/was-ich-verpasst-hatte-wenn-ich-nicht-mehr-leben-wurde/</link>
		<comments>http://www.mutismusblog.de/was-ich-verpasst-hatte-wenn-ich-nicht-mehr-leben-wurde/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 28 Jan 2010 18:06:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sab</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8230;und das ist eigentlich eine ganze Menge, was ich wirklich nicht mehr missen möchte.
1. Liebe &#8211; die länger andauernde und ernste Liebe.
2. Fliegen - ein wirklich total irres Gefühl, wenn man in einem Flugzeug sitzt und langsam abhebt oder wieder landet.
3. Konzerte - die Bässe im Bauch und die dröhnende Lautstärke. Vor allem das Konzert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">&#8230;und das ist eigentlich eine ganze Menge, was ich wirklich nicht mehr missen möchte.</p>
<p style="text-align: justify;">1. <strong>Liebe</strong> &#8211; <span style="color: #333333;">die länger andauernde und ernste Liebe</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">2. <strong>Fliegen </strong>- <span style="color: #333333;">ein wirklich total irres Gefühl, wenn man in einem Flugzeug sitzt und langsam abhebt oder wieder landet</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">3. <strong>Konzerte</strong> -<span style="color: #333333;"> die Bässe im Bauch und die dröhnende Lautstärke. Vor allem das Konzert von meiner Lieblingsband war ein Lebenstraum</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">4. noch mehr <strong>Schnee</strong> &#8211; <span style="color: #333333;">in 5 Jahren kommt ganz schön viel Schnee zusammen, den ich verpasst hätte</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">5. das <strong>Reisen</strong> und <strong>fremde Länder</strong> entdeckt zu haben &#8211; <span style="color: #333333;">vor allem USA, Kanada, Frankreich und Schweden</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">6. eigene <strong>Wohnung</strong> &#8211; <span style="color: #333333;">die geb&#8217; ich nicht mehr her</span>!</p>
<p style="text-align: justify;">7. <strong>Fotografie </strong>- <span style="color: #333333;">ich wäre nie im Besitz einer eigenen Kamera gewesen und hätte nicht gemerkt, wie toll das sein kann, die Welt in Bildern festzuhalten</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">8. <strong>Studieren</strong> &#8211; <span style="color: #333333;">hätte man mir gesagt, dass ich mal studiere, hätte ich demjenigen den Vogel gezeigt</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">9. <strong>Kontaktlinsen</strong> &#8211; <span style="color: #333333;">ich habe meine Brille schon immer gehasst. Und es ist ein tolles Gefühl nun ohne sehen zu können</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">10. weiter <strong>Musik</strong> hören -<span style="color: #333333;"> ich hätte ganz viele tolle Lieder verpasst. Und zwei Alben meiner Lieblingsband hätte ich nie gehört</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">11. weiter <strong>Schreiben</strong> zu können &#8211; <span style="color: #333333;">ich mag Schreiben wirklich sehr gern</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">12. <strong>Menschen</strong>, denen man begegnet ist &#8211; <span style="color: #333333;">wie wäre es um Beispiel, ohne die Samen-Frau in Lappland gewesen, die eine so furchtbare Weisheit ausstrahlte, sodass sie unbeschreiblich magisch wirkte, mit ihren tiefen Augen und ihrer Stimme</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">13. <strong>Events</strong> und <strong>Veranstaltungen</strong> &#8211; <span style="color: #333333;">dann hätte ich heute nicht sagen können, dass mir <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Schneider" target="_blank"><em>Martin Schneider</em></a> mal zum Geburtstag gratuliert hat oder ich mit &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Happy" target="_blank"><em>Die Happy</em></a>&#8221; gesprochen habe</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">14. <strong>Häschen</strong> &#8211; <span style="color: #333333;">wie wäre es, ohne ganz fest zu wissen, dass ich irgendwann mal ein Häschen (als Haustier) haben werde</span>?</p>
<p style="text-align: justify;">15. <strong>Finnland-Traum</strong> &#8211; <span style="color: #333333;">gäb&#8217;s auch nicht und heute ist es die Zukunft</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">16. <strong>Autofahren </strong>- <span style="color: #333333;">auch, wenn ich es nicht mag, aber das Gefühl völlig selbstständig von A nach B zu kommen, geb&#8217; ich nicht mehr her</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">17. <strong>Taizé</strong> &#8211; <span style="color: #333333;">weil man inmitten hunderter Menschen auch ganz still sein kan</span><span style="color: #333333;">n</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">18. bestiegene <strong>Berge</strong> -<span style="color: #333333;"> nicht nur bildlich sondern auch im wahrsten Sinne des Wortes. Wie wäre es ohne die endlose Aussicht auf dem Berg</span>?</p>
<p style="text-align: justify;">19. <strong>Genuss</strong> -<strong> </strong><span style="color: #333333;">ich wäre nie in den Genuss von <em>Orangina</em>, <em>Oreos</em> und gutem Essen gekommen</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">20. gute <strong>Filme</strong> &#8211; <span style="color: #333333;">hätte ich eine Menge verpasst. Die meisten meiner Lieblingsfilme hätte ich nie gesehen</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">21. gute <strong>Bücher</strong> &#8211; <span style="color: #333333;">ich hätte Twilight nie gelesen</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">22. <strong>Alkohol </strong>- <span style="color: #333333;">ich hätte mich niemals angenehm mit meiner damaligen besten Freundin betrunken und im Mondschein über das Leben philosophiert</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">23. <strong>Streit</strong>, <strong>Diskussionen</strong> und <strong>Konflikte</strong> &#8211; <span style="color: #333333;">auch, wenn das nicht gerade positiv ist, aber ich hätte nie gewusst, wie das ist, wenn man sich streitet oder über belanglose Alltagsthemen diskutiert</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">24. zweite <strong>Familie</strong> &#8211; <span style="color: #333333;">hätte nie das Gefühl kennengelernt in einer &#8220;Wahlfamilie&#8221; willkommen zu sein</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">25. das <strong>Gefühl von Heimat</strong> -<span style="color: #333333;"> ich hätte nie gewusst, dass ich auch irgendwo hingehören kann</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">26. <strong>Emotionen teilen</strong> -<span style="color: #333333;"> hatte ich davor immer nur für mich allein</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">27. <strong>Nähe</strong> -<span style="color: #333333;"> ich hätte nicht gewusst, wie es ist, Freunde zu umarmen</span>.</p>
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		<title>Die Geburtstagsparty</title>
		<link>http://www.mutismusblog.de/die-geburtstagsparty/</link>
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		<pubDate>Tue, 26 Jan 2010 23:01:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sab</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltagsszenen]]></category>
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		<description><![CDATA[Es war Alenas Geburtstag. Zwölf wurde sie und sie hatte einige Mädchen aus ihrer Klasse eingeladen. Und eigentlich freute sie sich auf ihre Geburtstagsfeier, denn zu Hause konnte sie endlich mal so sein, wie sie wirklich war. Jedenfalls fiel dort das Sprechen sehr viel leichter als in der Schule.
Alle Mädchen, die sie eingeladen hatte kamen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Es war Alenas Geburtstag. Zwölf wurde sie und sie hatte einige Mädchen aus ihrer Klasse eingeladen. Und eigentlich freute sie sich auf ihre Geburtstagsfeier, denn zu Hause konnte sie endlich mal so sein, wie sie wirklich war. Jedenfalls fiel dort das Sprechen sehr viel leichter als in der Schule.<br />
Alle Mädchen, die sie eingeladen hatte kamen. Es gab Kuchen, Pizza, Chips, Gummibärchen und Cola. Sie durfte in dem großen Wohnzimmer feiern, weil Alenas Kinderzimmer viel zu klein war.<br />
Erst wollten sie alle raus. Christina wollte eine Freundin, die im gleichen Ort wohnte besuchen, weil sie sich doch so lange nicht mehr gesehen hatten. Und die anderen fanden die Idee super. Gut, überstimmt, also alle raus und zu einer wildfremden Person an Alenas Geburtstag.</p>
<p style="text-align: justify;">Wieder zurück. In Alenas Zimmer. Weil alle ihr Zimmer sehen wollten.<br />
Jeder suchte irgendwas. Im Bücherregal, im CD-Regal und auf dem Schreibtisch. Und alles, was sie fanden war auf einmal so schrecklich lustig. Das alte zerzauste Schaf, was Alena seit dem Tag ihrer Geburt hatte, flog durch das Zimmer, ihre Lieblingsmusik war mit einem Mal auch furchtbar lustig und wurde von allen albern nachgeäfft, obwohl sie sie eigentlich selbst auch hörten und die Stifte auf dem Schreibtisch waren albern und die Bücher im Regal sowieso. Irgendwann war das Abendessen auch lustig und ein Kindergartenessen, das Besteck, die Teller und die Gläser waren uncool und das ganze Haus sowieso.<br />
Kurzum, alle amüsierten sich prächtig über Alena und ihr Leben.<br />
Und wahrscheinlich waren sie deshalb auch hier. Damit sie sich in der Schule nur noch mehr über Alena lustig machen konnten.<br />
GEHT WEG!!!, hätte sie am liebsten geschrien und hätte alle samt ihrer Geschenke hinausgeworfen. Und die Jacken, Schuhe, Schals und Handschuhe hinterher und dann hätten sie blöd guckend im Schnee gestanden. In der Kälte.<br />
Aber das traute sie sich nicht. Nicht, weil sie zu Hause nicht schreien konnte. Wie hätte sie es denn ihren Eltern erklären sollen, dass sie gerade ihre Geburtstaggäste raus geworfen hätte? Und wie wäre es nach diesem Tag in der Schule gewesen? Sicherlich noch schlimmer als den Rest dieses Abends noch ertragen zu müssen.</p>
<p style="text-align: justify;">Am späten Abend <span style="color: #3366ff;">weinte sie sich in den Schlaf</span>. Es war ihre letzte Geburtstagfeier. Erstmal, jedenfalls.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">
<h2 style="text-align: right;"><span style="color: #000000;"><strong>Cut.</strong></span></h2>
<p><span style="color: #000000;"><strong><br />
</strong></span></p>
<p style="text-align: justify;">Und wenn ich am nächsten Morgen nicht mehr aufwache, dann soll es so sein, dachte Alena und <span style="color: #3366ff;">Tränen tropften auf das Kissen</span>. Vielleicht habe ich Glück und werde keine 18 Jahre mehr alt.<br />
Langsam hatte sie keine Kraft gegen die schweren Augenlider, die zufallen wollten, anzukämpfen und schlief ein.<br />
Es war 20 Uhr. Sie war gerade erst nach Hause gekommen und hatte sich sofort in ihr Zimmer verkrümelt. Sie hatte die Musik aufgedreht und die kleine Holzkiste aus der Schublade unter den Socken hervorgeholt. In der Kiste lagen Taschentücher, Raiserklingen und ganz viele kleine, bunte Tabletten. Alena hatte sie nach und nach gesammelt, die Tabletten. Aus dem Medizinschrank. Schlaftabletten, Beruhigungstabletten – und Tabletten, die man als gesunder Mensch eigentlich nicht nehmen sollte.<br />
Sie nahm die Tabletten alle.<br />
Sie hatte sich keine Gedanken gemacht, was danach mit ihr passieren könnte und ob das so überhaupt funktioniert oder ob sie am Ende Folgen davon tragen würde. Sie wollte nur schlafen. Ganz tief schlafen und dabei sollte das Herz einfach aufhören zu schlagen. Und wenn es in dieser Nacht eben passierte, dann war es so.<br />
Die Musik lief. Dauerschleife. „<em>Oh girl we are the same. We are young and lost and so afraid. There´s no cure for the pain, no shelter from the rain. All our prayers seem to fail…</em>”</p>
<p style="text-align: justify;">Der Wecker klingelte. Und klingelte.<br />
Alena’s Augenlider zuckten. Langsam bewegte sie sich und öffnete die Augen.<br />
Scheiße bin ich müde, murmelte sie.<br />
Und scheiße, ich atme noch.<br />
Nur langsam konnte sie aufstehen. Ihr Kopf brummte, als wären zig Autos drüber gefahren.<br />
Duschen. Erstmal duschen, dachte sie.<br />
Und dazu brauchte sie ewig lange, sodass sie sich beeilen musste, um es noch pünktlich zur Schule zu schaffen. Ihre Familie gratulierte ihr, sie bekam Umschläge und machte sich schnell auf den Weg.</p>
<p style="text-align: justify;">Am Nachmittag schlurfte sie die Wendeltreppe zur Station hinauf. Sie mussten jeden Tag zur Klinik, da sie noch tagesklinisch war. Auch an ihrem Geburtstag.<br />
Irgendwas war komisch, als sie gerade eben an der Tür geklingelt und sich durch die Sprechanlage gemeldet hatte.<br />
Und auf einmal hörte sie Stühlerücken.<br />
Die haben doch Übergabe um diese Zeit, dachte sie.<br />
Dann hörte sie auch noch die Stationstür. Mittlerweile war Alena schon sieben Monate hier, sodass sie die verschiedenen Türen sehr gut durch ihren Klang beim Öffnen unterscheiden konnte.<br />
Und plötzlich standen sie alle da. Alle. Die kompletten Patienten, Therapeuten und Betreuer von der Früh- und von der Spätschicht. Und auch Therapeuten, mit denen sie eigentlich nicht viel zu tun hatte.<br />
Herr V. stand vorn und fing nun auch noch an zu zählen.<br />
Eins. Zwei. Drei.<br />
Happy Birthday to you…<br />
Sie sangen Happy Birthday.<br />
Ich glaub’ ich spinn’, dachte Alena.<br />
Ist das verrückt.<br />
Sie singen. Sie singen alle Happy Birthday nur für mich.<br />
Das hat noch nie jemand getan. Nagut, im Kindergarten. Aber das zählt nicht, weil man das tun musste.<br />
Sie sangen zu Ende.<br />
Herr V. kam auf sie zu. Er gab ihr die Hand und gratulierte und konnte nicht aufhören Alena anzugrinsen. Er spürte, wie überwältigt sie war. Und sie <span style="color: #3366ff;">kämpfte mit den Tränen</span>.<br />
Die Menge löste sich auf und die Patienten kamen auf sie zu gestürmt.<br />
Alena wurde umarmt und gedrückt. Hier und da.<br />
Ich glaube, ich spinne, dachte sie wieder.<br />
Es gab Kakao und Kuchen.<br />
Mit 18 Kerzen obendrauf.<br />
Ich muss einfach spinnen, dachte sie.<br />
Sie hatte schon einige Geburtstage auf der Station miterlebt. In den sieben Monaten. Und Kuchen gab es immer. Er wurde von der Nachtschicht gebacken. Aber die Sache mit dem Lied, dass alle auf dem Flur versammelt waren und sangen, das gab es noch nie…<br />
Und Alena atmete, sie atmete und lebte noch immer.<br />
Zum Glück.</p>
<p style="text-align: justify;">
<h2 style="text-align: right;"><span style="color: #000000;"><strong>Cut.</strong></span></h2>
<p><span style="color: #000000;"><strong><br />
</strong></span></p>
<p style="text-align: justify;">20 Jahre. Alena hatte einige Freunde eingeladen. Ihre beste Freundin, die sie in der Klinik kennengelernt hatte und ihre beste Freundin, die mit ihr zur Schule ging. Beide brachten ihre Freunde mit. Ihre Freundin, die sie über das Internet kennengelernt hatte, war auch da. Und natürlich ihr Freund. Ja, ihr Freund.<br />
Es gab Pizza und selbstgemachte Cocktails.<br />
Es wurde gesagt, wie lecker die Pizza sei und nach dem Rezept für den Teig gefragt. Weil Pizzen eben doch nicht immer lustig sind.<br />
Aber Cocktails sind es. Und deswegen war der ganze Abend auch lustig. Mit Alena und nicht ohne Alena.<br />
Es gab Musik, lustige Kartenspiele und Witze. Und es wurden <span style="color: #3366ff;">Tränen</span><span style="color: #3366ff;"> gelacht</span>.<br />
A <span style="text-decoration: underline;">Happy</span> Birthday.</p>
]]></content:encoded>
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