#52

Ich mache wahrscheinlich Yoga. Zumindest habe ich zugesagt. Ich weiß zwar noch nicht, wie ich das tun soll, aber ja, ich habe zugesagt. Eine meiner Kolleginnen hat vor kurzem nämlich ihre Yogalehrerausbildung beendet und schlug vor, einen Kurs vor oder nach der Arbeit anzubieten. Einige interessierten sich dafür und auch ich finde, dass es gar nicht so unübel klingt und naja – ich bin dann wohl dabei.

Manchmal vermisse ich mein früheres Ich. Das Ich, das ständig alles genau Überdenken muss. Natürlich denke ich heute genauso über zig Dinge viel zu genau nach. Aber eben nicht immer. Über Yoga zum Beispiel nicht. Ich sitze ohnehin den ganzen Tag auf den Stuhl, müsste mich mehr bewegen, bin ohnehin auch gestresster als andere Menschen und ein Sportkurs klang schon immer ganz interessant. Dann habe ich noch gedacht, du kennst die Leute und das war’s. Mehr nicht. Und auch denke ich nicht immer nach, wenn ich mit den Lieblingskollegen rede.

Wahrscheinlich hätte ich sowieso mitgemacht. Ich hätte eben nur ein bisschen länger überlegt und wäre nicht sofort dabei gewesen. Ich hätte einfach genauer überlegt, ob ich mir es vorstellen kann. Und mit Sicherheit wäre ich auch zum gleichen Ergebnis gekommen, sodass es kaum einen Unterschied gibt zwischen dem früheren Ich und dem heutigen. Aber ein bisschen Angst macht es mir schon. Wohin führt das noch? Als nächstes organisiere ich das nächste Firmenevent, ohne vorher ausreichend überlegt zu haben, ob das überhaupt funktionieren wird.

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