Marie bewunderte ihre Oma. Weil Omas das Leben geschafft hatten. Da war eigentlich gar nichts mehr kompliziert und schwierig. Omas hatten alles gehabt, was sie wollten. Sie hatten irgendwo bei ihrer Familie eine kleine Wohnung mit einem Haustier und vielleicht einem kleinen Garten. Und Rente bekamen Omas auch.
Sie wünschte sich Oma zu sein. Ihre Oma, die war zu Hause. Dort kochte sie und putzte, ging spazieren, besuchte Freunde, las oder schaute fern. Oder strickte, das machte ihre Oma gern. Ob alle Omas stricken mögen oder ob sie nur stricken, weil Omas eben immer stricken?
Jedenfalls mussten sie nicht mehr zur Schule gehen und all die komischen Aufgaben, die mussten Omas auch nicht mehr machen. Vorlesen, vorrechnen oder Sportunterricht, den hatte Maries Oma auch nicht mehr. Hatte sie überhaupt Sport gehabt? Damals, da war das ein bisschen anders gewesen. Vielleicht hatten die Kinder damals ja gar keinen Sportunterricht. Dann hätte sie am liebsten damals gelebt.
Eigentlich konnte Marie es kaum erwarten, alt zu sein. Denn dann konnte sie nur das machen, was ihr Spaß machte und das Leben war beinahe vorbei gewesen bis man irgendwann einfach einschlief und nicht mehr aufwachte. Dann war auch die Angst zu Ende und es war egal, ob sie sprach oder nicht. Am liebsten wäre ihr gewesen, wenn ihr Leben schon fast zu Ende war.
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