#69

Dieses Ding, das dafür gesorgt hat, dass ich am gleichen Abend noch einmal zum Bahnhof gelaufen bin. Allein. Ohne Herr V. Damals als die Fahrplanauskunft, die ich mir geben lassen sollte, damit ich wieder in die Schule darf, einfach nicht stimmte. Weil ich die Zugverbindung nach Dreigreifhinterkirchen hatte und nicht zur Schule. Weil der Mann am Schalter mich einfach nicht verstanden hatte, so leise war meine Stimme. All die Tränen hinterher. Noch schlimmer als vorher. Und all das Getröste und die Worte, die mir etwas einreden wollten. Obwohl ich hätte eigentlich überglücklich sein müssen, weil ich es überhaupt geschafft hatte. Über beide Ohren grinsen, hätte ich müssen. Nach all der Panik und all dem Ringen und Kämpfen und Tränen.

Genau dieses Ding macht es, dass ich nicht einfach Ruhe geben kann. Weil ich mehr kann. Weil ich genauso wachse wie andere Menschen auch. Und genau das ist gleichzeitig mein Verderben. Irgendwann. Weil ich nie stehenbleiben konnte. Aber es fühlt sich so gut an. Denn wenigstens bin ich kämpferisch verdorben, ohne jemals aufgegeben zu haben.

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