#50

Meine Kollegen machen sich aktuell Sorgen, dass ich ein Burnout bekommen könnte. Natürlich ist es nett, aber innerlich muss ich schmunzeln. Natürlich wissen sie nicht, wie es in mir aussieht und alle Anzeichen könnten dafür sprechen, dass es passieren könnte, wenn es so weiter geht. Und wie weit ich davon entfernt bin, weiß ich eigentlich auch nicht. Natürlich bin ich gerade müde und emotional erschöpft. Wahrscheinlich auch müder als sonst. Und wahrscheinlich sieht man mir das auch an. Natürlich muss ich erst einen Weg finden, damit umzugehen. Aber das ist ja nun wirklich nichts Neues, dass ich Wege finden muss, für Dinge, die ich tun möchte. Ich hatte schon viel größerer Müdigkeiten und Erschöpfungen als diese.

Und ich weiß mit hundertprozentiger Sicherheit, wie ich sehr große Müdigkeiten verhindern kann. Ich weiß haargenau, was ich brauche, was ich, wie kann und wie weit ich gehen kann, um nicht in einer psychischen Krise zu landen. Deshalb muss ich ein bisschen schmunzeln und würde gerne jetzt an dieser Stelle zum ersten Mal bei dieser Arbeit erklären, wer ich bin. Nämlich der Experte in überstandenen psychischen Erschöpfungen und Erkrankungen schlechthin.

Natürlich hat es Potential, aus dem Ruder zu laufen. Aber genau deswegen analysiere ich ja schon und suche wie ein Weltmeister. Genau deshalb gibt es auf meinem Desktop ein riesiges Bild vom Nordkap im Winter, denn da fahre ich nämlich hin. Und genau deswegen muss ich da auch überhaupt erst hinfahren und einen viel zu großen Haufen Geld ausgeben, den ich eigenständig verdient habe. Und genau deswegen habe ich auch vor einigen Tagen ausprobiert, ob das Schreiben hier noch tut was es soll und da es das tut, sitze ich auch heute wieder hier. Genau deswegen. Und genau deswegen mache ich auch andere Schreibpläne.

Ich weiß auch ganz genau, was ich brauche. Ich weiß, dass ich momentan ein bisschen mehr liegen und schlafen muss als sonst. Ich weiß auch, dass am Wochenende gerade keine Kraft da ist für schwierige Dinge. Ich weiß, dass es besser ist, wenn ich am Wochenende lieber Serien und Dokumentationen gucke oder auch ein Computerspiel spiele, was mich entspannt. Und das beste ist, ich weiß, dass es absolut in Ordnung ist so. Denn nicht anders löse ich solche Dinge. Seit Jahren.

Es ist nett, dass sich alle Sorgen machen. Natürlich ist es gerade schwierig, aber ich lasse mir die letzten Jahre nicht durch ein bisschen schwierig kaputt machen. Ich arbeite mich nicht durch Mutismus, um mich am Ende durch ganz normale Arbeit wieder irgendwo hin zu arbeiten, wo ich gerade erst raus kam. Nicht für eine Arbeit. Niemals.

 

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