Mir ist noch etwas eingefallen, was an selektiven Mutismus positiv ist. Und zwar, wenn man nicht spricht, hat man jede Menge Zeit andere Menschen zu beobachten.
Mir geht es oft so, dass ich bei Unterhaltungen in einer Gruppe versuche angestrengt zuzuhören, sodass ich eventuell auch mal etwas dazu sagen kann. Am Anfang bin ich also oft mit mir selbst beschäftigt, denke darüber nach, was man dazu sagen könnte, was passt, versuche mich zu überwinden und und und.
Und irgendwann, wenn die schweigsamen Minuten immer mehr werden, geb’ ich auf. Dann hör’ ich auf darüber nachzudenken, was man wie wann und wo sagen kann, weil sonst würde der Frust, dass es nicht funktioniert immer größer werden.
Darum etwas Positives… Andere Menschen beobachten. Mit Absicht mach’ ich das nicht. Aber was soll man auch anderes machen, wenn sich alle unterhalten, außer zuhören und Menschen anschauen? Und dann weiß ich meist mehr über einen Menschen als alle anderen, die mit Sprechen beschäftigt sind. Es ist mir schon einige Male passiert, dass diejenigen, denen ich aufmerksam zugehört hab’, darüber erstaunt waren, dass ich soviel über sie weiß. Weil man mich oft vergisst und als Zuhörer nicht wahrnimmt.
Ich glaub’ ich hab’ ziemlich gute Menschenkenntnisse. Ich merk’, wenn sich jemand nicht wohl fühlt oder wenn es demjenigen nicht gut geht. Und ich weiß auch ziemlich schnell ob mir Menschen sympathisch oder unsympathisch sind. Also noch etwas Positives am Mutimsus ist, ein Gefühl für Andere zu haben.
Sekundärer Krankheitsgewinn II
Sekundärer Krankheitsgewinn
Eigentlich hat jede Krankheit einen sekundären Krankheitsgewinn. Also etwas Positives, was diese Krankheit mit sich bringt. Bei einer Erkältung wäre das der Tee, der für einen gemacht wird oder die Wärmflasche. Also Aufmerksamkeit und Pflege über die man sich insgeheim doch freut und eine Erkältung ein bisschen ertäglicher macht.
Psychische Erkrankungen beziehungsweise bestimmte Verhaltensweisen haben meist einen tieferen Sinn. Oder besser gesagt haben auch etwas Positives oder sind einfach eine Überlebenstrategie.
Bei “meinem” Mutismus ist positiv, dass nichts passieren kann. Das mag komisch klingen, aber wenn man schweigt, kann einem nichts passieren. Keine Meinungsverschiedenheiten, keine Streitereien und auch keine peinlichen Situationen, in die man sich durch Worte bringen kann. Wenn man nicht spricht, ist man sicher.
Passend dazu hab’ ich mal ein Zitat gelesen. Ich weiß leider nicht mehr von wem und wo.
“Schweigen schützt, denn es verrät dich nie”
Das mag ich. Wenn an Mutismus irgendetwas positiv ist, dann dass er schützt. Dass man mit ihm sicher und in gewisser Weise behütet vor der Welt ist. Wie ein treuer, sicherer Begleiter, der einen in keine gefährlichen Situationen bringt…
Mutismus und der lerntheoretische Ansatz
Die Lerntheorie besagt, dass jedes menschliche Verhalten er- und auch wieder verlernt werden kann. Bedeutende Begründer waren Anfang des 20. Jahrhunderts Iwan Petrowitsch Pawlow und Burrhus Frederic Skinner.
Beim Mutismus wird unter Berücksichtigung der Lerntheorie somit davon ausgegangen, dass das Nichtsprechen erlernt und die Fähigkeit durch Worte zu kommunizieren verlernt wurde. Zwei Erklärungsansätze der Lerntheorie, nämlich die der operanten Konditionierung und das Lernen am Modell spielen hierbei eine wichtige Rolle.
Operante Konditionierung
Bei der operanten Konditionierung wird das erlernte Verhalten durch positive oder negative Konsequenzen auf einen vorangegangenen Reiz beeinflusst. Einfach gesagt, versteht man darunter das Lernen durch Belohnung und Bestrafung.
Edward Lee Thorndike führte hierzu einen Tierversuch durch. Hühner, Katzen und Hunde wurden in Rätselkäfige mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen gesetzt. Die Tiere mussten sich aus diesen Käfigen selbst befreien. Nachdem sie sich befreit hatten, wurden sie mit Futter belohnt und erneut in die Käfige gesetzt. Nach weiteren Wiederholungen benötigten die Tiere immer weniger Zeit bis sie sich selbst befreien konnten. Ergebnis war, dass Reaktionen, die positiv belohnt wurden, stärker von den Tieren mit der Situation verbunden wurden.
Der vorangegangene Reiz ist beim Mutismus die Aufforderungen zum Sprechen durch nicht vertraute Personen. Der Mutist reagiert, indem er schweigt. Positive Konsequenzen darauf können vermehrte Ausfmerksamkeit und Zuwendung sein. Der Betroffene wird in seinem Verhalten positiv verstärkt. Aber auch der Wegfall einer gewohnten negativen Konsequenz, wie zum Beispiel keine Aufforderung zum Sprechen kann das Verhalten beeinflussen und positiv verstärken. Als negative Konsequenz kommen für Mutismus Isolation oder der Entzug von sozialer Anerkennung als Bestrafung für sein Verhalten in Frage.
Eine positive Verstärkung führt dazu, dass der Betroffene die Konsequenz auf das Schweigen positiv erlebt und sein Verhalten nicht ändern wird. Dadurch setzt sich das Schweigen weiter fort und die Wahrscheinlichkeit, dass der Betroffene spricht, sinkt und je weiter diese sinkt, desto schwerer ist eine Verhaltensänderung.
Lernen am Modell
Beim Lernen am Modell wird ein bestimmtes Verhalten durch das Beobachten von Vorbildern abgeguckt und übernommen.
Das Modelllernen kann in verschiedene Phasen unterteilt werden:
- Aneignungsphase: Aufmerksamkeitsprozesse
Das Modell wird genau beobachtet und bestimmte Verhaltensweisen, die besonders interessant erscheinen, werden bewusst wahrgenommen. - Aneignungsphase: Behaltensprozesse
Das beobachtete Verhalten wird im Gedächtnis gespeichert. - Ausführungsphase: Reproduktionsprozesse
Das Verhalten wird nachgeahmt. - Ausführungsphase: Verstärkungs- und Motivationsprozesse
Das angewendete Verhalten verspricht Erfolg, wodurch das Verhalten weiter verstärkt wird.
Albert Bandura führte hierzu das Experiment Bobo doll study durch, bei dem Kindern einen Film sahen, indem eine Person sehr aggressiv reagierte. Am Ende gab es drei verschiedene Möglichkeiten, wie auf das aggressive Verhalten im Film reagiert wurde. Das Verhalten wurde belohnt, bestraft oder hatte keine Konsequenzen. Kinder, die die Belohnung auf das aggressive Verhalten gesehen hatten, imitierten dies.
Das Modell, von dem der Mutismusbetroffene das Verhalten erlernt, ist im engen Familienkreis zu finden. Die Kommunikationsfähigkeit wird durch das sprachliche Verhalten der Eltern, Großeltern und der älteren Geschwister geprägt.
Oft sind die Eltern mutistischer Kinder selbst still und zurückhaltend.
Zwei Menschen in einem
Irgendwie ist das beim Mutismus so, als wäre man zwei Menschen in einem. Da gibt es nämlich den ganz normalen, der spricht und lacht und schreit und schimpft. Und den komischen, der’s nicht tut.
Sobald man inmitten vieler Menschen ist, ist das so, als würde man einen Schalter umlegen – klack – und aus dem normalen wird ein komischer Mensch. Ganz automatisch und man kann es nicht wieder zurück schalten. Und der komische Mensch, der kann gar nichts. Er ist stocksteif, steht in Ecken, weiß nicht wohin mit sich und was er sagen soll, schon gar nicht. Wenn er etwas gefragt wird, spricht er viel zu leise, wenn er’s denn überhaupt tut und er ist gar nichts. Keine Persönlichkeit, kein Mensch. Überhaupt nichts ist er und leer auch. Es ist so, als wäre er gar nicht da, dieser komische Mensch.
Aber der normale Mensch, der kann alles, in seiner vertrauten Welt. Dann hat er eine Persönlichkeit und einen Charakter. Er hat Humor und weiß, was er mag und was nicht. Der normale Mensch kann Geschichten erzählen und diskutieren. Er kann laut sein. Und wenn jemand, der den komischen Mensch kennt, den normalen sieht, dann müsste er sich die Augen reiben und denken, er wäre im falschen Film. Oder er müsste fragen, wer ist der normale Mensch nochmal? Der komische? Nee, nie im Leben ist das der komische! Aber doch ist er. Weil er zwei in einem ist.
Formen des Mutismus II
T. L. Hayden unterteilte den Mutismus 1980 in vier Formen:
1. symbiotischer Mutismus: es besteht eine Kind-Elternteil-
Symbiose (meist mit der Mutter), die das Schweigen auslöst
oder verstärkt. Hierbei wird eine eigenständige Entwicklung
des Kindes verhindert. Die Kinder verhalten sich eher nicht
zurückgezogen, sondern kontrollierend und manipulierend.
2. passiv agressiver Mutismus: das Schweigen wird als Waffe
verwendet um andere zu manipulieren. Oft ist der Betroffene
der Sündenbock in der Familie. Allerdings richtet sich der Mutismus
nicht an die Familie, sondern vielmehr an die Umwelt. Dieses
Verhalten ist mit Gewalt verbunden um die eigene Verwundbarkeit
zu überdecken.
3. Sprechphobie-Mutismus: hierbei hat der Betroffene Angst
vor dem Sprechen an sich und vorm Hören der eigenen Stimme.
Anstelle verbaler Kommunikation werden Zeichensprache, Gestik
und Mimik benutzt.
4. reaktiver oder traumatischer Mutismus: Mutismus verursacht
durch ein Trauma. Begleitend können starke Depressionen, Isolierung,
Drogenkonsum und Suizidversuche auftreten.
Dagegen unterschied T. Spoerri 1986 den Mutismus anhand des Alters der Betroffenen:
1. infantiler Mutismus: Mutismus, der sich anfangs durch
Sprachscheu im Alter von fünf und sechs Jahren entwickelt.
2. adulter Mutismus: Mutismus, der in Verbindung mit einer
katatonen Schizophrenie auftritt.
aus: Mutismus, zur Theorie und Kasuistik des totalen und elektiven Mutismus
von Boris Hartmann
Formen des Mutismus I
Ich habe mir gedacht, mal ein bisschen zu recherchieren, ob es neben der Einteilung zwischen totalem und selektiven Mutismus noch weitere gibt und wie es bezüglich der Mutismusformen in der Vergangenheit aussah.
In der Literatur sind verschiedene Einteilungen zu finden. Eine der ältesten stammt aus dem Jahr 1936 (von J. Waterink und R. Vedder):
1. hysterischer Mutismus : Mutismus mit hysterischen Symptomen
(z.B. körperliche Störungen: Erbrechen, Zittern, Atemnot, Lähmungen).
2. elektiver Mutismus: “freiwilliger” Mutismus, bei dem die Personen
ausgesucht werden, mit denen der Betroffenen spricht.
3. Heinz`sche Mutismus: der Betroffene reagiert bei einem
Mileuwechsel mit Mutismus.
4. neurotischer Mutismus: Mutismus, der durch eine
Angstneurose ausgelöst wird.
5. thymogener Mutismus: Mutismus, der aufgrund eines Traumas
auftritt. Der Begriff thymogen wurde im zweiten Weltkrieg geprägt.
Beispiele sind daher Traumata durch Kriegserlebnisse.
6. ideogener Mutismus: Mutismus, der organische Ursachen hat.
.
Eine andere Einteilung wurde 1950 (von A. Weber) vorgenommen:
1. einfach-reaktiver Mutismus: Mutismus aufgrund eines
schrecklichen Erlebnisses, der besonders bei der Sprachentwicklung
auftritt. Beschreibt eher totalen Mutismus.
2. neurotischer Mutismus: Mutismus, der in Form einer Neurose
durch innere und/oder äußere Konflikte entsteht. Überwiegend
elektiver Mutismus.
aus: Mutismus, zur Theorie und Kasuistik des totalen und elektiven Mutismus
von Boris Hartmann
Prominente und Angststörungen
Vor kurzem habe ich eine Liste von der Angst- und Panikhilfe Schweiz über Prominente, die an einer Angststörung leiden oder litten, gefunden. Find’ ich ziemlich interessant.
David Beckham (Fußballspieler) erzählte in einem Interview, dass er eine Zwangsstörung habe, bei der er Gegenstände in Linien oder Paaren anordnen müsse.
Dustin Hoffman (Schauspieler) unterbrach seine Schauspiel-Karriere wegen Panikattacken.
Michael Jackson † (Sänger) litt ebenso an Panikattacken und wurde deswegen behandelt. Dies bestätigte der Autor seiner Biographie. Außerdem hatte Jackson eine Bakterien-Phobie.
Nicole Kidman (Schauspielerin) berichtete in einem Interview, dass sie bei Filmpremieren, wenn eine Kamera auf sie gerichtet sei, an Panikattacken mit Zittern und Atemproblemen leide.
Madonna (Sängerin) leide auch an Panikattacken. Sie habe Angst davor, dass ihr ein großes Publikum bei Auftritten die Luft wegatme, könne sich jedoch, indem sie dem Publikum den Rücken zudreht und tief durchatme, wieder beruhigen.
Sir Laurence Olivier † (Schauspieler, Regisseur) erzählt in seiner Biographie, dass er fünf Jahre lang an einer Sozialen Phobie litt, die dadurch entstand, dass er Angst bekam sich nicht an seinen Text erinnern zu können.
Wynona Rider (Schauspielerin) litt schon in ihrer Jugend an Panikattacken und Depressionen und war in einer psychiatrischen Klinik.
Rihanna (Sängerin) habe eine Phobie vor Meerestieren, obwohl sie auf Barbados aufgewachsen ist.
Claudia Schiffer (Model) leide an Flugangst.
Barbara Streisand (Sängerin) sang 27 Jahre aufgrund ihrer Sozialen Phobie nicht mehr. Sie vergaß bei einem Konzert einmal den Text und trat von da ab nicht mehr auf, aus Angst sich noch einmal zu blamieren.
Weitere Prominente mit Angststörungen
Barbara Bush (frühere US-First Lady)
Nicholas Cage (Schauspieler)
Naomi Campbell (Model)
Cher (Sängerin, Schauspielerin)
Winston Churchill (Premierminister)
Eric Clapton (Musiker)
Sheryl Crow (Musikerin)
Johnny Depp (Schauspieler)
Sigmund Freud (Psychiater)
Anthony Hopkins (Schauspieler)
Scarlett Johansson (Schauspielerin)
Alanis Morisette (Sängerin)
Sir Isaac Newton (Wissenschaftler)
Quelle: APhS
Die Bedürfnispyramide nach Maslow
Die Bedürfnispyramide von Maslow ist ein Modell um die Motivation von Menschen zu beschreiben. Die Bedürfnisse sind hierbei die einzelnen Stufen der Pyramide und bauen aufeinander auf. Erst wenn die Bedürfnisse der unteren Stufe gestillt sind, strebt der Mensch nach einer höheren Bedürfnisstufe.
Die Stufen der Bedürfnispyramide
Zur ersten Stufe der körperlichen Existenzbedürfnisse zählen essen, schlafen, atmen, Wärme, Gesundheit, Wohnraum und Bewegung.
Zur Stufe der Sicherheitsbedürfnisse zählen ein festes Einkommen, eine Absicherung Schutz vor Gefahren und ein Dach über dem Kopf.
Die Stufe der sozialen Beziehungen umfassen Familie, Freundeskreis, Partner, Liebe und Kommunikation.
Soziale Wertschätzung meint Anerkennung, Geld, ein höherer Status, Respekt, Wohlstand, Erfolge und körperliche sowie psychische Stärke.
Die letzte Stufe der Pyramide, die Selbstverwirklichung beinhaltet Individualität, Unabhängigkeit, Selbstverbesserung und Entfaltung.
Bedürfnisse und Mutismus
Interessant finde ich, dass man – vor allem bei psychischen Krankheiten – förmlich zusehen kann, wie man die Pyramide herauf oder herunter geht. Das ist jedenfalls bei mir und dem Mutismus so.
Erst würde man gern im Supermarkt Essen und Trinken kaufen können. Die Verkäufer begrüßen, bezahlen und Fragen stellen, wenn man welche hat. Dann strebt man vielleicht einen Job und eine eigene Wohnung an und danach Freunde und soziale Kontakte. Und eigentlich könnte man dann zufrieden sein, vor allem als Mutist.
Aber ich bin’s nicht. Weil man einen guten Job möchte, der einem Spaß macht. Oder man mehr Geld verdienen möchte und nicht nur das “Überleben” im Vordergrund steht, sondern auch Interessen, neue Ziele, mehr Freunde und so weiter.
Ich möchte zum Beispiel nun mein Studium beenden. Und danach am liebsten einige Zeit im Ausland wohnen. Dabei wollte ich noch vor drei Jahren eigentlich nur Essen im Supermarkt kaufen können, damit man nicht verhungert. Und das überhaupt erstmal auf Deutsch.
Verrückte Sache, die Psyche des Menschen.
Die Integrative Mutismus-Therapie
Neben anderen Konzepten zur Behandlung von Mutismus gibt es die sogenannte Integrative Mutismus-Therapie (IMT), die für Kinder unter 10 Jahre entwickelt wurde und in Form von Einzelterminen stattfindet.
Zu Beginn dieser Therapieform steht im Vordergrund, dem Kind die Therapie überhaupt erst einmal zu ermöglichen. Dies bedeutet, dass die Angstminderung wichtig ist, sodass sich der Betroffene auf die Therapie einlassen kann und Vertrauen zum Therapeuten gewinnt. Aber nicht nur zu Beginn ist die Angstbehandlung ein zentraler Punkt, sondern auch während der gesamten Therapie. Unterstützend können Medikamente eingesetzt werden.
Für eine erfolgreiche Therapie ist zum einen eine angstfreie und kindgerechte Umgebung notwendig und zum anderen die Einbeziehung der Eltern sinnvoll. Vertraute Personen können zum Beispiel erst einmal beim Sprechen „helfen“. Zu Erleichterung können aber auch selbstgeschriebene Zettel verwendet oder Flüstern erlaubt werden.
Am Anfang der Therapie werden dem Kind leicht lösbare Aufgaben gestellt, sodass es mehr Selbstvertrauen gewinnt. Wichtig ist allerdings diese, neben den Hilfsmitteln für das Sprechen, zu erschweren bzw. zu verringern damit das Kind nicht auf dieser Stufe stehen bleibt, sondern weiter voran kommt.
Nachdem eine Grundlage geschaffen wurde, wird bei der IMT das Sprechen sozusagen wieder neu erlernt. So ist es ein Ziel die Mundmotorik zu trainieren und das Kind zum Laute sprechen – dem sogenannten Lautieren – zu ermutigen. Dies kann auf spielerische Art erfolgen, wie z.B. das Imitieren einer Lokomotive. Im Gegensatz zu anderen Therapieformen unterscheidet sich die IMT demnach durch logopädische Bestandteile.
Wichtig bei der Behandlung von Mutismus sind die Aufklärung und das Verstehen der eigenen Situation. Einige grundlegende Botschaften sind:
- Mutismus ist eine Krankheit, bei der ein Therapeut helfen kann eine positive Änderung zu erreichen
- Schweigen ist belastend und führt zu Verzweiflung
- Angst kann das Sprechen verhindern
- wichtig sind zuerst kleine Schritte
Oft ist der erste Schritt der schwerste, weswegen die Motivation bei Kindern besonders wichtig ist. Sträuben sich Kinder z.B. gegen eine Übung, muss eine Alternativübung gefunden werden. Daher sind sehr hohe Empathie und Aufmerksamkeit des Therapeuten wichtig, um das Kind nicht zu ängstigen. Kennzeichnend für eine Mutimustherapie ist auch, dass dem Kind längere Zeit zum Antworten gegeben wird.
Die Fortschritte in der Therapie werden anschließend auf weitere soziale Situationen und Personen übertragen und ausgebaut, sodass diese gefestigt und die Ängste schrittweise abgebaut werden.
Quelle: http://www.klinik-ellwangen.de/08_aktuelles/details.php?id=70

Letzte Kommentare