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	<title>Mutismusblog &#187; Mitschüler</title>
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	<description>Die Welt aus der Sicht einer Schweigsamen...</description>
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		<title>Nach der Schule</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Apr 2011 18:47:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sab</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Marie stellte ihre Schultasche in die Ecke und deckte den Tisch mit Tellern, wie ihre Mutter sagte. Ihre ältere Schwester tat es ihr mit dem Besteck gleich, während ihre Mutter die heißen Töpfe aus der Küche brachte. Gemeinsam saßen sie am Tisch und aßen das Mittagessen. Während Marie&#8217;s Schwester auf die Frage, wie es in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Marie stellte ihre Schultasche in die Ecke und deckte den Tisch mit Tellern, wie ihre Mutter sagte. Ihre ältere Schwester tat es ihr mit dem Besteck gleich, während ihre Mutter die heißen Töpfe aus der Küche brachte.<br />
Gemeinsam saßen sie am Tisch und aßen das Mittagessen.<br />
Während Marie&#8217;s Schwester auf die Frage, wie es in der Schule war nur kurz und gelangweilt mit einem Gut antwortete, erzählte Marie, wie der Matheunterricht und der Deutschunterricht war. Sie erzählte die Geschichte, wie sich ein Klassenkamerad verrechnete, aber fest der Überzeugung war, dass es stimmte und sich davon nicht abbringen lassen wollte und gab eine kurze Inhaltsangabe der Gesichte, die sie heute in Deutsch gelesen hatten, weil sie sie besonders mochte. Dann erzählte sie, wie voll der Schulbus war und dass beinahe nicht alle Schüler hinein gepasst hätten. Und nachdem sie das erzählt hatte, erzählte sie von den Hausaufgaben und dass, sie die schnell schaffen würde, denn sie wüsste schon, wie es geht.<br />
Eigentlich plapperte Marie sogar. Wie ein Wasserfall kamen die Worte sortiert und laut und deutlich aus ihrem Mund geschossen. Würden das die Lehrer hören, würde sie nicht glauben, dass es Marie war. Denn in der Schule, da hatte sie selektiven Mutismus und sprach kein Wort.  Und dass sie nicht sprach, davon erzählte Marie nichts. Wie sie manchmal im Schulbus von den älteren Jungs geärgert wurde, weil sie sich nicht wehrte und nicht sprach. Und wie sie manchmal in Deutsch Geschichten vorlesen sollte, aber dann kein einziges Wort aus dem Mund kam, erzählte sie auch nicht. Und wie sie sehr viele Ergebnisse in Mathe wusste, die Hand zum Sprechen aber nicht heben konnte, verschwieg sie auch. Weil sie so nicht sein wollte. Weil das nicht das kleine, blonde plappernde Mädchen am Küchentisch war. Das war jemand anders.</p>
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		<title>Verliebtsein</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Jan 2011 21:51:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sab</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es war halb 8 und die Sonne blinzelte schon hinter den Tannen an der gegenüberliegenden Straßenseite hervor. Kevin stand mit Jan an der Bushaltestelle vor dem Schulgebäude. Jan zog hastig an seiner Zigarette und spähte nebenbei um die Ecke, damit er die Lehrer kommen sah und nicht beim Rauchen erwischt wurde. Heute würde es wohl [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Es war halb 8 und die Sonne blinzelte schon hinter den Tannen an der gegenüberliegenden Straßenseite hervor. Kevin stand mit Jan an der Bushaltestelle vor dem Schulgebäude. Jan zog hastig an seiner Zigarette und spähte nebenbei um die Ecke, damit er die Lehrer kommen sah und nicht beim Rauchen erwischt wurde.<br />
Heute würde es wohl sehr warm werden. Das verriet die warme Luft am Morgen. Bald würde es Sommerferien geben und dann wäre es nur noch ein Jahr, das Kevin an dieser Schule verbrachte.</p>
<p style="text-align: justify;">Ein weiterer Schulbus kam an. Schüler stiegen aus und gingen den Weg zum Schulgebäude hinauf.  In der Schüleransammlung war Stephanie. Stephanie und Kevin gingen gemeinsam in eine Klasse und er fand sie toll. Heimlich natürlich. Vielleicht war er sogar verliebt. Aber das war egal, denn sie war&#8217;s sicherlich nicht.<br />
Wahrscheinlich glaubte sie sogar er könne sie nicht leiden. Denn er sprach nicht. Er konnte nicht sprechen. Und was sollte man da auch anderes denken?</p>
<p style="text-align: justify;">Stephanie blieb mit ihren Freundinnen bei Jan und Kevin stehen und wünschte fröhlich einen guten Morgen. Kevin überließ Jan das Antworten und lächelte nur.<br />
Andererseits, dachte er, könnte er sie nicht leiden, würde er doch nicht lächeln.<br />
&#8220;Wie geht es dir?&#8221;, fragte sie und schaute Kevin an.<br />
Was sollte er darauf antworten? Ihm ging&#8217;s nicht so gut. Weil er wusste, dass er darauf nicht vernünftig antworten konnte. Und weil er wusste, dass sie eigentlich nur versuchte ein Gespräch zu beginnen und er damit absolut nichts anfangen konnte. Weil er nicht wusste, was er sagen sollte. Weil es in seinem Kopf, wie bei einem Blackout aussah. Mutismus eben.<br />
&#8220;Gut&#8221;, antworte er kurz und lächelte. Eigentlich hätte er jetzt noch mehr sagen müssen. Aber was? Ihm fiel absolut nichts ein.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach einer kurzen Stille ergriff Jan das Wort und erzählte welche Entdeckung er gestern im Internet gemacht hatte. So war das immer. Mehr als auf Fragen antworten konnte Kevin nicht. Und das Blöde war, dass sie ihn immer wieder ansprach. Als würde sie versuchen ihn zum Sprechen zu bringen. Immer wieder fragte sie ihn was. Warum tat sie das? Wollte sie sich lustig über ihn machen, wie einige andere Klassenkameraden? Manchmal hatten sie sogar Wetten am Laufen, wann Kevin sprechen würde und wann nicht.<br />
Er war skeptisch. Weil sie einfach mit ihm Sprechen wollte, sicherlich wohl nicht. Und weil sie ihn mochte auch nicht. Das wäre ja zu schön gewesen.<br />
Und so hörte er sie lachen, weil Jan wohl gerade etwas Lustiges gesagt haben muss. Kevin hatte nicht zugehört. Denn nun gingen ihm gefühlte tausend Gesprächsmöglichkeiten durch den Kopf. Er hätte sie zum Beispiel fragen können, wie es ihr ging. Oder wie ihr Tag gestern war. Oder etwas über die Schule. Ob sie mit den Hausaufgaben klar kam. Gut. Das wäre vielleicht etwas zu streberhaft gewesen, aber ihm fiel sicherlich noch eine andere Schulefrage ein.<br />
Aber es war egal. Jetzt war&#8217;s vorbei. Sie unterhielt sich mit den Anderen und in der nächsten Situation war wahrscheinlich keine dieser Fragen in seinem Kopf parat. Dann war er wieder leer, als hätte es nie Gesprächsideen gegeben. So war das eben mit dem elenden Mutismus. Immer.<br />
Aber wahrscheinlich war das mal eine halbwegs normale Situation, dachte Kevin. Das mit dem Ansprechen von Mädchen. Nur fühlte er sich dadurch auch nicht besser. Wie beschissen war das denn, wenn er ein Mädchen nett fand, sie ihn ständig ansprach und er nicht sprechen konnte?</p>
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		<title>Der Sportunterricht</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Feb 2010 12:06:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sab</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Und schon wieder Sport. Warum muss die Woche immer so schnell vergehen, wenn sie es eigentlich gar nicht tun sollte, dachte Kevin und hatte schon den ganzen Morgen dieses komische flaue Gefühl im Magen gehabt, als wäre dieser Freitag der letzte Tag in seinem Leben. Kevin hasste den Sportunterricht. Eigentlich war es sogar mehr als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Und schon wieder Sport. Warum muss die Woche immer so schnell vergehen, wenn sie es eigentlich gar nicht tun sollte, dachte Kevin und hatte schon den ganzen Morgen dieses komische flaue Gefühl im Magen gehabt, als wäre dieser Freitag der letzte Tag in seinem Leben.<br />
Kevin hasste den Sportunterricht. Eigentlich war es sogar mehr als Hass, er verabscheute ihn. Und das lag nicht daran, dass er Sport nicht mochte oder unsportlich war, nein, Kevin konnte sich nicht bewegen. Genauso, wie er nicht sprechen konnte funktionierte auch das nicht.<br />
Sein Körper war wie gelähmt. Alles bewegte sich nicht so, wie es sollte, oder wie es das zu Hause tat, wenn niemand da war und zuschaute. Die Arme funktionierten nicht und die Beine auch nicht. Alle Bewegungen waren irgendwie merkwürdig, unnatürlich. Natürlich konnte er den Arm heben, oder das Bein, aber es war steif. Und es sah komisch aus. Allein konnte er besser fangen, weiter werfen und springen und schneller laufen.<br />
Kevin nannte es das Ding. Er hatte ein Ding in sich, was ihn versteinern und nicht sprechen lies. Und deswegen war der Sportunterricht für ihn eine Katastrophe.<br />
Natürlich war er immer derjenige, der übrig blieb und als letztes gewählt wurde, wenn Teams gebildet werden sollten. Und wenn Kevin dann gezwungenermaßen einem Team zugeteilt wurde, verdrehten die anderen Jungs immer die Augen und gingen zu ihrem Spielfeld. Kevin trottete hinterher.<br />
Wenn er denn wenigstens wirklich unsportlich wäre oder übergewichtig, wie Patrick – selbst er wurde noch vor ihm gewählt – dann wäre es ein vernünftiger und nachvollziehbarer Grund, weshalb er nicht gut in Sport war, dachte Kevin. Aber so war es nicht.<br />
Manchmal konnte er sich drücken. Dann war er krank oder hatte sich verletzt. Und während er auf dem Spielfeld stand – Basektball wurde gespielt – dachte er daran, wie praktisch es wäre ein Mädchen zu sein. Dann hätte er einmal im Monat Unterleibschmerzen haben können und könnte gackernd auf der Bank sitzen und die Jungs beim Sport beobachten. Nein, könnte er nicht, weil er ja nicht viel sprechen konnte. Also würde er schweigend da sitzen. Aber immerhin sitzen.<br />
„VORSICHT, KEVIN!“, schrie Steffen.<br />
Mist, ein Korb. Die anderen seufzten. So was geht immer viel zu schnell. Manchmal zweifelte er sogar daran, ob mit seinen Augen alles in Ordnung sei, weil er manchmal keine Bälle sah, so schnell ging das. Aber mit den Augen war alles in Ordnung. Oder mit dem Gehirn. Weil Ball sehen, nachdenken, was zu tun ist, reagieren und bewegen in diesem Moment viel zu kompliziert war. Aber auch mit dem Gehirn war alles in Ordnung, denn zu Hause konnte er mit seinem besten Freund, den er schon seit dem Kindergarten kannte, Basketballspielen. Und sogar gut.<br />
Dieses scheiß Ding, dachte er.<br />
Sport war die Hölle. Drei Jahre Sportunterricht müsste er noch durchstehen. Nur noch drei Stück. Zehn hatte er schon. Da waren drei doch ein Zuckerschlecken. Drei Jahre. Wie viel Schulwochen waren das? 40? Egal, mehr als 120 Sportstunden waren das nicht mehr…</p>
<p style="text-align: justify;">Wieder war eine Woche geschafft und wieder warf Kevin am Nachmittag die Tasche in sein Zimmer, zog sich um, ging raus und rannte. Er rannte die Feldwege um das Wohnviertel entlang und rannte und rannte. Musik im Ohr. Um den Kopf von der Woche freizubekommen. Und damit die Wut verschwand, die Wut über sich selbst, weil er so komisch war.</p>
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