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	<title>Mutismusblog &#187; Bewegen</title>
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	<description>Die Welt aus der Sicht einer Schweigsamen...</description>
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		<title>Leserfragen zum Leben mit Mutismus</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Feb 2011 13:00:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sab</dc:creator>
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		<description><![CDATA[1. Hast du schon mal angefangen zu weinen als du etwas gefragt wurdest und nicht antworten konntest? Ja, hab&#8217; ich. Aber das ist schon eine Weile her. Das war in der Schule und einige Lehrer sahen darin ein sehr großes Problem, dass ich nicht sprach. Was ja an sich auch kein Problem ist, aber die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">1. <span style="color: #888888;">Hast du schon mal angefangen zu weinen als du etwas gefragt wurdest und nicht antworten konntest?</span></p>
<p style="text-align: justify;">Ja, hab&#8217; ich. Aber das ist schon eine Weile her. Das war in der Schule und einige Lehrer sahen darin ein sehr großes Problem, dass ich nicht sprach. Was ja an sich auch kein Problem ist, aber die Art und Weise wie sie damit umgingen, war es. Das krasseste, was ich erlebte, war mal das Wort verrückt vor der ganzen Klasse, weil ich einen Text nicht vorlesen konnte und da fing ich dann auch an zu weinen.</p>
<p style="text-align: justify;">2. <span style="color: #888888;">Hast du schon mal überlegt die Gebärdensprache zu erlernen/auszuprobieren? </span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #888888;"><span style="color: #000000;">Nein, ehrlich gesagt nicht. Mag zwar naheliegend sein, dass wenn man mit dem Mund nicht sprechen kann, es mit den Händen versucht, aber Mutismus ist mehr so ein Eingefrorensein und ein Erstarren. Und deswegen waren mir in solchen Situationen auch Bewegungen unmöglich. </span><br />
</span></p>
<p style="text-align: justify;">3. <span style="color: #808080;">Wie soll jemand vorgehen, der Kontakt zu einem Menschen mit Mutismus aufbauen will? Extrem vorsichtig/langsam oder doch eher normal/munter drauflos?</span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #000000;">Ich denke es gibt nicht DEN Mensch mit selektiven Mutismus. Das wird sicherlich ganz unterschiedlich sein. Je nach Charakter eben. Daher würde ich sagen weder noch und einfach normal. Und notfalls kann man einfach nachfragen, wie es für denjenigen am besten ist. Wichtig ist glaube ich nur, dass man sich durch ein Schweigen nicht einschüchtern lässt oder auf sich persönlich bezieht.</span> <a href="http://www.mutismusblog.de/tipps-umgang-mutismus-2/">Dieser</a> Eintrag passt vielleicht gut zu der Frage.</p>
 <p><a href="http://www.mutismusblog.de/?flattrss_redirect&amp;id=2658&amp;md5=dcbea2f1f5475c7bcedb762447e5bc49" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.mutismusblog.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Donnerstagsgruppentherapie</title>
		<link>http://www.mutismusblog.de/donnerstagsgruppentherapie/</link>
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		<pubDate>Sun, 17 Oct 2010 09:17:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sab</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heute war Donnerstag. Und Donnerstag hätte Alena am liebsten aus der Klinikalltagswoche gelöscht. Weil Donnerstag Gruppentherapietag war. Eigentlich war die am Montag auch, aber am Montag gab&#8217;s Gespräche in der Gruppentherapie und am Donnerstag alberne Spiele oder Aufgaben, die erfüllt werden mussten. Vetrauensspiele, Kooperationsspiele und sonstige dämliche Spiele, die die Therapeuten hübsch für die Gruppentherapie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Heute war Donnerstag. Und Donnerstag hätte Alena am liebsten aus der Klinikalltagswoche gelöscht. Weil Donnerstag Gruppentherapietag war. Eigentlich war die am Montag auch, aber am Montag gab&#8217;s Gespräche in der Gruppentherapie und am Donnerstag alberne Spiele oder Aufgaben, die erfüllt werden mussten. Vetrauensspiele, Kooperationsspiele und sonstige dämliche Spiele, die die Therapeuten hübsch für die Gruppentherapie fanden.<br />
Da gab&#8217;s zum Beispiel den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gordischer_Knoten_%28Spiel%29" target="_blank">Gordischen Knoten</a>, die Aufgabe, dass alle eine Wand hinaufklettern mussten, egal wie, nur alle mussten hoch und die Starken den Schwachen helfen und es gab irgendwelche Strecken, die in der Gruppe auf Getränkekisten zurück gelegt werden mussten ohne den Boden zu berühren. Spaßigerweise wurden immer mehr Kisten entfernt, sodass man sich gegenseitig &#8220;helfen&#8221; und festhalten musste. Oder auf Holzbrettern, das gab&#8217;s auch. Und die mussten dann in einer Schlange von hinten nach vorn durchgegeben werden.<br />
Die Umsetzung musste immer erst in der Gruppe diskutiert werden. Die Therapeuten gaben nur die Aufgabe und beobachteten und analysierten wahrscheinlich.<br />
Was diese Wörter &#8220;helfen&#8221;, &#8220;vertrauen&#8221; und &#8220;für den anderen da sein&#8221; in diesen blöden Spielen mit dem echten Leben zu tun hatte, war Alena ein großes Rätsel. Als würde man daraus irgendetwas lernen, geschweige denn dadurch therapiert werden.<br />
Und sie erst recht nicht. Denn für sie war das nur eine Qual. Und meistens tat Alena gar nichts. Abgesehen von atmen und auf-einer-Stelle-stehen. Meistens mit verschränkten Armen. In Abwehrhaltung. Während die anderen versuchten sie zum Mitmachen zu überreden. Als würde es daran liegen, dass sie nicht wollte. Und als könnte man das mit den richtigen Argumenten ändern.<br />
An ihrem ersten Donnerstag in der Psychiatrie hatte sie so die ganze Gruppentherapie ausfallen lassen. Die Therapeuten sagten immer, dass alle mitmachen müssen, sonst geht&#8217;s nicht weiter. Das war zwar irgendwie nett, dass niemand vergessen wurde und zusammen Ideen und Lösungen gesammelt wurden, sodass jeder individuell &#8211; sein Problem betreffend &#8211; mitmachen konnte, aber Alena konnte nicht. Sie konnte <strong>wirklich</strong> nicht! Und darum fand die Donnerstagsgruppentherapie manchmal &#8211; eigentlich ziemlich oft sogar &#8211; ohne sie statt. Ohne sie aktiv jedenfalls, denn dabei sein musste sie.</p>
<p style="text-align: justify;">Teil II folgt&#8230;</p>
 <p><a href="http://www.mutismusblog.de/?flattrss_redirect&amp;id=2161&amp;md5=9c05cc2328b92476fdefe0b4a734649b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.mutismusblog.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Leserfragen zum Leben mit Mutismus</title>
		<link>http://www.mutismusblog.de/leserfragen-leben-mutismus-3/</link>
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		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 16:08:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sab</dc:creator>
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		<description><![CDATA[1. Würdest du dich selbst noch als mutistisch bezeichnen? Wenn ja, wo siehst du die Grenze zum &#8220;Überwunden&#8221; für dich persönlich? Hm, schwierige Frage. Wenn man den Mutismus so definiert, dass man schweigt, dann habe ich ihn, glaube ich, überwunden. Größtenteils jedenfalls, weil es, wie schon beantwortet, noch einige heikle Situationen gibt, in denen ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">1.<span style="color: #808080;"> Würdest du dich selbst noch als mutistisch bezeichnen? Wenn ja, wo siehst du die Grenze zum &#8220;Überwunden&#8221; für dich persönlich?</span></p>
<p style="text-align: justify;">Hm, schwierige Frage. Wenn man den Mutismus so definiert, dass man schweigt, dann habe ich ihn, glaube ich, überwunden. Größtenteils jedenfalls, weil es, wie schon <a href="http://www.mutismusblog.de/leserfragen-zum-leben-mit-mutismus-2/" target="_self">beantwortet</a>, noch einige heikle Situationen gibt, in denen ich mir besonders Mühe geben muss oder sagen muss, dass ich dazu nichts sagen kann.<br />
Aber gefühlsmäßig ist es gleich. Ich fühl&#8217; mich in anstrengenden Situationen, in denen das Sprechen mehr Mühe kostet noch genauso, wie damals als ich schwieg. Nur ein bisschen weniger schlimm. Also wenn Mutismus auch neben dem Schweigen das ganze drumherum ist, dann habe ich noch Mutismus.</p>
<p style="text-align: justify;">2. <span style="color: #808080;">Kannst du tanzen? Hast du die Tanzstunde mit gemacht?</span></p>
<p style="text-align: justify;">Beides nein. Aber ich glaube, ich würd&#8217;s gern können&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;">3. <span style="color: #808080;">Du hast geschrieben, dass du auch gerne &#8220;die Welt entdecken&#8221; würdest (Kommentar stillschweigend.myblog.de). Steht dir &#8216;nur&#8217; die Kommunikation, oder auch Neues allgemein im Weg?</span></p>
<p style="text-align: justify;">Hm, ich denke mir steht mehr die Kommunikation im Weg. Es fällt mir sehr schwer Fremdsprachen aktiv zu sprechen, was bei Reisen in fremde Länder ein ziemliches Problem sein kann.<br />
Aber sicher auch ein bisschen Angst vor neuen und unbekannten Dingen.</p>
 <p><a href="http://www.mutismusblog.de/?flattrss_redirect&amp;id=1318&amp;md5=dcbea2f1f5475c7bcedb762447e5bc49" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.mutismusblog.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Der Sportunterricht</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Feb 2010 12:06:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sab</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Und schon wieder Sport. Warum muss die Woche immer so schnell vergehen, wenn sie es eigentlich gar nicht tun sollte, dachte Kevin und hatte schon den ganzen Morgen dieses komische flaue Gefühl im Magen gehabt, als wäre dieser Freitag der letzte Tag in seinem Leben. Kevin hasste den Sportunterricht. Eigentlich war es sogar mehr als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Und schon wieder Sport. Warum muss die Woche immer so schnell vergehen, wenn sie es eigentlich gar nicht tun sollte, dachte Kevin und hatte schon den ganzen Morgen dieses komische flaue Gefühl im Magen gehabt, als wäre dieser Freitag der letzte Tag in seinem Leben.<br />
Kevin hasste den Sportunterricht. Eigentlich war es sogar mehr als Hass, er verabscheute ihn. Und das lag nicht daran, dass er Sport nicht mochte oder unsportlich war, nein, Kevin konnte sich nicht bewegen. Genauso, wie er nicht sprechen konnte funktionierte auch das nicht.<br />
Sein Körper war wie gelähmt. Alles bewegte sich nicht so, wie es sollte, oder wie es das zu Hause tat, wenn niemand da war und zuschaute. Die Arme funktionierten nicht und die Beine auch nicht. Alle Bewegungen waren irgendwie merkwürdig, unnatürlich. Natürlich konnte er den Arm heben, oder das Bein, aber es war steif. Und es sah komisch aus. Allein konnte er besser fangen, weiter werfen und springen und schneller laufen.<br />
Kevin nannte es das Ding. Er hatte ein Ding in sich, was ihn versteinern und nicht sprechen lies. Und deswegen war der Sportunterricht für ihn eine Katastrophe.<br />
Natürlich war er immer derjenige, der übrig blieb und als letztes gewählt wurde, wenn Teams gebildet werden sollten. Und wenn Kevin dann gezwungenermaßen einem Team zugeteilt wurde, verdrehten die anderen Jungs immer die Augen und gingen zu ihrem Spielfeld. Kevin trottete hinterher.<br />
Wenn er denn wenigstens wirklich unsportlich wäre oder übergewichtig, wie Patrick – selbst er wurde noch vor ihm gewählt – dann wäre es ein vernünftiger und nachvollziehbarer Grund, weshalb er nicht gut in Sport war, dachte Kevin. Aber so war es nicht.<br />
Manchmal konnte er sich drücken. Dann war er krank oder hatte sich verletzt. Und während er auf dem Spielfeld stand – Basektball wurde gespielt – dachte er daran, wie praktisch es wäre ein Mädchen zu sein. Dann hätte er einmal im Monat Unterleibschmerzen haben können und könnte gackernd auf der Bank sitzen und die Jungs beim Sport beobachten. Nein, könnte er nicht, weil er ja nicht viel sprechen konnte. Also würde er schweigend da sitzen. Aber immerhin sitzen.<br />
„VORSICHT, KEVIN!“, schrie Steffen.<br />
Mist, ein Korb. Die anderen seufzten. So was geht immer viel zu schnell. Manchmal zweifelte er sogar daran, ob mit seinen Augen alles in Ordnung sei, weil er manchmal keine Bälle sah, so schnell ging das. Aber mit den Augen war alles in Ordnung. Oder mit dem Gehirn. Weil Ball sehen, nachdenken, was zu tun ist, reagieren und bewegen in diesem Moment viel zu kompliziert war. Aber auch mit dem Gehirn war alles in Ordnung, denn zu Hause konnte er mit seinem besten Freund, den er schon seit dem Kindergarten kannte, Basketballspielen. Und sogar gut.<br />
Dieses scheiß Ding, dachte er.<br />
Sport war die Hölle. Drei Jahre Sportunterricht müsste er noch durchstehen. Nur noch drei Stück. Zehn hatte er schon. Da waren drei doch ein Zuckerschlecken. Drei Jahre. Wie viel Schulwochen waren das? 40? Egal, mehr als 120 Sportstunden waren das nicht mehr…</p>
<p style="text-align: justify;">Wieder war eine Woche geschafft und wieder warf Kevin am Nachmittag die Tasche in sein Zimmer, zog sich um, ging raus und rannte. Er rannte die Feldwege um das Wohnviertel entlang und rannte und rannte. Musik im Ohr. Um den Kopf von der Woche freizubekommen. Und damit die Wut verschwand, die Wut über sich selbst, weil er so komisch war.</p>
 <p><a href="http://www.mutismusblog.de/?flattrss_redirect&amp;id=779&amp;md5=44c68c1d4e9aaa8065a7a14e07acb4aa" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.mutismusblog.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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