#19

Seit einer ganzen Weile sitze ich hier und überlege, ob ich diesen Eintrag schreiben möchte. Ob es wirklich so ist und welche Konsequenzen er haben wird. Aber im Grunde schlummert er schon seit Wochen in mir. Und heute nach einem Gespräch mit meinem Freund wurde es mir klar.
Es ist vorbei. Es ist einfach vorbei.
Schon seit Monaten kann ich mit dieser Psycho-Jammer-Bloggerei nichts mehr anfangen. Es macht mich sogar regelrecht aggressiv. Dieses elende Selbstmitleid und diese Jammerei über kein Geld. Während ich mich jeden Morgen zur Arbeit quäle. Es ist unfair und es geht schon lange nicht mehr, dass ich so etwas lesen kann. Man muss kämpfen. Jeden blöden Tag. Und so gemein es klingt, mit Menschen, die nicht mit mir kämpfen kann ich nichts mehr anfangen. Ich verstehe sie nicht mehr. Sie sind irgendwo stehen geblieben und das kann ich nicht. Ich bleibe nicht stehen. Ich bin mal wieder vorbei gerannt und in den letzten Monaten riesig geworden. So riesig, dass selbst ich mir zum ersten Mal in meinem Leben beim Wachsen zu sehen kann.
Ich weiß nicht mehr, was es hier gibt. Was ihr lesen möchtet. Denn der Blog ist nur noch ein Beweis dafür, dass man Mutismus besiegen kann. Mehr nicht. Ein Beweis, dass man sehr viel schaffen kann, wenn man es genug verfolgt. Wenn man nicht aufgibt. Nur ein blöder kleiner Beweis von irgend jemandem, der selektiven Mutismus besiegt hat.
Es ist vorbei. Tschüss Mutismus.

I see fire

#17

Ja, es ist still hier. Und es stört mich in keinster Weise. Ich habe versucht zu überlegen, was mit dem Blog passiert. Ob ich ihn schließen sollte. Mal wieder. Bis ich mich gefragt habe, muss überhaupt irgendwas passieren? Muss ich darüber nachdenken?
Kann er nicht einfach genau so bleiben wie er ist? Und wenn mir nach Mutismusbloggen ist, blogge ich und wenn nicht, dann eben nicht. Mit oder ohne Passwort. Wieso muss ich über alles im Detail nachdenken. Es ist gut so wie es ist. Genau so.
Hier ist es eben still. Ich bin da und ich habe keine Zeit mehr. Mein Leben findet woanders statt. Und wenn ich Zeit habe, fallen mir tausend Dinge ein, die ich lieber machen möchte, als mir den Kopf über Mutismus zu zerbrechen. Und falls mir doch danach ist, ist der Blog genau da, wo er immer ist. Nämlich hier.

#16

Und im Grunde weiß ich auch nicht. Ich habe mir noch nie so viele Gedanken darüber gemacht, was andere über mich denken wie in den letzten Monaten. Warum? Weil ich mehr denn je versuche, meine Vergangenheit abzulegen? Weil ich in keinster Weise „krank“ wirken möchte?
Vielleicht.
Aber es ist anstregend. So anstrengend. Denn ich könnte über so viele andere Dinge nachdenken. Darüber, was ich am Wochenende unternehme, zum Beispiel. Was ich kochen könnte. Wohin ich verreise. Wie ich mein Geld ausgebe. Über ganz banale Dinge könnte ich mir den Kopf zerbrechen. Und was mache ich?
Mich krankhaft an eine Krankheit klammern, die weg soll. Mir selbst im Weg stehen.
Warum ist es mir momentan so wichtig, was andere über mich denken. Das war es doch noch nie. Es war immer egal. Wie sollte es auch anders sein? Mit Mutismus, wenn man plötzlich nicht sprechen kann und andere einen anglotzen. Da muss es egal sein.