Ein Sechs-Monate-Blog-Resümee
Nun führe ich den Blog schon seit sechs Monaten und deswegen dachte ich, ich schreibe mal ein-kleines-halbes-Jahr-Blog-Resümee.
Wie geht es mir mit dem Blog? Wie wird es weiter gehen und geht es überhaupt weiter?
Eigentlich geht es mir mit dem Blog ganz gut. Eigentlich, weil das Thema von einem Mutismus Blog schon einmal im Raum stand, ich es aber damals verworfen habe, weil ich nicht mit meinem Namen dahinter stehen wollte. Mit allem drum und dran. Mit Impressum, mit Domain und nicht bei einem kostenlosen Bloganbieter mit Passwort. Ich hab’ mich zwar nun dafür entschieden, öffentlich zu schreiben, aber ein bisschen komisch fühlt es sich immer noch an. Ja, hallo, ich bin die Sab und ich habe selektiven Mutismus. Klingt eigentlich dramatischer als es ist und ich könnte mir auch besseres vorstellen als im Internet “bekannt” zu sein. Allerdings habe ich durch den ganzen Kram (und Mist) so viele Erfahrungen, sodass ich das einfach irgendwie aufschreiben muss. Und das mal Nicht-schweigen-müssen fühlt sich ziemlich gut an. Deshalb geht es mir mit dem Blog andererseits ziemlich gut.
Ein bisschen ungewohnt ist auch noch, das Schreiben in der dritten Person. Manchmal – vor allem bei den Dingen, die ich selbst nur zu gut kenne – kribbelt es mir in den Fingern und ich würde am liebsten aus der Ich Perspektive schreiben. Das ist irgendwie persönlicher und näher. Und ich denke, es liest sich schöner. Andererseits ist das Thema Mutismus sowieso schon so persönlich und viel zu nah, sodass es wiederum okay ist und nicht jeder wissen muss, was nun eindeutig von mir und meinem Leben ist und was nicht. Deswegen wird es mit Marie, Kevin und Alena so bleiben.
Und generell wird auch der ganze Blog bleiben, weil’s mir gefällt. Ich hab’ noch jede Menge mehr zu erzählen und vielleicht liest der ein oder andere ja gern hier und kann etwas mitnehmen. Fühlt sich nicht allein oder bestärkt, versteht seine Kinder oder Freunde besser, bekommt einen weiteren Einblick, wie sich ein Patient fühlen kann oder findet es einfach interessant.
Vielen Dank an alle bisherigen Leser für die lieben Worte und Kommentare und auf ein weiteres halbes Blogjahr.
Mutismus Selbsthilfe Deutschland e.V.

Das war heute in meinem Briefkasten.
Weil ich mir überlegte hatte Mitglied im Verein Mutismus Selbsthilfe Deutschland e.V. zu werden und nun bin ich’s.
Mitglieder bekommen die Fachzeitschrift zugeschickt. Aber überrascht war ich trotzdem, weil ich gar nicht wusste, dass es Heft 3 schon gibt. Vor ein paar Tagen stand noch nichts auf der Homepage.
Ich habe schonmal kurz durchgeblättert und der erste Eindruck ist ganz gut. Nur momentan habe ich nicht allzu viel Zeit zum Lesen. Werde es aber trotzdem die nächsten Tage versuchen. Ich bin gespannt.
Die Sache mit dem Podcast…
… die läuft und der Eintrag wird Anfang nächster Woche veröffentlicht.
Da Alena deutlich vorn liegt, habe ich “Das Referat” gewählt. Ich fand es irgendwie passend, weil Alena in dieser Geschichte nicht spricht und ich mir mit selektiven Mutismus vorgenommen habe etwas vorzulesen und meine Stimme zu zeigen.
Passwortanfragen können sobald der Eintrag online ist unter diesem Eintrag oder per Direct Message über Twitter gestellt werden. (Die bisher gestellten Anfragen, hab’ ich schon vorgemerkt und falls ich jemanden vergessen habe, bitte nochmal nachfragen.)
Ich bitte nochmal sehr das Passwort (oder die Datei) nicht weiterzugeben.
Nun, dann bin ich gespannt, wie und ob es funktioniert und ob ich nochmal etwas vorlesen oder sagen werde…
Podcast
Letzten Monat, als ich das Video von einer Betroffenen zeigte, habe ich schon davon geschrieben, wie schwer es für mich ist meine Stimme aufzunehmen und sie sozusagen im Internet zu veröffentlichten. Und dass es eigentlich unmöglich ist. Egal, ob man mich nun persönlich kennt oder nicht.
Aber ich glaube, ich möchte es versuchen. Ich denke, ich habe mich dazu entschlossen einen Blogeintrag vorzulesen, das dann aufzunehmen und hier im Blog zu veröffentlichen.
Vorlesen werde ich etwas, weil das viel leichter ist, als frei zu sprechen. Es wird eine Geschichte von Marie, Kevin oder Alena werden, die ich hier im Blog schon veröffentlicht habe. Ich habe dazu eine Umfrage gestartet. Wer möchte, kann also wählen, über wen ich eine Geschichte vorlesen soll:
Der eigentliche Eintrag mit dem Podcast wird dann ein Passwort bekommen. Eigentlich wollte ich in diesem, sozusagen öffentlichen Blog keine Einträge mit einem Passwort versehen, aber ich habe darüber nachgedacht und ich kann meine Stimme wirklich (noch?) nicht frei zugänglich ins Internet stellen. Ich finde eine Stimme ist etwas sehr Vertrautes und daher möchte ich irgendwie den Überblick haben, wer und wieviele mich hören können.
Nach dem Passwort kann natürlich gern gefragt werden. Ich bitte aber wirklich sehr darum das Passwort nicht untereinander weiter zu geben, eben, weil mir der Überblick dabei sehr wichtig ist. Jeder hat eigentlich die Möglichkeit das Passwort zu bekommen. Nett wäre, wenn ihr selbst einen Blog (oder Twitteraccount) habt und nötig ist eine E-Mail Adresse (oder über Direct Message), sodass ich euch das Passwort zuschicken kann.
Nun, ich werd’s dann also versuchen und hoffen, dass ich es mir nicht wieder anders überlege…
In Treatment, die neue Therapie-Fernsehserie
Seit Montag, den 15. Februar läuft die neue Serie “In Treatment” aus den USA auf 3Sat. Sie basiert auf einer isralischen Serie und handelt von dem Therapeut Paul Weston, der mit verschiedenen Patienten eine wöchentliche Therapiesitzung abhält. Im Original läuft jeden Wochentag eine Folge von 30 Minuten mit einem seiner Patienten.
Die Patienten
Am Montag hat Laura einen Termin. Laura ist Anästhesistin und macht bei Dr. Weston schon ein Jahr lang eine Therapie. In der ersten Folge ist Laura völlig aufgelöst von einen Streit mit ihrem Freund Andrew und erzählt von der letzten Nacht, als sie einen anderen Mann kennenlernte. Am Ende der Sitzung gesteht Laura, dass sie in Dr. Weston verliebt sei.
Am Dienstag ist Alex da, ein Kampfpilot der Navy, der für einen schlimmen Unfall verantwortlich ist. Durch einen Fehler bombadierte er das falsche Ziel und tötete dadurch unschuldige Kinder. Alex sucht Dr. Weston auf, da er eigentlich nur einen Rat möchte. Er plant zum Unfallort zu reisen. Schnell wird jedoch deutlich, dass Alex mehr als nur einen Rat braucht.
Am Mittwoch hatte Sophie ihren ersten Termin. Sophie ist eine erfolgreiche, junge Turnerin, die einen schweren Verkehrunfall überlebte. Eine Sozialarbeiterin vermutete allerdings, dass Sophie den Unfall absichtlich verursachte habe und suizidale Gedanken hat. Sophie kommt zu Dr. Weston, damit er diese Anschuldigungen als erfahrener Psychologe widerlegen kann.
Am Donnerstag hat Dr. Weston einen Termin mit dem Ehepaar Amy und Jack. Das Paar versuchte jahrelang ein zweites Kind zu bekommen, hatte Fruchtbarkeitsbehandlungen hinter sich, die jedoch erfolglos blieben bis Amy plötzlich doch schwanger wurde. Nun überlegt sie allerdings die Schwangerschaft abzubrechen. Generell merkt man schnell, dass in der Ehe noch weitere Probleme bestehen und das Vertrauen zerstört ist.
Am Freitag besucht Paul Weston seine Supervisorin Gina um über die vergangene Woche zu sprechen, was zunächst schwierig erscheint. Paul hat die Supervison vor acht Jahren, als sein guter Freund und Ehemann von Gina plötzlich verstarb, abgebrochen. Unerwartet ruft er Gina jedoch wieder an, weswegen die Stimmung gereizt ist.
Eine Serie mit Niveau
Bisher habe ich eine komplette Woche der Serie gesehen und Lauras zweiten Besuch. In Deutschland werden leider zwei Folgen pro Tag ausgestrahlt, sodass das Gefühl einer wöchentlichen Sitzung, wie in den USA nicht aufkommen kann. Das finde ich ein bisschen schade.
An sich gefällt mir die Idee einer Serie mit verschiedenen Therapiesitzungen und wiederkehrenden Patienten sehr gut. Die Serie ist niveauvoll und kein Vergleich zu Pseudo-Reality-Shows aus dem deutschen Fernsehen. Sie spielt ohne viel Aufwand und Action im Arbeitszimmer von Paul beziehungsweise Gina. Die ganze Serie besteht eigentlich nur aus den Gesprächen der Akteure.
Die Gespräche finde ich sehr anspruchsvoll. Teilweise ist es vielleicht auch ein wenig schwierig den Gesprächen zu folgen, da man sich schon konzentrieren muss und es keine Serie für “nebenbei” ist. Es wird deutlich, dass die Patienten verborgene Konflikte haben, die in einer Therapie ans Licht kommen. Ich glaube Dr. Weston macht seine Arbeit als Therapeut gut.
Nur einen Punkt sehe ich bisher kritisch. Da ich selbst langjährige Therapieerfahrungen habe, finde ich die einzelnen Sitzungen etwas zu dramatisch. Bisher wurde in jeder Folge geschimpft, geschrien und die Patienten wollten oder haben den Raum vorzeitig verlassen. Sicherlich kann eine Therapie dramatisch, anstrengend und manchmal weniger schön sein, jedoch hatte ich auch oft einfach ganz “normale” Gespräche, bei denen eigentlich nicht viel passierte. Klar ist, dass das im Fernsehen etwas anders, schneller und dramatischer sein muss, aber ich denke dies ist für mich ein Minuspunkt für die Serie.
Etwas merkwürdig fand ich auch den Termin bei Gina, der Supervisorin. Dort hat mir die Professionalität gefehlt. Ich kenne mich zwar auf dem Gebiet nicht aus, aber ich glaube doch, dass Supervisoren eigentlich Außenstehende sind. Paul und Gina kennen sich jedoch privat.
Generell finde die Idee aber, wie schon gesagt, sehr gut. Es ist ein neues, niveauvolles Thema, was, wie ich finde, gute Einblicke in den ungefähren Ablauf einer Therapie geben kann.
Ich werde “In Treatment”, denke ich, weiterschauen.
Der Blog zur Serie.


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