#43

Bei Christine von stille-staerken.de gab es eine Blogparade und die Christine hat mich gefragt, ob ich nicht auch mitmachen möchte. Es ging um die Komfortzone und da sind sie, meine Gedanken pünktlich zum Ende ihrer Blogparade.

Komfortzone-verlassen

Was ist eigentlich diese Komfortzone? Woran erkennt man sie?

Ich habe eine ganze Weile darüber nachgedacht, was eine Komfortzone für mich ist. Oder besser gesagt, was meine Komfortzone ist. Und ganz am Anfang hätte ich gesagt, ganz klar, meine Wohnung. Meine eigenen vier Wände sind meine Komfortzone, in der nichts passiert, die ich verriegeln kann und in der alles gut ist. Eben ein Raum, in dem ich keine Mutistin bin. Aber das ist inzwischen nicht mehr meine Komfortzone. Meine Komfortzone ist kein Raum. Meine Komfortzone ist ein Bereich, der immer mit mir kommt. Im Grunde ist sie irgendwo in diesem Kreis. Meine Komfortzone ist die S-Bahn am Morgen genauso wie die viertel Stunde im Büro vor Arbeitsbeginn, in der ich meinen Kaffee trinke und einfach nichts passieren kann. Und die Mittagspause. Aber genauso ist meine Komfortzone auch der Abend im Bett und die freien Wochenenden in der Wohnung. Meine Komfortzone ist also nicht auf einen Ort beschränkt, ich habe sie in gewisser Weise einfach immer dabei.

Dann habe ich überlegt, ob ich früher eine Komfortzone hatte und wie diese aussah. Und früher war sie tatsächlich nur in meinem zuhause. Aber ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass ich früher überhaupt gar keine Komfortzone hatte. Klar, den nichtmutistischen Ort gab es, aber wohlgefühlt habe ich mich damit nicht. Und komfort ist für mich gleichbedeutend mit wohlfühlen. Entspannen. Runter kommen. Komfort eben. Depressionen bieten aber keinen Komfort. Da war absolut nichts komfortabel und einfach. Runter kam ich nie. Nirgends. Oder mir fällt nicht mehr ein, wo sie gewesen sein soll. Also kann man auch überhaupt gar keine Komfortzone haben. Das funktioniert auch. Komfortzonen sind nicht selbstverständlich.

Muss man aus der Komfortzone raus? Oder kann man auch in der Komfortzone bleiben?

Ich muss raus, ja. Und ich denke, jeder sollte das müssen. Denn tut man das nicht, ist man sich seiner Komfortzone gar nicht richtig bewusst – weil alles komfortabel ist – oder man hat eine sehr kleine Komfortzone. Die dann eben auch klein bleibt. Und ich finde beides schlimm. Eine Komfortzone lernt man erst richtig schätzen, wenn man weiß, dass es woanders nicht so komfortabel sein kann. Erst dann kann man sie sich bewusst schön und gemütlich gestalten und mit einem wohligen Gefühl zu ihr zurück kehren. Wozu braucht man eine Komfortzone, wenn man sich nicht bewusst auf sie freuen kann? Und kleine Komfortzonen sind auf Dauer recht einschränkend. Man stößt schnell an ihre Grenzen. Kommt überall irgendwo nicht weiter. Außerdem finde ich meine Komfortzone häufig langweilig. Öde. Immer das gleiche. Die besten Sachen liegen etwas weiter außerhalb und jedes Überschreiten hat sich bisher mehr als gelohnt. Das ist tatsächlich so. Danach ist es nämlich toll und es gibt so viel mehr Möglichkeiten. Man sollte die Komfortzone danach allerdings auch wiederfinden müssen. Verlassen und wiederfinden müssen. Das muss man.

Bleiben kann man, selbstverständlich. Dann bleibt man da aber eben auch. Genau so wie es gerade ist.

Welche Tipps, Tricks und Erfahrungen hast du für gutes „Komfortzonenmanagement“? Was macht man mit dem Stress, der Angst, der Unsicherheit etc., wenn man die Komfortzone verlassen will?

Leider keinen. Augen zu und durch, fiel mir ganz spontan ein. Ich habe mich immer wieder durchgebissen. Immer und immer wieder. Und den Rest so schön wie möglich gemacht. Kleinigkeiten gesucht. Mich damit über Wasser gehalten. Ein gutes Essen. Ein toller Film. Der Gedanke an mein Bett. An die Badewanne. An was weiß ich. Und zwischendurch immer wieder machen und versuchen und durchbeißen. Und dann ist sie auf einmal größer geworden, meine Komfortzone. Und so geht es auch heute immer weiter. Machen, ausruhen, machen, ausruhen…. Und sich auf die Komfortzone freuen. Sie ganz bewusst genießen. Das Einkehren in die Komfortzone am besten schon planen. So schön machen wie es nur geht. Und dann den Scheißdreck drumherum nicht vergessen. So, denke ich, wird sie immer ein bisschen mehr größer. So funktioniert zumindest mein Komfortzonenmanagement.

Ein Gedanke zu „#43

  1. Schön, dass du bei der Blogparade dabei bist. Das freut mich riesig. 🙂
    Und ich finde, dass „Machen, ausruhen, machen, ausruhen…. Und sich auf die Komfortzone freuen.“ verflixt gutes Komfortzonenmanagenement ist. Vielleicht muss es dann auch gar nicht sooo viel durchbeißen sein – einfach immer wieder machen…

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