Wie 2009, soll’s auch 2010 einen Jahresrückblickblogeintrag geben. Und ich glaub’ 2010 war zusammengefasst das Jahr, in dem ich mich selbst am wenigsten leiden konnte und am meisten von mir überrascht war. Aber von vorn.
Der Jahresanfang war irgendwie noch zum Selbstheilemachen da, weil wenn weltbeste Menschen sterben, das Heilemachen lange dauert und eigentlich auch nie fertig ist. Er fehlt immer noch und hat es das ganze Jahr getan. Wahnsinnig. Manchmal mehr denn je. Und manchmal waren da die Gedanken im Kopf, wie es denn ohne ihn nur gehen kann. Aber es ging und es geht.
Ab März gehörte die Zeit wieder vollständig dem Studium, weil’s das offizielle letzte Semester war und deswegen ging die Zeit bis zum Sommer auch ziemlich schnell vorbei. Mit Aufgaben und Prüfungen und solchen Dingen. Endspurt. Was die Prüfungen anging, jedenfalls. Ein bisschen traurig war’s, weil’s bedeutete, dass man liebgewonnene Menschen gar nicht mehr oder nicht mehr oft wiedersieht und die ganzen drei Jahre eigentlich viel zu schnell vorüber gingen.
Dann war da der Sommer mit schönen Reisen und Momenten und dann der Herbst mit einem riesigen Haufen Bergen, weil ein Praktikum zum Studium gehört. Und ein riesen Haufen Angst und Quälerei wegen neuer Aufgaben, Herausforderungen und Menschen. Das war sogar so ein großer Berg, sodass ich ihn ein Jahr vor mir hergeschoben hab’ und dachte, das geht nie. Wirklich nie. Und dann geht’s aufeinmal und so schlimm war’s gar nicht und ich bin irgendwie meilenweit weiter gekommen mit dem Leben. Nicht nur für den Studienabschluss, sondern vielmehr für mich selbst. Meilenweit weiter mit mir selbst.
Und dann war da noch die Zeit, in der ich Millionen Tränen geweint hab’ und absolut nicht mit mir selbst klar kam. Weil ich ein Herz gebrochen hab’ und’s noch nie vorher tat. Weil ich vorher irgendwie gelernt hab’ mit allem klar zu kommen, alles irgendwie zu überstehen, nur das nicht. Alles irgendwie doch zu können, nur nicht solche Entscheidungen zu treffen. Und dann wusste ich aufeinmal gar nicht mehr, was richtig und was falsch ist und wie irgendwas funktionieren soll. Weil ich eigentlich ganz anders bin. Weil ich nicht weh tue. Weil mir immer wehgetan wurde. Weil man’s eben so kennt. Und weil ich Lebensprinzipien hab’, an die man sich eigentlich ganz fest halten möchte und’s dann doch nicht kann. Und weil ich es nicht tun wollte, aber gar nicht anders konnte. Dabei bin ich mir selbst verloren gegangen. Ziemlich schlimm. Und mit mir alles andere auch.
Und jetzt? Jetzt ist mir rätselhaft, wie das nächste Jahr wird. Gut, dass ist es eigentlich immer, aber irgendwie ist’s nächstes rätselhafter. Das Studium wird nämlich definitiv fertig werden und dann weiß man nicht, wie’s weiter geht. Ein neues Studium? Oder wird’s der Job im Arbeitsleben? Oder was völlig anderes? Was auch immer…
Und dann weiß ich nicht, ob ich mich wieder finden werde. Ob ich das überhaupt kann und ob ich noch zusammenpasse. Wo ich mit mir und meinen Vorstellungen vom Leben ankommen werde oder ob ich nicht einfach aussteigen möchte. Ich weiß es nicht. Ich hab’ noch keinen Plan. Weder vom nächsten Jahr, noch vom Leben.
Aber es wird ein Jahr werden. Ein Jahr eines Lebens, wie die anderen Jahre auch. Ein Jahr, indem man Kraft braucht und stark sein muss. Vielleicht noch mehr, als man’s davor gebraucht hat und war. Ein Jahr, in dem man Menschen findet und Menschen verliert, weil’s immer so sein muss. Ein Jahr, in dem das Leben genauso ein ARSCHLOCH ist, wie immer und man nur lernen muss es trotzdem manchmal toll zu finden. Wie jedes Jahr.
Ich wünsche euch, dass ihr das könnt. Für das nächste Jahr. Dass ihr das Beste aus dem Jahr macht und stark seid. Weil man’s immer sein muss. Ich wünsche euch ein Jahr mit Höhen und Tiefen, weil’s eben dazu gehört. Aber am meisten wünsch’ ich euch, dass ihr mutig seid und weitergeht. Weil, wenn’s schlimm ist, kann’s eigentlich nur besser werden…
Ich wünsche euch einen schönen Jahreswechsel und alles Gute für das Jahr 2011!

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