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	<title>Mutismus Blog &#187; Freunde</title>
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	<description>Die Welt aus der Sicht einer Schweigsamen...</description>
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		<title>Sekundärer Krankheitsgewinn II</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 08:59:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sab</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mir ist noch etwas eingefallen, was an selektiven Mutismus positiv ist. Und zwar, wenn man nicht spricht, hat man jede Menge Zeit andere Menschen zu beobachten.
Mir geht es oft so, dass ich bei Unterhaltungen in einer Gruppe versuche angestrengt zuzuhören, sodass ich eventuell auch mal etwas dazu sagen kann. Am Anfang bin ich also oft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Mir ist noch etwas eingefallen, was an selektiven Mutismus positiv ist. Und zwar, wenn man nicht spricht, hat man jede Menge Zeit andere Menschen zu beobachten.<br />
Mir geht es oft so, dass ich bei Unterhaltungen in einer Gruppe versuche angestrengt zuzuhören, sodass ich eventuell auch mal etwas dazu sagen kann. Am Anfang bin ich also oft mit mir selbst beschäftigt, denke darüber nach, was man dazu sagen könnte, was passt, versuche mich zu überwinden und und und.<br />
Und irgendwann, wenn die schweigsamen Minuten immer mehr werden, geb&#8217; ich auf. Dann hör&#8217; ich auf darüber nachzudenken, was man wie wann und wo sagen kann, weil sonst würde der Frust, dass es nicht funktioniert immer größer werden.<br />
Darum etwas Positives&#8230; Andere Menschen beobachten. Mit Absicht mach&#8217; ich das nicht. Aber was soll man auch anderes machen, wenn sich alle unterhalten, außer zuhören und Menschen anschauen? Und dann weiß ich meist mehr über einen Menschen als alle anderen, die mit Sprechen beschäftigt sind. Es ist mir schon einige Male passiert, dass diejenigen, denen ich aufmerksam zugehört hab&#8217;, darüber erstaunt waren, dass ich soviel über sie weiß. Weil man mich oft vergisst und als Zuhörer nicht wahrnimmt.<br />
Ich glaub&#8217; ich hab&#8217; ziemlich gute Menschenkenntnisse. Ich merk&#8217;, wenn sich jemand nicht wohl fühlt oder wenn es demjenigen nicht gut geht. Und ich weiß auch ziemlich schnell ob mir Menschen sympathisch oder unsympathisch sind. Also noch etwas Positives am Mutimsus ist, ein Gefühl für Andere zu haben.</p>
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		<title>Leserfragen zum Leben mit Mutismus</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Jul 2010 13:16:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sab</dc:creator>
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		<description><![CDATA[1. Wissen viele Menschen aus deinem realen Leben von deinem Mutismus?
Nein, eigentlich gar nicht. Klar, dass ich stiller bin, ist manchmal unschwer zu übersehen, aber den Namen selektiver Mutismus kennt kaum jemand in Verbingung mit mir. Abgesehen von den Menschen, die damals mit mir in der Psychatrie waren und den Psychologen, Betreuer etc. , wissen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">1. <span style="color: #888888;">Wissen viele Menschen aus deinem realen Leben von deinem Mutismus?</span></p>
<p style="text-align: justify;">Nein, eigentlich gar nicht. Klar, dass ich stiller bin, ist manchmal unschwer zu übersehen, aber den Namen selektiver Mutismus kennt kaum jemand in Verbingung mit mir. Abgesehen von den Menschen, die damals mit mir in der Psychatrie waren und den Psychologen, Betreuer etc. , wissen gerade mal 6 Menschen aus meinem Bekanntenkreis so richtig davon. Sprich 6 Menschen, denen ich es erzählt habe oder die es durch diesen Blog erfahren haben. Also gehe ich im realen Leben nicht wirklich offen damit um. Möchte ich auch gar nicht. Ich möchte keinen Mutismus-Mitleids-Bonus oder einen Die-spricht-ja-sowieso-nicht-Stempel bekommen.</p>
<p style="text-align: justify;">2. <span style="color: #888888;">Warum hast du früher geschwiegen?</span></p>
<p style="text-align: justify;">Ja, die bekannte Warum-Frage&#8230; Hab&#8217; ich mir oft gestellt und durch die Therapie habe ich auch viele Antworten bekommen. Allerdings möchte ich hier, öffentlich im Internet nicht ausführlich darüber schreiben. Ich möchte nicht über Dinge schreiben, die andere Menschen betreffen bzw. über Dinge, die so privat sind, sodass ich die besagten Menschen um Erlaubnis fragen müsste. In diesem Blog geht es um mich. Das ist okay. Und um Menschen, die etwas sagen möchten. Aber in diesem Fall würde es nicht nur mich betreffen. Nur soviel: Mutismus ist oder war für mich eine Verhaltensweise, die ich erlernt habe und sich für mich irgendwie als ziemlich praktisch erwiesen hat. Sozusagen eine (Über)lebensstrategie.<br />
Wenn jemand dennoch gerne mehr wissen möchte, sei&#8217;s als Betroffener, Angehöriger oder Psychologieinteressierter, kann ich sicherlich per e-Mail (Adresse im Impressum) noch einige Dinge mehr schreiben als in dieser Antwort. Ich hoffe, ihr habt Verständis.</p>
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		<title>Tipps zum Umgang mit Mutismus</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Apr 2010 22:19:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sab</dc:creator>
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		<description><![CDATA[
dem Schweigen nicht viel Aufmerksamkeit schenken und nicht lange warten bis etwas gesagt wird
Oft war es bei mir so, dass das Sprechen unmöglicher wurde, je mehr man gewartet hat und mich zu einer Antwort drängen wollte. Je länger ich schwieg, desto schwieriger wurde es Worte für einen Einstieg zu finden und die Stille zu durchbrechen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<ul>
<li style="text-align: justify;"><strong>dem Schweigen nicht viel Aufmerksamkeit schenken und nicht lange warten bis etwas gesagt wird</strong><br />
Oft war es bei mir so, dass das Sprechen unmöglicher wurde, je mehr man gewartet hat und mich zu einer Antwort drängen wollte. Je länger ich schwieg, desto schwieriger wurde es Worte für einen Einstieg zu finden und die Stille zu durchbrechen. Wenn ich mal gesprochen habe, dann war es meist spontan und es funktionierte eben einfach, weil die Situation und Umgebung passte. Konnte ich also nicht sprechen, änderte sich das auch mit mehr Zeit zum Antworten geben nicht.</li>
</ul>
<p style="text-align: right;"><a href="/tipps-umgang-mutismus/">weitere Tipps</a></p>
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		<title>Tipps zum Umgang mit Mutismus</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Feb 2010 21:31:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sab</dc:creator>
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		<description><![CDATA[
Gruppenaktionen mit Bezugspersonen zusammen machen
Hätte ich mir in der Schule manchmal sehr gewünscht. Weil Gruppenarbeiten schon so schwierig genug waren und dann war man meistens auch noch mit Menschen in einer Gruppe, mit denen man noch nie ein Wort gesprochen hat. Wenn ich mit einer Bezugsperson, mit der ich sprechen konnte, zusammen war, fiel es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<ul>
<li style="text-align: justify;"><strong>Gruppenaktionen mit Bezugspersonen zusammen machen</strong><br />
Hätte ich mir in der Schule manchmal sehr gewünscht. Weil Gruppenarbeiten schon so schwierig genug waren und dann war man meistens auch noch mit Menschen in einer Gruppe, mit denen man noch nie ein Wort gesprochen hat. Wenn ich mit einer Bezugsperson, mit der ich sprechen konnte, zusammen war, fiel es mir deutlich leichter auch mit den anderen aus der Gruppe zu sprechen. Mag vielleicht für den Betroffenen irgendwie zu einfach gemacht sein, aber bei &#8220;fremden&#8221; Gruppen habe ich meist kein einziges Wort gesagt und das war auch nicht sehr förderlich.</li>
<li style="text-align: justify;"><strong>wenn etwas unerwartet gesagt wurde, keine großes &#8220;Theater&#8221; daraus machen</strong><br />
Das war mir immer ziemlich unangenehm, wenn es mal vorkam, dass ich doch unerwartet gesprochen habe. Dann kamen solche Kommentare, wie &#8220;du kannst ja doch sprechen&#8221; oder &#8220;oh, sie spricht&#8221;. Je länger ich geschwiegen habe, desto mehr habe ich darüber nachgedacht, was die anderen wohl denken würden, würde ich nun plötzlich etwas sagen. Und irgendwann bekam das einen großen Stellenwert und umso schwieriger wurde es.<br />
Also, wenn möglich nichts dazu sagen und nicht anmerken lassen, wie erstaunt man über die Worte ist.</li>
</ul>
<p style="text-align: right;"><a href="/tipps-umgang-mutismus-2/" target="_self">weitere Tipps</a></p>
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		<title>Tipps zum Umgang mit Mutismus</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Feb 2010 19:43:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sab</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Und wieder gibt es eine neue Kategorie. Die Kategorie heißt &#8220;Tipps&#8221;, weil ich versuchen möchte einige hilfreiche Ratschläge und Tipps im Umgang mit Mutismusbetroffenen aufzustellen.
Ich weiß nicht, ob es mir gelingen wird, weil ich bisher oft die Erfahrung gemacht habe, dass es in Situationen in denen ich geschwiegen habe eigentlich keine bestimmte allgemeine &#8220;Gebrauchsanweisung&#8221; gab [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Und wieder gibt es eine neue Kategorie. Die Kategorie heißt &#8220;Tipps&#8221;, weil ich versuchen möchte einige hilfreiche Ratschläge und Tipps im Umgang mit Mutismusbetroffenen aufzustellen.<br />
Ich weiß nicht, ob es mir gelingen wird, weil ich bisher oft die Erfahrung gemacht habe, dass es in Situationen in denen ich geschwiegen habe eigentlich keine bestimmte allgemeine &#8220;Gebrauchsanweisung&#8221; gab und mein Schweigen sehr stark von der Situation, von der Umgebung, von meiner Stimmung und den Menschen um mich herum abhing. Aber ich glaube ich habe jede Menge Erfahrungen, Ratschläge und vielleicht Lösungen, die ich mir damals gewünscht hätte und die einiges sicherlich viel leichter gemacht hätten.<br />
Vielleicht kann ich damit ja dem ein oder anderen Angehörigen irgendwie helfen und es den Betroffenen dadurch ein bisschen leichter machen. Mal sehen, wie und ob sich diese Kategorie mit Ratschlägen füllen wird.</p>
<ul>
<li style="text-align: justify;"><strong>so normal, wie möglich behandeln</strong><br />
Ich glaube einer der wichtigsten Ratschläge ist, den Betroffenen so normal wie möglich zu behandeln und nicht zu ignorieren. In der Schule wurde ich damals oft gar nicht mehr angesprochen, weil alle sicherlich dachten &#8220;<em>die spricht ja sowieso nicht</em>&#8220;. Auch wenn das für den Betroffenen vielleicht in dem Moment die einfachste Lösung ist, denke ich, dass es im Nachhinein nur schaden kann. Zum einen fühlt man sich vielleicht wie ein Außenseiter und zum anderen fördert dies nur den Mutismus. Ich hätte mir damals oft gewünscht, nicht in die Sie-spricht-nicht-Schublade gesteckt zu werden. Ich glaube gerade für Eltern oder Nahestehende ist das Normalbehandeln besonders schwierig, da man ja eigentlich nur helfen und ihm das Sprechen am liebsten abnehmen möchte, um es einfacher zu machen. Aber wie schon gesagt, bitte normal behandeln. Also weiterhin ansprechen, Fragen stellen und die Möglichkeit zum Antworten geben und nicht das Sprechen übernehmen.</li>
<li style="text-align: justify;"><strong>nicht persönlich nehmen</strong><br />
Das passiert sicherlich schnell, wenn man einen Mutist anspricht und er schweigt. Wenn man versucht und versucht, aber einfach keine Antwort bekommt. Dann denkt man vielleicht, dass der Betroffene ein persönliches Problem mit einem haben könnte. Auch, wenn dieser Tipp manchmal vielleicht etwas schwer fällt, aber ich kann mit sehr großer Wahrscheinlichkeit sagen, dass das Schweigen absolut keine persönlichen Gründe hat. Es gab bisher nur wenige Menschen, die ich nicht mochte, bei denen ich aber dann genauso verstummte, wie bei Menschen, die ich sehr mochte.</li>
<p style="text-align: right;"><a href="/tipps-umgang-mutismus/" target="_self">weitere Tipps </a></p>
</ul>
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		</item>
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		<title>Was ich verpasst hätte, wenn ich nicht mehr leben würde&#8230;</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Jan 2010 18:06:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sab</dc:creator>
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		<description><![CDATA[&#8230;und das ist eigentlich eine ganze Menge, was ich wirklich nicht mehr missen möchte.
1. Liebe &#8211; die länger andauernde und ernste Liebe.
2. Fliegen - ein wirklich total irres Gefühl, wenn man in einem Flugzeug sitzt und langsam abhebt oder wieder landet.
3. Konzerte - die Bässe im Bauch und die dröhnende Lautstärke. Vor allem das Konzert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">&#8230;und das ist eigentlich eine ganze Menge, was ich wirklich nicht mehr missen möchte.</p>
<p style="text-align: justify;">1. <strong>Liebe</strong> &#8211; <span style="color: #333333;">die länger andauernde und ernste Liebe</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">2. <strong>Fliegen </strong>- <span style="color: #333333;">ein wirklich total irres Gefühl, wenn man in einem Flugzeug sitzt und langsam abhebt oder wieder landet</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">3. <strong>Konzerte</strong> -<span style="color: #333333;"> die Bässe im Bauch und die dröhnende Lautstärke. Vor allem das Konzert von meiner Lieblingsband war ein Lebenstraum</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">4. noch mehr <strong>Schnee</strong> &#8211; <span style="color: #333333;">in 5 Jahren kommt ganz schön viel Schnee zusammen, den ich verpasst hätte</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">5. das <strong>Reisen</strong> und <strong>fremde Länder</strong> entdeckt zu haben &#8211; <span style="color: #333333;">vor allem USA, Kanada, Frankreich und Schweden</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">6. eigene <strong>Wohnung</strong> &#8211; <span style="color: #333333;">die geb&#8217; ich nicht mehr her</span>!</p>
<p style="text-align: justify;">7. <strong>Fotografie </strong>- <span style="color: #333333;">ich wäre nie im Besitz einer eigenen Kamera gewesen und hätte nicht gemerkt, wie toll das sein kann, die Welt in Bildern festzuhalten</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">8. <strong>Studieren</strong> &#8211; <span style="color: #333333;">hätte man mir gesagt, dass ich mal studiere, hätte ich demjenigen den Vogel gezeigt</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">9. <strong>Kontaktlinsen</strong> &#8211; <span style="color: #333333;">ich habe meine Brille schon immer gehasst. Und es ist ein tolles Gefühl nun ohne sehen zu können</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">10. weiter <strong>Musik</strong> hören -<span style="color: #333333;"> ich hätte ganz viele tolle Lieder verpasst. Und zwei Alben meiner Lieblingsband hätte ich nie gehört</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">11. weiter <strong>Schreiben</strong> zu können &#8211; <span style="color: #333333;">ich mag Schreiben wirklich sehr gern</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">12. <strong>Menschen</strong>, denen man begegnet ist &#8211; <span style="color: #333333;">wie wäre es um Beispiel, ohne die Samen-Frau in Lappland gewesen, die eine so furchtbare Weisheit ausstrahlte, sodass sie unbeschreiblich magisch wirkte, mit ihren tiefen Augen und ihrer Stimme</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">13. <strong>Events</strong> und <strong>Veranstaltungen</strong> &#8211; <span style="color: #333333;">dann hätte ich heute nicht sagen können, dass mir <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Schneider" target="_blank"><em>Martin Schneider</em></a> mal zum Geburtstag gratuliert hat oder ich mit &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Happy" target="_blank"><em>Die Happy</em></a>&#8221; gesprochen habe</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">14. <strong>Häschen</strong> &#8211; <span style="color: #333333;">wie wäre es, ohne ganz fest zu wissen, dass ich irgendwann mal ein Häschen (als Haustier) haben werde</span>?</p>
<p style="text-align: justify;">15. <strong>Finnland-Traum</strong> &#8211; <span style="color: #333333;">gäb&#8217;s auch nicht und heute ist es die Zukunft</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">16. <strong>Autofahren </strong>- <span style="color: #333333;">auch, wenn ich es nicht mag, aber das Gefühl völlig selbstständig von A nach B zu kommen, geb&#8217; ich nicht mehr her</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">17. <strong>Taizé</strong> &#8211; <span style="color: #333333;">weil man inmitten hunderter Menschen auch ganz still sein kan</span><span style="color: #333333;">n</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">18. bestiegene <strong>Berge</strong> -<span style="color: #333333;"> nicht nur bildlich sondern auch im wahrsten Sinne des Wortes. Wie wäre es ohne die endlose Aussicht auf dem Berg</span>?</p>
<p style="text-align: justify;">19. <strong>Genuss</strong> -<strong> </strong><span style="color: #333333;">ich wäre nie in den Genuss von <em>Orangina</em>, <em>Oreos</em> und gutem Essen gekommen</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">20. gute <strong>Filme</strong> &#8211; <span style="color: #333333;">hätte ich eine Menge verpasst. Die meisten meiner Lieblingsfilme hätte ich nie gesehen</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">21. gute <strong>Bücher</strong> &#8211; <span style="color: #333333;">ich hätte Twilight nie gelesen</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">22. <strong>Alkohol </strong>- <span style="color: #333333;">ich hätte mich niemals angenehm mit meiner damaligen besten Freundin betrunken und im Mondschein über das Leben philosophiert</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">23. <strong>Streit</strong>, <strong>Diskussionen</strong> und <strong>Konflikte</strong> &#8211; <span style="color: #333333;">auch, wenn das nicht gerade positiv ist, aber ich hätte nie gewusst, wie das ist, wenn man sich streitet oder über belanglose Alltagsthemen diskutiert</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">24. zweite <strong>Familie</strong> &#8211; <span style="color: #333333;">hätte nie das Gefühl kennengelernt in einer &#8220;Wahlfamilie&#8221; willkommen zu sein</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">25. das <strong>Gefühl von Heimat</strong> -<span style="color: #333333;"> ich hätte nie gewusst, dass ich auch irgendwo hingehören kann</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">26. <strong>Emotionen teilen</strong> -<span style="color: #333333;"> hatte ich davor immer nur für mich allein</span>.</p>
<p style="text-align: justify;">27. <strong>Nähe</strong> -<span style="color: #333333;"> ich hätte nicht gewusst, wie es ist, Freunde zu umarmen</span>.</p>
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		<title>Die Geburtstagsparty</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Jan 2010 23:01:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sab</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es war Alenas Geburtstag. Zwölf wurde sie und sie hatte einige Mädchen aus ihrer Klasse eingeladen. Und eigentlich freute sie sich auf ihre Geburtstagsfeier, denn zu Hause konnte sie endlich mal so sein, wie sie wirklich war. Jedenfalls fiel dort das Sprechen sehr viel leichter als in der Schule.
Alle Mädchen, die sie eingeladen hatte kamen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Es war Alenas Geburtstag. Zwölf wurde sie und sie hatte einige Mädchen aus ihrer Klasse eingeladen. Und eigentlich freute sie sich auf ihre Geburtstagsfeier, denn zu Hause konnte sie endlich mal so sein, wie sie wirklich war. Jedenfalls fiel dort das Sprechen sehr viel leichter als in der Schule.<br />
Alle Mädchen, die sie eingeladen hatte kamen. Es gab Kuchen, Pizza, Chips, Gummibärchen und Cola. Sie durfte in dem großen Wohnzimmer feiern, weil Alenas Kinderzimmer viel zu klein war.<br />
Erst wollten sie alle raus. Christina wollte eine Freundin, die im gleichen Ort wohnte besuchen, weil sie sich doch so lange nicht mehr gesehen hatten. Und die anderen fanden die Idee super. Gut, überstimmt, also alle raus und zu einer wildfremden Person an Alenas Geburtstag.</p>
<p style="text-align: justify;">Wieder zurück. In Alenas Zimmer. Weil alle ihr Zimmer sehen wollten.<br />
Jeder suchte irgendwas. Im Bücherregal, im CD-Regal und auf dem Schreibtisch. Und alles, was sie fanden war auf einmal so schrecklich lustig. Das alte zerzauste Schaf, was Alena seit dem Tag ihrer Geburt hatte, flog durch das Zimmer, ihre Lieblingsmusik war mit einem Mal auch furchtbar lustig und wurde von allen albern nachgeäfft, obwohl sie sie eigentlich selbst auch hörten und die Stifte auf dem Schreibtisch waren albern und die Bücher im Regal sowieso. Irgendwann war das Abendessen auch lustig und ein Kindergartenessen, das Besteck, die Teller und die Gläser waren uncool und das ganze Haus sowieso.<br />
Kurzum, alle amüsierten sich prächtig über Alena und ihr Leben.<br />
Und wahrscheinlich waren sie deshalb auch hier. Damit sie sich in der Schule nur noch mehr über Alena lustig machen konnten.<br />
GEHT WEG!!!, hätte sie am liebsten geschrien und hätte alle samt ihrer Geschenke hinausgeworfen. Und die Jacken, Schuhe, Schals und Handschuhe hinterher und dann hätten sie blöd guckend im Schnee gestanden. In der Kälte.<br />
Aber das traute sie sich nicht. Nicht, weil sie zu Hause nicht schreien konnte. Wie hätte sie es denn ihren Eltern erklären sollen, dass sie gerade ihre Geburtstaggäste raus geworfen hätte? Und wie wäre es nach diesem Tag in der Schule gewesen? Sicherlich noch schlimmer als den Rest dieses Abends noch ertragen zu müssen.</p>
<p style="text-align: justify;">Am späten Abend <span style="color: #3366ff;">weinte sie sich in den Schlaf</span>. Es war ihre letzte Geburtstagfeier. Erstmal, jedenfalls.</p>
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<h2 style="text-align: right;"><span style="color: #000000;"><strong>Cut.</strong></span></h2>
<p><span style="color: #000000;"><strong><br />
</strong></span></p>
<p style="text-align: justify;">Und wenn ich am nächsten Morgen nicht mehr aufwache, dann soll es so sein, dachte Alena und <span style="color: #3366ff;">Tränen tropften auf das Kissen</span>. Vielleicht habe ich Glück und werde keine 18 Jahre mehr alt.<br />
Langsam hatte sie keine Kraft gegen die schweren Augenlider, die zufallen wollten, anzukämpfen und schlief ein.<br />
Es war 20 Uhr. Sie war gerade erst nach Hause gekommen und hatte sich sofort in ihr Zimmer verkrümelt. Sie hatte die Musik aufgedreht und die kleine Holzkiste aus der Schublade unter den Socken hervorgeholt. In der Kiste lagen Taschentücher, Raiserklingen und ganz viele kleine, bunte Tabletten. Alena hatte sie nach und nach gesammelt, die Tabletten. Aus dem Medizinschrank. Schlaftabletten, Beruhigungstabletten – und Tabletten, die man als gesunder Mensch eigentlich nicht nehmen sollte.<br />
Sie nahm die Tabletten alle.<br />
Sie hatte sich keine Gedanken gemacht, was danach mit ihr passieren könnte und ob das so überhaupt funktioniert oder ob sie am Ende Folgen davon tragen würde. Sie wollte nur schlafen. Ganz tief schlafen und dabei sollte das Herz einfach aufhören zu schlagen. Und wenn es in dieser Nacht eben passierte, dann war es so.<br />
Die Musik lief. Dauerschleife. „<em>Oh girl we are the same. We are young and lost and so afraid. There´s no cure for the pain, no shelter from the rain. All our prayers seem to fail…</em>”</p>
<p style="text-align: justify;">Der Wecker klingelte. Und klingelte.<br />
Alena’s Augenlider zuckten. Langsam bewegte sie sich und öffnete die Augen.<br />
Scheiße bin ich müde, murmelte sie.<br />
Und scheiße, ich atme noch.<br />
Nur langsam konnte sie aufstehen. Ihr Kopf brummte, als wären zig Autos drüber gefahren.<br />
Duschen. Erstmal duschen, dachte sie.<br />
Und dazu brauchte sie ewig lange, sodass sie sich beeilen musste, um es noch pünktlich zur Schule zu schaffen. Ihre Familie gratulierte ihr, sie bekam Umschläge und machte sich schnell auf den Weg.</p>
<p style="text-align: justify;">Am Nachmittag schlurfte sie die Wendeltreppe zur Station hinauf. Sie mussten jeden Tag zur Klinik, da sie noch tagesklinisch war. Auch an ihrem Geburtstag.<br />
Irgendwas war komisch, als sie gerade eben an der Tür geklingelt und sich durch die Sprechanlage gemeldet hatte.<br />
Und auf einmal hörte sie Stühlerücken.<br />
Die haben doch Übergabe um diese Zeit, dachte sie.<br />
Dann hörte sie auch noch die Stationstür. Mittlerweile war Alena schon sieben Monate hier, sodass sie die verschiedenen Türen sehr gut durch ihren Klang beim Öffnen unterscheiden konnte.<br />
Und plötzlich standen sie alle da. Alle. Die kompletten Patienten, Therapeuten und Betreuer von der Früh- und von der Spätschicht. Und auch Therapeuten, mit denen sie eigentlich nicht viel zu tun hatte.<br />
Herr V. stand vorn und fing nun auch noch an zu zählen.<br />
Eins. Zwei. Drei.<br />
Happy Birthday to you…<br />
Sie sangen Happy Birthday.<br />
Ich glaub’ ich spinn’, dachte Alena.<br />
Ist das verrückt.<br />
Sie singen. Sie singen alle Happy Birthday nur für mich.<br />
Das hat noch nie jemand getan. Nagut, im Kindergarten. Aber das zählt nicht, weil man das tun musste.<br />
Sie sangen zu Ende.<br />
Herr V. kam auf sie zu. Er gab ihr die Hand und gratulierte und konnte nicht aufhören Alena anzugrinsen. Er spürte, wie überwältigt sie war. Und sie <span style="color: #3366ff;">kämpfte mit den Tränen</span>.<br />
Die Menge löste sich auf und die Patienten kamen auf sie zu gestürmt.<br />
Alena wurde umarmt und gedrückt. Hier und da.<br />
Ich glaube, ich spinne, dachte sie wieder.<br />
Es gab Kakao und Kuchen.<br />
Mit 18 Kerzen obendrauf.<br />
Ich muss einfach spinnen, dachte sie.<br />
Sie hatte schon einige Geburtstage auf der Station miterlebt. In den sieben Monaten. Und Kuchen gab es immer. Er wurde von der Nachtschicht gebacken. Aber die Sache mit dem Lied, dass alle auf dem Flur versammelt waren und sangen, das gab es noch nie…<br />
Und Alena atmete, sie atmete und lebte noch immer.<br />
Zum Glück.</p>
<p style="text-align: justify;">
<h2 style="text-align: right;"><span style="color: #000000;"><strong>Cut.</strong></span></h2>
<p><span style="color: #000000;"><strong><br />
</strong></span></p>
<p style="text-align: justify;">20 Jahre. Alena hatte einige Freunde eingeladen. Ihre beste Freundin, die sie in der Klinik kennengelernt hatte und ihre beste Freundin, die mit ihr zur Schule ging. Beide brachten ihre Freunde mit. Ihre Freundin, die sie über das Internet kennengelernt hatte, war auch da. Und natürlich ihr Freund. Ja, ihr Freund.<br />
Es gab Pizza und selbstgemachte Cocktails.<br />
Es wurde gesagt, wie lecker die Pizza sei und nach dem Rezept für den Teig gefragt. Weil Pizzen eben doch nicht immer lustig sind.<br />
Aber Cocktails sind es. Und deswegen war der ganze Abend auch lustig. Mit Alena und nicht ohne Alena.<br />
Es gab Musik, lustige Kartenspiele und Witze. Und es wurden <span style="color: #3366ff;">Tränen</span><span style="color: #3366ff;"> gelacht</span>.<br />
A <span style="text-decoration: underline;">Happy</span> Birthday.</p>
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		<pubDate>Fri, 04 Dec 2009 19:13:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sab</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">„Das schlimmste an allem ist, dass ich mit mir selbst leben muss“, dachte Alena als sie in der Dunkelheit nach Hause ging. Sie kam gerade von einer Feier, auf die sie von einer Kommilitonin eingeladen wurde. Eigentlich wollte sie gar nicht hingehen. Sie mochte Feiern nicht. Oder sie hatte einfach viel zu viel Angst, es war immer irgendwie anstrengend oder die Blockade war sowieso wieder da, sodass sie verstummte. Aber sie ging trotzdem hin. Mehr aus dem Grund, nicht die Kontakte zu verlieren, als aus Spaß.<br />
Und mal wieder hatte sie sich grauenvoll benommen. Besser gesagt hatte sie sich gar nicht benommen, weil sie überhaupt nichts machte und das war das Problem. Es wurde gespielt, geredet und getrunken und eigentlich hörte Alena nur zu oder lächelte mit.<br />
Sie war unsichtbar und stumm. Und das schlimmste daran war eigentlich, dass die anderen sie das nächste Mal einfach nicht mehr einladen bräuchten, wenn sie Alena nicht so akzeptieren oder sie ihnen unsympathisch war. Aber sie selbst konnte das nicht. Als könnte das einem selbst so gefallen, wenn man inmitten einer lachenden Gruppe junger Leute saß und selbst kein einziges Wort heraus bekam. Aber ja, sie konnten denken, was soll das denn und laden sie das nächste Mal einfach gar nicht mehr sein. Und sie selbst?<br />
Am liebsten würde sie sich selbst gar nicht mehr einladen. Oder einfach ausladen, um nichts mehr mit sich zu tun haben zu müssen.<br />
„Ich will mich nicht mehr haben, mich selbst nicht dabei haben“, dachte Alena unter dem Sternenhimmel. Wenn es doch nur so leicht wäre, wie andere Menschen es haben. Einfach ausladen. „Ich will mich selbst nicht mehr haben. Aber ich muss. Tagtäglich muss ich mich immer wieder dabei haben. Ich will mich nicht.“</p>
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