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Leserfragen zum Leben mit Mutismus

Machst du zur Zeit eine Therapie? Wenn ja, welche?

Nein, ich mache zur Zeit keine Therapie. Seitdem mein Therapeut gestorben ist, will und kann ich das irgendwie nicht mehr. Irgendwie ist die Traurigkeit über seinen Tod zu groß, als dass ich das könnte. Er war ein ziemlich wichtiger Mensch in meinem Leben. Ich kann mir nicht vorstellen nocheinmal jemandem so viel über mich zu erzählen und “mit mir arbeiten” zu lassen. Außerdem war er von Beginn an dabei und andere Therapeuten würden es deswegen und wie hier schon darüber geschrieben sicherlich nie so ganz verstehen. Und irgendwie würde sich das auch so anfühlen, als würde ich ihn ersetzen. Und das ist er nicht. Ersetzbar.
Ein wichtiger Grund ist allerdings auch, dass ich durch die Arbeit mit ihm jede Menge Dinge gelernt habe und denke, dass ich keine Therapie mehr brauche. Jedenfalls fällt mir nichts ein, wobei ich vorankommen möchte, was ich nicht selbst und ohne therapeutische Hilfe irgendwie meistern kann. Weil ich weiß, was ich dazu brauche und wie es funktionieren kann. Sprich er hat seine Arbeit ausgezeichnet gemacht. Weil, er war eben der Weltbeste.

Mutismus und Beruf

Einige von euch haben mich schon gefragt, was ich beruflich mache bzw. was ich studiere. Und bisher habe ich immer überlegt, ob ich diese Frage beantworten sollte oder lieber nicht, weil ich in diesem Blog schon irgendwie ein bisschen anonym bleiben will. Und den Beruf zu verraten finde ich nicht mehr so ganz anonym. Aber dennoch weiß ich, dass es im Bezug auf den selektiven Mutismus vielleicht ein spannendes Thema ist. Deshalb werde ich über meine Berufsrichtung ein bisschen schreiben, ohne es jedoch zu verraten.

Ich studiere etwas, was irgendwie mit Menschen zu tun hat. Wie zum Beispiel Psychologie, Pädagogik oder Medizin. Allerdings muss ich nicht direkt mit Menschen arbeiten, wie das zum Beispiel Lehrer, Erzieher oder Ärzte tun. Ich könnte aber, wenn ich das tun wollte und deshalb hat es etwas mit Menschen zu tun. Und eigentlich geht es auch bei dem Studienfach nur um Menschen und nicht um Tiere oder Gegenstände.
Das mag nun alles vielleicht, wie ein lustiges Rätsel klingen, aber was ich eigentlich sagen wollte, ist, dass ich trotz Mutismus  eher die soziale und menschenorientierte Richtung gewählt habe. Und ich denke, das funktioniert ganz gut. Direkt am Menschen muss ich zwar nicht arbeiten, dennoch muss man in dieser Berufsrichtung reden.  Aber das muss man eigentlich auch bei allen Berufen irgendwie. Deshalb wird es wohl nicht den mutismuskompatiblen Beruf geben.

Wenn ihr trotzdem gern wissen wollt, was ich genau tue, könnt ihr mir gern eine eMail schreiben.

Leserfragen zum Leben mit Mutismus

1. Hast du schon mal angefangen zu weinen als du etwas gefragt wurdest und nicht antworten konntest?

Ja, hab’ ich. Aber das ist schon eine Weile her. Das war in der Schule und einige Lehrer sahen darin ein sehr großes Problem, dass ich nicht sprach. Was ja an sich auch kein Problem ist, aber die Art und Weise wie sie damit umgingen, war es. Das krasseste, was ich erlebte, war mal das Wort verrückt vor der ganzen Klasse, weil ich einen Text nicht vorlesen konnte und da fing ich dann auch an zu weinen.

2. Hast du schon mal überlegt die Gebärdensprache zu erlernen/auszuprobieren?

Nein, ehrlich gesagt nicht. Mag zwar naheliegend sein, dass wenn man mit dem Mund nicht sprechen kann, es mit den Händen versucht, aber Mutismus ist mehr so ein Eingefrorensein und ein Erstarren. Und deswegen waren mir in solchen Situationen auch Bewegungen unmöglich.

3. Wie soll jemand vorgehen, der Kontakt zu einem Menschen mit Mutismus aufbauen will? Extrem vorsichtig/langsam oder doch eher normal/munter drauflos?

Ich denke es gibt nicht DEN Mensch mit selektiven Mutismus. Das wird sicherlich ganz unterschiedlich sein. Je nach Charakter eben. Daher würde ich sagen weder noch und einfach normal. Und notfalls kann man einfach nachfragen, wie es für denjenigen am besten ist. Wichtig ist glaube ich nur, dass man sich durch ein Schweigen nicht einschüchtern lässt oder auf sich persönlich bezieht. Dieser Eintrag passt vielleicht gut zu der Frage.

Leserfragen zum Leben mit Mutismus

Was unterscheidet Mutismus von einer Sozialen Phobie oder extremer Schüchternheit?

Die Frage haben mir schon einige von Euch gestellt, weil sie teilweise vermuten auch Mutismus zu haben oder sich irgendwie, irgendwo in meinen Worten wiederfinden. Ich habe gezögert sie zu beantworten, weil ich die Frage leider nicht wirklich beantworten kann, da ich nicht viel über Psychologie weiß. Und eigentlich möchte ich sie auch gar nicht beantworten. Dazu sind Ärzte und Therapeuten da, die wissen das besser. Ich weiß, dass man googeln kann und liest und dann denkt, ah, das könnte ich haben. Ging mir ähnlich. Aber will man letztendlich Sicherheit ob man auch betroffen ist oder nicht sollte man sich dabei therapeutischen Rat holen, bevor man sich irgendwo hinein steigert.
Ich schreibe in dem Blog über mein Leben mit der Diagnose Mutismus, die ich von Ärzten bekommen habe. Darüber, wie es sich für mich anfühlt. Was genau Mutismus ist, wie es sein muss, damit man es Mutismus nennen darf, kann ich daher leider nicht beantworten.

Dennoch habe ich oft darüber nachgedacht, was der Unterschied ist, weil die Gefühle ähnlich, wenn nicht sogar gleich sind. Und ich glaube der Unterschied liegt einfach im Schweigen. Wenn man mich angesprochen hat, habe ich geschwiegen. Kein einziges Wort gesagt. Ich kann ohne ein schlechtes Gewissen zu haben oder mich zu fragen, was andere Menschen über mich denken, schweigen. Ich glaube gerade bei seiner Sozialen Phobie ist es Betroffenen wichtig, was andere Menschen über sie denken, weil sie nicht komisch auffallen wollen. Mich konnten Menschen auf der Straße ansprechen und ich hatte den Mut einfach gar nichts zu sagen, weil ich es nicht konnte. Nichts. Kein einziges Wort. Nur Stille. Und ich glaube, das gibt es bei anderen “Krankheiten” nicht. Da mag einem das Sprechen vielleicht schwer fallen, aber dass man auch konsequent schweigt… Nein, ich glaube nicht. Wenn man schweigt, fällt man ganz sicher komisch auf. Und ich meine mit Schweigen nicht ein “freiwilliges” Schweigen, weil man gerade nichts sagen kann. Oder nichts zu sagen weiß. Ich habe immer in der Gegenwart fremder Menschen geschwiegen, selbst wenn sie mich angesprochen haben. Konsequent geschwiegen.

Leserfragen zum Leben mit Mutismus

1. Im Spiegel ist gerade Angst das Titelthema. Inwieweit ist Mutismus FÜR DICH selbst eine Angststörung? Würdest du sagen, dass du ANGST vorm Reden oder öffentlichen Aktivitäten hast? Hast du außerdem noch andere Ängste?

Hm, schwierige Frage. Ich weiß nicht, ist Mutismus eine Angststörung?
Boris Hartmann (ein auf dem Gebiet bekannter Sprachtherapeut) schreibt das: “Die internationale Klassifikation der WHO ordnet den elektiven Mutismus unter die Gruppe “Störungen sozialer Funktionen mit Beginn in der Kindheit und Jugend.” Damit wird das Schweigen als soziale Störung beschrieben. Allerdings mehren sich die Stimmen, die eine Subsumierung des Mutismus unter die Angststörungen postulieren.”
Aber für mich selbst… Ja, teilweise habe ich Angst vor öffentlichen Aktivitäten und irgendwie auch vorm Reden. Allerdings kann ich ehrlich gesagt nicht beantworten, ob ich tatsächlich Angst vorm Reden an sich habe, oder den ganzen Kosequenzen, die damit zusammenhängen. Also eher Angst davor wieder nichts zu sagen, nicht zu wissen, was ich sagen kann oder Angst davor in Schweigen zu verfallen. Oder in eine Situation zu geraten, in der verlangt wird, dass ich etwas sage. Ich habe jede Menge Angst. Mein ganzes Leben besteht aus Angst. Und dieses komische Unwohlsein im Bauch kenne ich jeden Tag. Angst angesprochen zu werden, Angst nicht weiter zu wissen, Angst in Situationen zu geraten, die mir zu groß sind und Angst, dass etwas schief läuft. Aber ist das Angst vorm Reden an sich? Wie fühlt sich Angst vorm Reden an? Ich weiß es nicht… Vielleicht kann mir jemand (als Mutist) helfen, die Frage zu beantworten?!

2. Mal zurück zum Thema “Freunde finden”. Mal angenommen, Du lernst im Internet jemanden kennen, verstehst Dich gut mit ihm/ihr und plötzlich steht das Thema “persönliches Treffen” im Raum. Wie ist Deine Reaktion? Sagst Du das Treffen dann erstmal ab?

Nein, das habe ich sogar schon einige Male gemacht. Müssten sogar um die 10 Mal gewesen sein, schätzungsweise. Und daraus sind sogar Freundschaften und mehr entstanden. Menschen aus dem Internet persönlich zu treffen, finde ich also kein großes Problem, weil ich, wenn Menschen allein sind, oft recht gut reden kann. Und mit den Menschen, die ich bisher getroffen habe, hatte ich auch schon längeren Kontakt, weswegen sie mir also nicht völlig fremd waren. Würde mir ein völlig fremder Mensch spontan ein Treffen vorschlagen, würde ich definitiv absagen. Aber ich denke, das wäre vielleicht auch ein Stück weit normal. Schließlich sollte man ja ein bisschen vorsichtig sein…

Leserfragen zum Leben mit Mutismus

1. Kannst du dich noch an deine KiGa Zeit erinnern? Zu mindestens an das letzte Jahr? Falls du nicht im KiGa warst, kannst du dich an die Zeit zwischen 5 und 6 Jahren erinnern? Oder hat das bei dir erst im Teenageralter angefangen?

Nein, den Mutismus hatte ich schon immer. Oder besser gesagt seitdem ich denken kann. Aber damals war das für mich eher weniger ein Problem, weswegen ich mich auch nur teilweise daran erinnern kann. Im Kindergarten kann ich mich daran erinnern, dass ich meistens nur gemalt und allein gespielt habe. Allerdings hatte ich auch vier ziemlich gute Freunde mit denen ich gespielt habe und die mich auch zu Hause besuchten. Ich kann mich daran erinnern, dass ich oft mitbekommen haben, dass die Erzieher meiner Mutter sagten, dass ich sehr still sei und gar nicht bis kaum mit ihnen sprach. Aber erinnern kann ich mich daran eigentlich nicht.
Als ich eingeschult wurde kann ich mich daran erinnern, dass ich gemerkt habe, dass ich mich im Unterricht nicht melden konnte und wie schwer das Reden war, wenn ich aufgerufen wurde. Aber mehr nicht. Wie gesagt bekam ich die Rückmeldung der Lehrer und Erzieher an meine Eltern mit, hab’ mich darüber aber eigentlich keine Gedanken gemacht oder empfand es nicht so. Schlimmer wurde es erst später.

2. Was war für Dich das Schlüsselerlebnis, dass Du aus dem Mutismus ausgebrochen bist?

Eigentlich gab es kein konkretes Schlüsselerlebnis, denn es war/ist vielmehr ein Prozess mit Fortschritten, vielen vielen Rückschritten und den Gedanken einfach aufzugeben.
Ziemlich schlimm für mich war aber, als ich in einen Junger verliebt war und ich kein Wort mit ihm reden konnte und er immer wieder versuchte mit mir zu reden. Schlimm war lange Zeit auch, dass die meisten Menschen dachten, dass ich sie nicht leiden kann, obwohl es meistens nie so war. Und der Ärger darüber, dass ich mir durch die schlechten mündlichen Leistungen in jedem Schuljahr das Zeugnis sozusagen versaute.
Aber das waren eher alles Gründe, weswegen ich irgendwann an ziemlich starken Depressionen litt und nicht mehr leben wollte. Also keine Schlüsselerlebnisse.

Leserfragen zum Leben mit Mutismus

1. Ist für dich das Sprechen nur im Kontakt mit Anderen ein Problem, oder kommt das auch mal für dich vor (also stellst du manchmal einfach für dich zu Hause auch fest, dass es “blockiert” – kann das grad sehr schlecht erklären, vielleicht auch beim Gedanken gleich jemand anzurufen oder so aber eben noch nicht im Kontakt)?

Wenn ich deine Frage richtig verstanden hab’, würde ich sagen beides. Hauptsächlich aber mit Anderen, vorallem fremden Menschen in direktem Kontakt. Bei Alltagsdingen ist Sprechen mittlerweile nicht mehr ein sehr großes Problem, Smalltalk schon eher. Aber ein Stück weit blockiert bin ich vorher natürlich auch. Wenn ich weiß, ich muss irgendetwas machen, wobei man Sprechen muss, wie zum Beispiel Telefonieren. Wobei blockiert, vielleicht das falsche Wort ist, denn blockiert bin ich in diesem Moment ja eigentlich nicht. Nur die Angst ist da, sodass das zu einer Sprechblockade führen kann. (Ich hoffe ich hab’ deine Frage richtig verstanden?)

2. Wenn das Sprechen nicht geht, geht dann das Singen?

Nein, singen geht nicht. Und vorallem nicht als Sprechersatz. Singen ist für mich noch viel komplizierter als Sprechen. Also bevor ich in Gegenwart Anderer singen kann, hab’ ich vorher  schon ganz viel gesprochen.
Zum Thema Singen, gab es schonmal eine Frage. Vielleicht auch interessant für dich.

3. Kannst Du das Reden durch Schreiben ersetzen. Also ein bisschen so wie ein Stummer es kann? Oder ist das Nicht-Reden der Ausdruck eines inneren Symptoms, welches die Fähigkeit zur Kommunikation einschränkt?

Ja, das kann ich. Iinnerlich kann ich ganz normal kommunizieren und mich ausdrücken. Bei Mutismus geht es darum, dass man die Gedanken sprachlich nicht mitteilen kann.
Ich schreib’ gern und im Vergleich zum Sprechen auch viel besser und sicherer. Liegt vielleicht daran, dass ich das Schreiben ganz lange Zeit als einzige, richtige Ausdrucksform genutzt habe. Seitdem ich schreiben kann, schreibe ich und vor einigen Jahren hätte ich sicherlich sagen können, dass ich in meinem Leben schon mehr Worte geschrieben, als gesprochen hab’.
Allerdings hab’ ich im Alltag noch nie geschrieben. Also zum Beispiel bin ich noch nie mit einem Zettel zum Bäcker gegangen und hab’ aufgeschrieben, was ich kaufen möchte. Irgendwie ist mir das immer zu blöd und albern gewesen, weil ich ja eigentlich sprechen kann…

4. War/ist es für Dich schwierig, Beziehungen zu haben oder neue Freunde zu finden?

Das Haben an sich nicht. Es sei denn man unternimmt Dinge, die es schwieriger machen, weil man mit fremden Menschen sprechen muss. Beispiele wären andere Freunde der Freunde treffen oder Familie kennenlernen oder einkaufen beziehungsweise ins Kino gehen und Kinokarten kaufen zu müssen. Aber an sich mit dem Freund oder der Freundin reden, ist kein Problem, weil ich die Person ja kenne.
Gut, wahrscheinlich ist es für die Freundschaft schwierig, wenn so viele Dinge drumherum schwierig sind, aber an sich das Haben einer Freundschaft ist nicht schwierig.
Das Finden schon eher. Ich kann kaum Menschen einfach so ansprechen. In der Schule hatte ich daher kaum bis keine Freunde, weil jeder schon mit irgendjemandem befreundet war und man sich sozusagen dazudrängen musste. Und das ist schwierig. Beim Studium hat das Freundefinden besser geklappt, weil jeder neu war und man deshalb einfach angesprochen wurde. Weil jeder irgendwie jemanden sucht. Und ansonsten gibt’s da das Internet. Menschen, die man irgendwo kennenlernt und sich dann mal trifft.

Leserfragen zum Leben mit Mutismus

1. Wissen viele Menschen aus deinem realen Leben von deinem Mutismus?

Nein, eigentlich gar nicht. Klar, dass ich stiller bin, ist manchmal unschwer zu übersehen, aber den Namen selektiver Mutismus kennt kaum jemand in Verbingung mit mir. Abgesehen von den Menschen, die damals mit mir in der Psychatrie waren und den Psychologen, Betreuer etc. , wissen gerade mal 6 Menschen aus meinem Bekanntenkreis so richtig davon. Sprich 6 Menschen, denen ich es erzählt habe oder die es durch diesen Blog erfahren haben. Also gehe ich im realen Leben nicht wirklich offen damit um. Möchte ich auch gar nicht. Ich möchte keinen Mutismus-Mitleids-Bonus oder einen Die-spricht-ja-sowieso-nicht-Stempel bekommen.

2. Warum hast du früher geschwiegen?

Ja, die bekannte Warum-Frage… Hab’ ich mir oft gestellt und durch die Therapie habe ich auch viele Antworten bekommen. Allerdings möchte ich hier, öffentlich im Internet nicht ausführlich darüber schreiben. Ich möchte nicht über Dinge schreiben, die andere Menschen betreffen bzw. über Dinge, die so privat sind, sodass ich die besagten Menschen um Erlaubnis fragen müsste. In diesem Blog geht es um mich. Das ist okay. Und um Menschen, die etwas sagen möchten. Aber in diesem Fall würde es nicht nur mich betreffen. Nur soviel: Mutismus ist oder war für mich eine Verhaltensweise, die ich erlernt habe und sich für mich irgendwie als ziemlich praktisch erwiesen hat. Sozusagen eine (Über)lebensstrategie.
Wenn jemand dennoch gerne mehr wissen möchte, sei’s als Betroffener, Angehöriger oder Psychologieinteressierter, kann ich sicherlich per e-Mail (Adresse im Impressum) noch einige Dinge mehr schreiben als in dieser Antwort. Ich hoffe, ihr habt Verständis.

Leserfragen zum Leben mit Mutismus

Fällt es dir leichter zu sprechen, wenn du Alkohol getrunken hast?

Nein. Eigentlich sogar im Gegenteil. Wenn ich in Gegenwart von Menschen trinke, mit denen mir auch das Sprechen schwer fällt, also sprich bei fremden und vielen Menschen aufeinmal, bringt Alkohol eigentlich gar nichts. Ich fühle mich mit Alkohol absolut nicht lockerer. Eher habe ich das Gefühl ich muss mich besonders stark kontrollieren, um angetrunken erst recht nichts Blödsinniges von mir zu geben oder mich total zu blamieren. Auch, wenn die Wahrscheinlichkeit sich zu blamieren unter Betrunkenen relativ gering ist. Aber ich weiß selbst nicht genau warum. Ich fühle mich mit Alkohol eigentlich nur noch verkrampfter und bin deshalb genauso still, wenn nicht sogar noch schweigsamer.
Ein bisschen anders ist es bei Menschen, bei denen ich auch ohne Alkohol leicht und viel sprechen kann. Da erfüllt der Alkohol seine Funktion und ich werd’ lockerer. Aber richtig betrunken war ich trotzdem noch nie, weil sich Mutismus einfach nicht ertrinken lässt.

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