Die Integrative Mutismus-Therapie
Neben anderen Konzepten zur Behandlung von Mutismus gibt es die sogenannte Integrative Mutismus-Therapie (IMT), die für Kinder unter 10 Jahre entwickelt wurde und in Form von Einzelterminen stattfindet.
Zu Beginn dieser Therapieform steht im Vordergrund, dem Kind die Therapie überhaupt erst einmal zu ermöglichen. Dies bedeutet, dass die Angstminderung wichtig ist, sodass sich der Betroffene auf die Therapie einlassen kann und Vertrauen zum Therapeuten gewinnt. Aber nicht nur zu Beginn ist die Angstbehandlung ein zentraler Punkt, sondern auch während der gesamten Therapie. Unterstützend können Medikamente eingesetzt werden.
Für eine erfolgreiche Therapie ist zum einen eine angstfreie und kindgerechte Umgebung notwendig und zum anderen die Einbeziehung der Eltern sinnvoll. Vertraute Personen können zum Beispiel erst einmal beim Sprechen „helfen“. Zu Erleichterung können aber auch selbstgeschriebene Zettel verwendet oder Flüstern erlaubt werden.
Am Anfang der Therapie werden dem Kind leicht lösbare Aufgaben gestellt, sodass es mehr Selbstvertrauen gewinnt. Wichtig ist allerdings diese, neben den Hilfsmitteln für das Sprechen, zu erschweren bzw. zu verringern damit das Kind nicht auf dieser Stufe stehen bleibt, sondern weiter voran kommt.
Nachdem eine Grundlage geschaffen wurde, wird bei der IMT das Sprechen sozusagen wieder neu erlernt. So ist es ein Ziel die Mundmotorik zu trainieren und das Kind zum Laute sprechen – dem sogenannten Lautieren – zu ermutigen. Dies kann auf spielerische Art erfolgen, wie z.B. das Imitieren einer Lokomotive. Im Gegensatz zu anderen Therapieformen unterscheidet sich die IMT demnach durch logopädische Bestandteile.
Wichtig bei der Behandlung von Mutismus sind die Aufklärung und das Verstehen der eigenen Situation. Einige grundlegende Botschaften sind:
- Mutismus ist eine Krankheit, bei der ein Therapeut helfen kann eine positive Änderung zu erreichen
- Schweigen ist belastend und führt zu Verzweiflung
- Angst kann das Sprechen verhindern
- wichtig sind zuerst kleine Schritte
Oft ist der erste Schritt der schwerste, weswegen die Motivation bei Kindern besonders wichtig ist. Sträuben sich Kinder z.B. gegen eine Übung, muss eine Alternativübung gefunden werden. Daher sind sehr hohe Empathie und Aufmerksamkeit des Therapeuten wichtig, um das Kind nicht zu ängstigen. Kennzeichnend für eine Mutimustherapie ist auch, dass dem Kind längere Zeit zum Antworten gegeben wird.
Die Fortschritte in der Therapie werden anschließend auf weitere soziale Situationen und Personen übertragen und ausgebaut, sodass diese gefestigt und die Ängste schrittweise abgebaut werden.
Quelle: http://www.klinik-ellwangen.de/08_aktuelles/details.php?id=70
Schlagworte: Informationen, Mutismus, Schweigen, selektiver Mutismus, Sprechen, Therapie, Wissenswertes


10. November 2009 um 19:16 Uhr
Hi, danke für deinen comment!
Du kannst meine Seite verlinken,
ich hab deine jetzt auch mal verlinkt.
Viele Liebe Grüße