Leserfragen zum Leben mit Mutismus

1. Kannst du dich noch an deine KiGa Zeit erinnern? Zu mindestens an das letzte Jahr? Falls du nicht im KiGa warst, kannst du dich an die Zeit zwischen 5 und 6 Jahren erinnern? Oder hat das bei dir erst im Teenageralter angefangen?

Nein, den Mutismus hatte ich schon immer. Oder besser gesagt seitdem ich denken kann. Aber damals war das für mich eher weniger ein Problem, weswegen ich mich auch nur teilweise daran erinnern kann. Im Kindergarten kann ich mich daran erinnern, dass ich meistens nur gemalt und allein gespielt habe. Allerdings hatte ich auch vier ziemlich gute Freunde mit denen ich gespielt habe und die mich auch zu Hause besuchten. Ich kann mich daran erinnern, dass ich oft mitbekommen haben, dass die Erzieher meiner Mutter sagten, dass ich sehr still sei und gar nicht bis kaum mit ihnen sprach. Aber erinnern kann ich mich daran eigentlich nicht.
Als ich eingeschult wurde kann ich mich daran erinnern, dass ich gemerkt habe, dass ich mich im Unterricht nicht melden konnte und wie schwer das Reden war, wenn ich aufgerufen wurde. Aber mehr nicht. Wie gesagt bekam ich die Rückmeldung der Lehrer und Erzieher an meine Eltern mit, hab’ mich darüber aber eigentlich keine Gedanken gemacht oder empfand es nicht so. Schlimmer wurde es erst später.

2. Was war für Dich das Schlüsselerlebnis, dass Du aus dem Mutismus ausgebrochen bist?

Eigentlich gab es kein konkretes Schlüsselerlebnis, denn es war/ist vielmehr ein Prozess mit Fortschritten, vielen vielen Rückschritten und den Gedanken einfach aufzugeben.
Ziemlich schlimm für mich war aber, als ich in einen Junger verliebt war und ich kein Wort mit ihm reden konnte und er immer wieder versuchte mit mir zu reden. Schlimm war lange Zeit auch, dass die meisten Menschen dachten, dass ich sie nicht leiden kann, obwohl es meistens nie so war. Und der Ärger darüber, dass ich mir durch die schlechten mündlichen Leistungen in jedem Schuljahr das Zeugnis sozusagen versaute.
Aber das waren eher alles Gründe, weswegen ich irgendwann an ziemlich starken Depressionen litt und nicht mehr leben wollte. Also keine Schlüsselerlebnisse.

Comments (2)

  1. 14:35, 6. September 2010rabenflug  / Reply

    bin wortsammlerin.
    stets bei der wahrheit.
    seit anbeginn.
    für vertrautheit.
    wir stricken geschichten.
    die sich vernetzen.

  2. 19:22, 6. September 2010Sab  / Reply

    @ rabelflug: Du hast einen neuen Blog?
    Schön, dass du dich mal wieder gemeldet hast… :)

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